Lisa Sonnenschein
Hallo und und willkommen auf meinem Blog! Heute macht die Blogtour zu "Hero - wenn mein Herz schreit" von Sarah Hauck bei mir Halt. Das 30 Seiten lange Buch erzählt vom Verlust der ersten Liebe - und warum dieser Verlust die Erzählerin einen Helden gekostet hat. 
Ich habe mir mal Gedanken dazu gemacht, was denn ein Held überhaupt ist.
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Heute ist der letzte Tag der Blogtour, gestern waren wir unterwegs bei Lea's Bücherwelt (da gab es einige Gedanken zum Buch) und vorgestern hat die wunderbare Büchernixe zehn Tipps gegen Liebeskummer zusammengestellt. Schaut auch bei den beiden oder im Facebook Event gerne mal vorbei =).
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Bevor ich jetzt den Duden mal um seinen weisen Rat frage - überleg dir mal für einen Moment, lieber Leser, was ein Held für dich ist. Kannst du es festmachen? Nein? Ging mir auch so ;).

a) (Mythologie) durch große und kühne Taten besonders in Kampf und Krieg sich auszeichnender Mann edler Abkunft (um den Mythen und Sagen entstanden sind)
b) jemand der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt.
c) jemand der sich durch außergewöhnliche Tapferkeit im Krieg auszeichnet und durch sein Verhalten zum Vorbild [gemacht] wird.

Drei Dinge fallen auf. Erstens scheint der Held ausdrücklich männlich zu sein (das liegt aber an meiner Eingabe - ich hätte auch "Heldin" eintippen können). Zweitens scheint ein Held verflixt viel zu kämpfen, in zwei von drei Definitionen kommt das Wort "Krieg" vor. Und drittens scheint ein Held sogar etwas Passives sein zu können - in der letzten Definition kann ein Held auch "gemacht" werden.

Foto von Pixabay
Genau dieser letzte Punkt ist für mich auch der Knackpunkt. Ein Held wird stets zu einem gemacht - wer das tut und unter welchen Umständen, das ist vermutlich nicht mal ihm selbst überlassen. Vielleicht folgt er nur seinen Idealen? Vielleicht handelt er nur instinktiv? Die Zuschreibung "Held" kommt dann von außen - dabei ist es egal, von wie vielen Menschen. Dass der Held auch ganz klein sein kann, zeigt auch der Kosename "mein Held", der in Beziehungen manchmal (nicht ganz ernstgemeint?) fällt. Fakt ist: Ein Held, den keiner so nennt/sieht, ist keiner. Mann kann nicht für sich selbst Held sein. Mann kann etwas Großes im Geheimen vollbracht haben - dann ist man aber kein Held, der muss eben von anderen Menschen als solcher anerkannt werden.

Kurzum: Ob mein Held jetzt Millionen Menschen das Leben gerettet hat, sich aufgeopfert hat für andere, oder einfach nur "mein" Held ist, sich für mich einsetzt und in ganz kleinem, persönlichen Rahmen Großes leistet - er unterscheidet sich in seinem "Heldsein" in der Zuschreibung durch andere. Einmal ist er ein global bekannter Held, vielleicht wird er auf der Straße erkannt, es entsteht ein Personenkult um ihn - und in der zweiten Definition ist er meine eigene kleine Vorbild-Figur, der ich evtl. viel verdanke. Der "Kampf" des Helden selbst ist also eine Frage der Wahrnehmung, er selbst muss sich nicht unbedingt anstrengen, um ein Held zu sein (wir denken mal zum Beispiel an diese Preise, die für Zivilcourage verliehen werden - ganz oft ist für die Menschen selbstverständlich, was sie da getan haben und sie würden ihre Taten nie als "groß und kühn" bezeichnen).


Ein Held im kleinen Rahmen ist für die Erzählerin in "Hero" ihr Freund, der ihr viel gegeben hat, sie aus so manchem Loch gezogen hat und doch fragt man sich bei jedem Helden auch immer wieder - wie ist er eigentlich zum Antihelden geworden...?
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Sarah Hauck: "Hero - Wenn mein Herz schreit". Erschienen via CreateSpace. Kostenlos über kindle unlimited lesbar. Ansonsten ist der Kostenpunkt: 0,99€ als eBook.
Lisa Sonnenschein
Dieses Buch durfte ich als Rezensionsexemplar lesen (vielen Dank an den Rowohlt Verlag) und mein Interesse wurde geweckt, als ich in der Kurzbiografie der Autorin las, dass sie Philosophie studiert und Aspekte aus dem Fach in ihre Bücher einfließen lässt. Eine Fachkollegin! Los geht's :)
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Adam Eli ist vermutlich das, was man eine verkrachte Existenz nennen würde. Nach einer turbulenten Jugend mit Gewalt, Drogen und Bootcamp in Bolivien inklusive, hat der Mann diverse Fächer studiert und hält sich mit Ghostwriting-Aufträgen über Wasser. Sein Leben plätschert so vor sich hin, bis er eine mysteriöse Mail erhält - seine Jugendliebe ist nach einem geglückten Diebstahl auf der Flucht. Und Adam ist der einzige, der sie finden kann...

Tut euch selbst einen Gefallen und lest den Klappentext dieses Buches nicht! Dort wird ein wichtiges Detail bekanntgegeben, das der Leser eigentlich erst in der Mitte der Handlung erfahren sollte (nämlich was die Gute entwendet hat) - deswegen war ich auch leicht irritiert, dass so ein Brimborium darum gemacht wurde, es steht ja bereits in der Inhaltsangabe?

Willenja und Adam sind saucoole Protagonisten - beide sind eher undurchsichtig, leiden unter ihrer Vergangenheit, halten aber auch an ihr fest, weil sie sie aneinander bindet. Generell ist die Charakterzeichnung der Autorin ausgezeichnet gelungen - obwohl sehr viele Personen handeln (die Kapitel sind aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben), hat man doch am Ende des Buches das Gefühl, die Gefühlslage des einzelnen gut erfasst zu haben. Bei mir hat jedoch die Menge an Namen - die Charaktere heißen nun auch nicht gerade Tom und Emma - anfangs für ziemliche Verwirrung gesorgt und ich habe ein Weilchen gebraucht, um dahinter zu kommen, wer gerade dran ist.

Der Schreibstil ist einfach nur grandios! Die Autorin schafft es, gesellschaftlich superkomplexe Sachverhalte in ihre Handlung einfließen zu lassen, ohne dass man direkt ein Lexikon zur Hand haben muss - ich war unglaublich beeindruckt, wie atmosphärisch und detailreich sie schreibt, ohne sich zu verzetteln. Fantastisch fand ich die Thematik, die erst nur anklingt und dann zentral für die Geschichte wird: Was will der Mensch eigentlich im Leben? Was braucht es, um frei zu sein? All das gepaart mit Gesellschafts- und Wirtschaftskritik, ein bisschen Politik, aber immer so, dass man sich nicht stehengelassen oder überfordert fühlt. Auch ich mit dem wirtschaftlichen Interesse eines Goldfisches konnte also folgen und habe mich in der Handlung zuhause gefühlt ;) Ich musste nach einigen Textstellen außerdem erstmal wilde Diskussionen mit meinem Freund starten, weil ich solchen Redebedarf hatte.
Wer gerne miträtselt und sich packen lässt, ist hier bestens aufgehoben. Immer wenn man gerade meint, die Lösung erfasst zu haben, wird alles noch mal umgeschmissen und man fängt quasi von vorne an, Theorien aufzustellen. Die Wendungen habe ich überhaupt nicht kommen sehen und sie sind logisch und stringent aufgebaut und kommen nicht aus dem Nichts.

Mein Fazit: Ein packender Thriller mit vielen Handlungssträngen und überraschenden Wendungen, die aufgegriffenen Themen werden mich noch länger beschäftigen... Jenny-Mai Nuyen konnte mich sprachlich und inhaltlich wirklich überzeugen, mehr davon!
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Jenny-Mai Nuyen: Heartware. Erschienen am 21. Juli 2017 im Rowohlt Verlag. Kostenpunkt: 14,99€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Nachdem ich euch bei Facebook schon ganz schottisch angefixt hatte, habe ich es doch tatsächlich auch geschafft, mal das Rezensionsvideo zu Pia Guttensons Buch aufzunehmen. Ich bin der Autorin (damals!) auf der Leipziger Buchmesse begegnet und durfte ihr Buch entführen, das mich nach Schottland entführen durfte. Und von da aus ging es dann noch an ganz andere Orte...

Meine Videorezension beginnt bei Minute 3:20.


Isandora macht eine verdammt schwere Zeit durch - ihr Sohn ist verschwunden und ihr Leben inhaltslos geworden. Kurzerhand mietet sie sich in einer Pension in Schottland ein. Um zu sterben. Durch eine schicksalhafte Begegnung und ein geheimnisvolles steinernes Tor kommt jedoch alles anders als gedacht und Isa findet sich in einer Welt voller mystischer Wesen wieder. Elfen, Zwerge und schlurfende Moorguhls bevölkern eine Welt, die nicht ihre ist - oder doch?

Die Welt, die Pia Guttenson hier schafft, ist großartig! Eine epische Fantasywelt, wie ich sie liebe. Trotzdem bleibt der Bezug zur Gegenwart - nicht nur dadurch, dass Isa eben aus unserer Zeit stammt und kein mittelalterliches Weltbild mitbringt, sondern auch durch den guten Ian, den sie durch das Tor mitnimmt. Das Buch schafft dadurch einen leicht abgedrehten Spagat. Es ist einerseits eine Liebesklärung an Schottland, ein romantischer Liebesroman, wie er im Buche steht (höhö). Auf der anderen Seite wird der Leser aber auch in die besagte Highfantasywelt geworfen, die dann wieder ganz andere Storystränge verfolgt, als man sich das zuvor gedacht hat.

Das hat zur Folge, dass Tolkien-Liebhaber hier durch die romantischen Aspekte nicht auf ihre Kosten kommen und sich vermutlich über das ganze "schottische Klimbim" aufregen und die Schottlandverliebten, die sich auf eine Liebesgeschichte gefreut hatten, genervt von Zwergen und Elfen sind.
Für Genrespringer allerdings (und hier komme ich ins Spiel!) entwickelt das Buch genau dadurch seinen besonderen Reiz. Ich LIEBE die sprachlichen Ausflüge, die die Autorin hier ins schottische Gälisch macht und mein Hirn hatte beim gedanklichen Aussprechen der Ausdrücke für "mein Freund", "meine Liebste" oder "verdammt noch mal" seine helle Freude (für alle weniger sprachenthusiastischen Menschen gibt es aber auch ein Wörterbuch am Ende). Allein das und die Recherchearbeit für die historischen Hintergründe dieses Buches müssen ein unglaublicher Aufwand gewesen sein - interessierten Menschen kann ich da noch mal die Homepage der Autorin ans Herz legen.

Was mich dann aber doch geschafft hat? Die endlosen Turteleien zwischen zwei der Charaktere im Buch. Da war mir wirklich zu viel Schmalz und Klischee im Spiel und so manches Mal habe ich die Augen verdreht, weil die beiden sich mal wieder ein ruhiges Plätzchen gesucht haben... Vielleicht bin ich da einfach langweilig^^

Mein Fazit: Ein spannender Genremix! Für Fans der schottischen Kultur und Sprache und allen, die es werden wollen, kann ich hier eine klare Empfehlung aussprechen. Auch ich als unromantischer Stein mit Fantasyvorliebe habe das Buch sehr gerne gelesen ;).
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Pia Guttenson: Das steinerne Tor - Die Rückkehr. Erschienen am 11. September 2014 bei Create Space. Kostenpunkt: 14,90€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Dieses Buch wird wohl schon als Lektüre in der Schule eingesetzt - und verstehen kann ich's, die Geschichte ist lehrreich, ohne aufgesetzt zu wirken. Vielen Dank lieber Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar von diesem Buch.
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David und seine Clique sind genervt. Genervt von der Schule, genervt von ihren Eltern und genervt von ihrem Viertel, das ihnen von Tag zu Tag runtergekommener erscheint. Als ihnen beim Schule-Schwänzen ein kleines dunkelhäutiges Mädchen über den Weg läuft, das offensichtlich Läuse hat, ist klar: Dieses "Dreckstück" müssen sie entlausen!

Was mich an dem Buch so beeindruckt (und mitgenommen) hat, ist seine Einfachheit. Die Charakterkonstellation ist eine, die man auch aus der eigenen Schulzeit kennen könnte - ein strebsames Mädchen, die Extrovertierte, der Junge mit der neutralen Haltung allem gegenüber, was ihn nicht betrifft. Die Jugendlichen in diesem Buch haben durch ihre klischeehafte Zeichnung wenig Tiefgang (wie auch in einem 96-Seiten-Buch). Das ist aber auch nicht das, worauf es ankommt.

Vielmehr interessant für den Leser sind die gruppendynamischen Prozesse, die im Hintergrund der Handlung stehen. Keiner der Jugendlichen kann zu irgendeinem Zeitpunkt begründen, warum sie handeln wie sie handeln. Es gibt keine große Eskalation und niemand hat hier eine deutliche rechtsextreme Haltung. Im Gegenteil: Alle Charaktere kommen aus gutem Haus und hatten eine angenehme Kindheit. 
"Dreckstück" verdeutlicht gruselig authentisch, "wie schnell's gehen kann". Wie gleichgültig eine Gruppe von Menschen handeln kann, die sich gegenseitig in ihrer Gleichgültigkeit noch bestätigt. Als Leser möchte man gleichzeitig schreien ob der furchtbaren Ungerechtigkeit, die da passiert und kann gleichzeitig nicht so richtig mit dem Finger auf das deuten, was falsch läuft. Ein Effekt, der mich erst mal für zwei Tage grübelnd lahmgelegt hat.

Schade war, dass der Protagonist David (der neutrale Junge) einen Hang zur Selbstanalyse hat und ständig versucht, seine und die Handlungen der anderen in Beziehung zu einem Erlebnis aus der Vergangenheit zu setzen. Das war mir ein wenig zu viel und nicht ganz authentisch, weil es nicht so richtig zu ihm gepasst hat, aber vermutlich durch die Erzählform unausweichlich. Auch Floskeln wie "Die Zeitungen würden später xyz titeln" hatten für mich einen eher reißerischen Charakter und ich wäre gut ohne sie ausgekommen - ein bisschen haben sie die Authentizität des Buches verletzt.

Mein Fazit: Ein sehr beeindruckendes Buch, das durch einen einfachen Sprachstil besticht. Wer einen reißerischen Teenager-Roman sucht, ist hier an der falschen Adresse, wer es atmosphärisch mag und sich gerne auf Gruppenprozesse einlassen mag (à la "Die Welle"), der sollte hier mal reinlesen.
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Clémentine Beauvais: Dreckstück. Erschienen am 30. Juni im Carlsen Verlag. Kostenpunkt: 5,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Mädels! Das ist ein Buch für euch - wenn ihr euch mies fühlt, wenn ihr glaubt, grade stürzt alles Unrecht dieser Welt auf euch ein... Lest dieses Buch! Es ist so ein richtiges Beste-Freundinnen-Mama-Tochter-Ding.

Aber wir fangen mal vorne an. Meine Videorezension zu dem Buch beginnt bei Minute 4:53.


Im Klappentext bezeichnet sich das wunderhübsch illustrierte Buch ausdrücklich als "Nicht-Ratgeber". Die Frage ist aber - was ist es denn dann? Was man hier bekommt, sind kleine Liebe-dich-selbst-Lektionen für jeden Tag, oder auch mal über eine Woche oder mehr hinweg. Ausgelegt ist das Buch für Frauen mit Trennungsschmerz, aber auch ohne Liebeskummer kann Frau (so wie ich) hier eine ganze Menge über sich selbst lernen!

Das Buch ist dabei nicht idealistisch ausgelegt - es gibt auch Rückschläge, Tage, an denen man einfach nur leiden will. Die Lösung ist mal ein "Reiß dich zusammen, mach dies oder jenes" und mal ein "Trink ein Gläschen Wein und bemitleide dich selber". Durch außergewöhnliche, aber nie völlig verrückte Handlungsaufforderungen kommt man in die Verlegenheit, Dinge zu tun, die einem im eigenen Alltag sonst nie in den Sinn gekommen wären (Nimm Fotos von dir selbst auf, melde dich auf dem Internetportal xyz an, geh schöne Unterwäsche kaufen - nur für dich selbst!). Das Ziel ist nicht, einen tollen Partner zu finden oder nie wieder dem Ex oder der tollen Figur von damals hinterherzutrauern, sondern sich selbst einfach mal wieder toll zu finden, mal wieder Schwung reinzubringen und durch einen kleinen Schubs ganz viel positive Selbstwahrnehmung zu tanken. Und das klappt!

Mal im ernst - natürlich passt nicht jede "Lektion" in jeden meiner Tage - klar kommt auch mal eine Rückschlags-seite, wenn ich mich grade richtig gut finde, aber hey! Überblättern, nächste Seite - oder den Tag davor einfach noch mal durchziehen :) Hier wird nicht einem Kalender gefolgt, sondern ein bisschen der imaginären besten Freundin. Die hat übrigens eine ziemlich spitze Zunge - der Sprachwitz in dem Buch ist grandios (Lieblingswort: Hupsikalupsi - hat sich in meinem Alltag auch schon eingeschlichen) und wer nicht diese eine paradiesvogelige Freundin hat, die immer diese dezent anstrengenden Veranstaltungstipps außerhalb der eigenen Komfortzone gibt, findet sie hier!

So - jetzt habe ich irgendwie eine kleine Werbeanzeige statt einer Rezension für das Buch geschrieben, das hat es aber auch wirklich verdient^^. Ich kann diese kleine Alltagsflucht jeder empfehlen und meine Mutter hat mir am Telefon direkt drei ihrer Freundinnen genannt, die das gute Stück jetzt wohl demnächst im Briefkasten haben werden :D!

Macht's euch schön, ihr seid es wert!
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Alessandra Muni: Liebeskummer ciao! Phönix-Style. Erschienen am 10. März 2017 im Phönix-Style Verlag. Kostenpunkt: 28,50€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Nadine Albert hat vor einiger Zeit von mir Bücherpost bekommen - und den Inhalt glatt verschlungen! :)
Heute hat sie dann die Rezension dazu verfasst und sich einverstanden erklärt, dass ich sie hier mit euch teile - viel Spaß beim Lesen!
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Cover:
Das Cover entführt einen schon in eine andere Welt, lässt einen träumen und fliegen. Kurz es ist düster, geheimnisvoll und magisch.

Story:
Felicity Morgan führt ein ganz normales Leben. Sie ist 18, geht normal zur Schule und hilft abends ihrer Mutter im Pub. Bis Leander auftaucht und ihr Leben aus den Fugen gerät.

Fazit:
Mein erster Gedanke, als ich das Buch aufschlug war: "Oh nein, nicht schon wieder eine Buchreihe." Es ist nicht so, dass ich Buchreihen nicht mag, aber mein Geldbeutel mag irgendwie lieber in einem Buch abgeschlossene Geschichten. Natürlich musste ich es trotzdem lesen. 
Und ich hab selten eine so sympathische Protagonistin kennengelernt. Felicity ist 18, trägt eine Zahnspange und hat Übergewicht. Ich fühlte mich ihr sofort verbunden. Ich habe mit ihr gelacht und geweint. Bin mit ihr gerannt und habe mit ihr gefühlt. Die Autorin hat es gut geschafft, einen völlig in ihre Welt zu ziehen und ich kann es kaum erwarten, die nächsten Bände zu lesen.
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Sandra Regnier: Das geheime Vermächtnis des Pan. Erschienen am 20. Dezember 2013 im Carlsen-Verlag. Kostenpunkt: 8,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Ohne genau zu wissen, was uns dort erwartet, werden wir mit der Fähre auf eine Insel verfrachtet. Alles was wir wissen: Wir sollen dort wohl ein Erziehungscamp aufsuchen, aber ob wir je dort ankommen, steht angesichts des starken Sturms noch in den Sternen...
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Mission X ist eine App (für iOS und Android erhältlich, einfach im Appstore suchen), die eine Geschichte erzählt, aber auch Entscheidungen vom Spieler fordert. Je nachdem, für welchen Weg oder welche Interaktionen man sich entscheidet, erreicht man das eine oder das andere oder wieder ein anderes Ende.
Es gibt mittlerweile drei Geschichten der Mission X Reihe und ihrem Gameplay ("Hidden Island", "Last Society" und "Dark Ride"), dieser kleine Einblick hier soll sich mit der Erstgenannten beschäftigen.

Zunächst: Der Download der App ist erstmal völlig kostenlos und man kann sich so problemlos einen Einblick verschaffen. Nach einigen Entscheidungen wird man dann allerdings gebeten, um das komplette Spiel spielen zu können, 99cent zu entrichten. Ansonsten muss aber auch nichts gezahlt werden, es gibt keine Spezialdiamanten, keine Sondergegenstände oder Sonstiges, für das man dann noch mal in die Tasche greifen müsste.

Bestechend an dem Spiel ist seine Atmosphäre. Ihr solltet (wenn ihr es euch denn runterladet) unbedingt ungestört und mit Ton spielen - die Geräusche sind perfekt auf den Text ausgerichtet und es hat schon wirklich was Beklemmendes, einen finsteren Hintergrund gepaart mit dem pfeifenden Wind zu erleben...
Die Entscheidungen sind nicht immer leicht zu fällen (wie im Beispiel rechts: Hafen erkunden oder lieber warten?), man wird jedoch häufig auch in die richtige Richtung geschubst. Wer dann nach dem dritten "Der Boden bebt immer stärker" immer noch lieber auf der Straße stehen bleibt und sich nicht bewegt, muss eben damit rechnen, dass die Geschichte nicht unbedingt zu seinen Gunsten ausgeht ;). Grundsätzlich sind also alle Entscheidungen plausibel, man hat eher weniger die Chance, den verrückten Wahnsinnigen zu spielen, der nur rückwärts spricht und sich jeder Gefahr mit Anlauf in die Arme wirft - es sind eher die "Bauchgefühl"-Entscheidungen, die hier getroffen werden.
Das Spiel ist unheimlich textlastig, man hat also nicht das Gefühl, einen interaktiven Film zu spielen, sondern eher ein interaktives Buch. Die Hintergründe sind still, sodass man auch vom Lesen nicht abgelenkt wird. Der Text selbst wird in kleinen Häppchen direkt hintereinander eingeblendet und pausiert nur, wenn eine Entscheidung getroffen werden muss. Langsame Leser können aber in den Einstellungen auch die Textgeschwindigkeit ein bisschen drosseln (sonst scrollt man nämlich bei jeder Entscheidung fröhlich wieder nach oben, um überhaupt alles mitzubekommen).

Was auch noch ein lustiges Feature ist: Wenn man bestimmte Ereignisse erreicht oder Gegenstände findet, gibt es witzige Grafiken, die man mit Freunden teilen, oder auch per Whatsapp verschicken kann. Die Sprüche sind manchmal wirklich zum Schmunzeln, sodass mein Freundeskreis so manches Mal eins der Bilder völlig ohne Zusammenhang zugeschickt bekam ;). Die Reaktionen waren teilweise ziemlich witzig.


Das Spiel ist darauf ausgelegt, mehrfach gespielt zu werden, um auch alle Enden und Gegenstände zu erspielen - ich persönlich habe aber dafür nicht so richtig den Ehrgeiz, sodass irgendwann mein Freund (der da richtig begeistert von war) das Handy übernommen hat. Wenn man es nur einmal durchspielt, hat man auch "nur" etwa 15-20min Spielspaß würde ich schätzen, damit rechtfertigt sich wohl auch der niedrige Preis. Für die begeisterten "Ich will alle Enden"-Spieler gibt es dann noch eine kleine Landkarte, auf der Man den Punkt in der Geschichte auswählen kann, von dem aus man wieder starten will - man sieht so auch, von wo aus noch Storypfade fehlen. Es ist also nicht so, als müsste man alles noch mal von vorne machen, um dann nicht zu wissen, ob man sich an Stelle X für Ende Y richtig entschieden hat, da hat jemand super mitgedacht :)!
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Mein Fazit: Ein super unterhaltsames und spannendes Spiel, vielleicht auch eine super Idee, um mal einen Lesemuffel an eine fortlaufende Geschichte zu bringen? :) Die Enden waren sehr überraschend, die Atmosphäre düster und packend - im Prinzip bekommt man hier einen kurzen Jugend-Psycho-Thriller (Was für ein Genre...!) zum Mitmachen. Für mich persönlich hätte die Geschichte noch etwas länger sein können, weil mir für mehrmaliges Durchspielen einfach die Motivation fehlt.