Lisa Sonnenschein
Weil der erste Teil ihrer Buchreihe "Berlingtons Geisterjäger" von Amalia Zeichnerin ein neues Kleid erhalten hat, habt ihr heute die wunderbare Gelegenheit, eines der "erstbekleideten" Printexemplare - auch noch signiert - zu gewinnen :)! Yay!

Damit ihr auch wisst, worauf ihr euch da einlasst, will ich euch natürlich den Klappentext nicht vorenthalten:

London, im Herbst 1887. Als zwei Männer kurz nach Halloween in London spurlos verschwinden, untersucht der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches den Fall – gemeinsam mit dem wohlhabenden jungen Erben Lord Berlington, der irischen Hexe Fiona, der Künstlerin Nica und der älteren Spiritistin Giselle. Haben sie es hier mit Geistern zu tun? Und was hat es auf sich mit dem charismatischen jungen Dandy Damian, der Lord Berlington in seinen Bann zieht? Hintergrund: "Berlingtons Geisterjäger" ist eine Mischung aus Urban Fantasy, Gay/Lesbian Romance, Steampunk und ein wenig Gothic Horror. Im Jahr 1887 sind der technische Fortschritt und die Industrialisierung kaum aufzuhalten im Britischen Königreich und in anderen Teilen der Welt. Die Luftschifffahrt, Automobile und die Verbreitung der Elektrizität sind nur einige Beispiele für die technischen Errungen-schaften der letzten Jahrzehnte. Freischaffende Erfinder entwickeln ungeahnte Geräte und Maschinen. Doch auch das Mystische fasziniert die Menschen dieser Zeit – der Glaube an Geister, Okkultismus, Seáncen und andere esoterische Praktiken erfreut sich großer Beliebtheit. Und manch einer behauptet gar, Geister, Dämonen oder Feen gesehen zu haben …
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Okay, der Klappentext passt und ihr habt Lust auf das Buch? Dann ist Mitmachen ganz einfach - beantwortet mir ganz einfach die folgende Frage:

Was befindet sich höchstwahrscheinlich in dem unten abgebildeten Umschlag?

Bedingung: Seid bloß nicht realistisch! Das Portal in eine andere Welt? Eine Regenwurm-Familie? Die Bundeslade? Aristoteles' verloren geglaubte Abhandlung über die Komödie? Ich bin gespannt, was euch einfällt - die verrückteste Idee gewinnt!

Was ist bloß in diesem Umschlag??
Teilnehmen könnt ihr bis kommenden Sonntag (18.02.2018) um 23:59 Uhr. Den/die GewinnerIn werde ich am Montag benachrichtigen.
Viel Glück!

Die Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärst Du dich einverstanden, dass Du als Gewinner öffentlich genannt werden darfst.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Lisa Sonnenschein
Willkommen zur Release-Party von Sabine Hentschels "Drachenseele". Heute ist schon der zweite Tag unserer Tour - wenn ihr gerne mehr über die Buchreihe erfahren, Textschnipsel lesen und am Gewinnspiel teilnehmen wollt, geht es hier zum entsprechenden Facebook-Event. 
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Drachen sind in High- und Urban Fantasy eigentlich allgegenwärtig. Zusammen mit Vampiren und Werwölfen führen sie wohl sämtliche Toplisten der romantisierten Sagengestalten in der Fantasyliteratur an. Aber woher kommt eigentlich das mythologische Wesen "Drache" - und wo wird er wie dargestellt? Das könnt ihr hier nachlesen.
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Bild von Pixabay
Unser Wort für "Drache" kommt aus dem Griechischen - dort bedeutet "drakon" so viel wie "große Schlange". Und das deutet auch schon darauf hin, was Drachen ursprünglich sind. Häufig werden sie schlangenartig dargestellt, fast immer sind sie Mischwesen, z.B. mit Vogelkrallen oder einem Löwenkopf. Etwa vor 6000 Jahren begegnen uns die ersten Abbildungen von drachenähnlichen Wesen, die den Mythos angestoßen haben.

Bei uns und auch im fernen Orient hat der Drache einen verdammt miesen Ruf. Er gilt als Unheilbringer, verschlingt Jungfrauen, vernichtet Ernten, spuckt Feuer, hortet gestohlene Schätze. In der Gestalt eines Lindwurms muss Siegfried auch in den Deutschen Heldensagen einen Drachen bekämpfen, dessen Blut ihn unverwundbar macht. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Erhaltung dieser Schauergestalt spielt tatsächlich die Bibel. Sie beschreibt den Drachen als verkörperten Teufel, als feuerfarben mit sieben Köpfen und zehn Hörnern (also eher Hydra-artig). Immer ist er falsch und hinterhältig, der Kampf gegen ihn gleicht dem Kampf gegen das Böse und die Versuchung.
Bild von Delta-9 http://bit.ly/2EJJwpP

In der Wappenkunde wird der Drache demnach auch als Sinnbild verwendet - der Träger des Wappens oder des Schildes sollte besonders gottesfürchtig sein und den Kampf mit seinen inneren Dämonen bestehen. Aus dieser Ecke stammt auch die Figur des "Wyvern", ein zweifüßiger Drache mit Schlangenleib und Flügeln, der ursprünglich nur auf Wappen Verwendung findet.

Aber der Drache ist nicht überall auf der Welt so in Verruf geraten. Im alten China galt er schon immer als Glücksbote und Regenmacher, ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auch als Zeichen der Stärke des Kaisers wurde er dort häufig angesehen. 
Künstler: Sergey Yakushev
http://yakushevkunst.com/

Eine andere wunderbare Geschichte über Drachen durfte ich mir auf der letzten Leipziger Buchmesse anhören. Dort erzählte mir ein russischer Künstler, dass der Drache in den kalten Gebieten seiner Heimat häufig mit Fell überzogen dargestellt wird und eher unserer Vorstellung eines "Taschendrachen" entspricht - eine Art gutmütiges Heinzelmännchen, das die Nähe der Menschen sucht. Links seht ihr eine Zeichnung des Künstlers, die er meiner Mutter Tine gewidmet hat. Grundsätzlich scheint der Drache aber überall an Prestige gewonnen haben. In der modernen Fantasy-Literatur und auch in Filmen wird er häufig als weiser Ratgeber, Retter in der Not oder starker Beschützer dargestellt. 
Bild von http://bit.ly/2EJH9mP
Denken wir an die Eragon-Reihe, die vier Wahrheiten von Dawn Cook, oder die Unendliche Geschichte, dürften eher ganz viele sehnsuchtsvolle Seufzer zu hören sein, als panische Schreie.

Wer hätte es gedacht, auch in "Drachenseele" sind die schuppigen Wesen nicht die finsteren Unheilsbringer, die sie noch im europäischen Mittelalter gewesen sein sollen. Die "Drachenkinder" sind hier Mischwesen aus Mensch und Drache, die unter bestimmten Umständen ihre Gestalt wechseln können. Mit ihrer halb/halb-DNA zählen die Drachenkinder also definitiv zu den modernen Drachenadaptionen und fügen sich eher weniger in die Reihe der historischen Sagengestalten ein.

Wer mehr wissen möchte, der sei auf die Homepage der Autorin eingeladen - viel Spaß beim Reinlesen! =)

Lisa Sonnenschein
Auf der Buch Berlin habe ich mich mit Anja Stephan unterhalten - einer supersympathischen Autorin, die mit ihrem Buch "A Fairy Tale" einen eigenen Stand dort hatte. Wir haben herrlich über klischeehafte Liebesromane ausgelassen und endlich, endlich gibt es auch eine Rezension zu ihrem Buch von mir :). Wer Lust hat, sich die Autorin mal näher anzuschauen, folge diesem Link.
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Scott und Gwendolyn scheint irgendwie mehr zu verbinden als eine gemeinsame Schulausbildung. Immer wieder laufen sich der Gentleman und die toughe Powerfrau aus der Pariser Oberschicht über den Weg. Das Schicksal führt sie bald zusammen auf eine Abenteuerreise ins Ungewisse - zwischen alten Gemälden, staubigen Büchern und finsteren Gestalten aus der Unterwelt müssen beide ihren eigenen Weg finden.

Klingt jetzt, wie der Auftakt zu einer superkitschigen Liebesgeschichte mit zweitrangigem Storyverlauf. Ha! Genau das ist es NICHT (ihr kennt meine Einstellung zu solchen Geschichten). Es ist wirklich wunderbar, wie sich die Dinge zwischen unseren Protagonisten entwickeln, ohne dass es flach wird, oder alle zwanzig Seiten jemand mit jemandem schlafen müsste. Eine sehr erwachsene Geschichte und eine großartige Charakterentwicklung!

Auch sehr schön: Immer wieder begegnen einem passende Zitate von den Größen der Dichtkunst, die in den Textverlauf eingeflochten wurden - das und Scotts Liebe zu antiken Büchern sowie Gwendolyns Leidenschaft für Kunst sorgen für das gewisse Etwas und immer wieder kleine Überraschungen. Ich bin zweimal sogar der Versuchung nachgekommen, die Zitate noch mal zu googlen.

Ein paar Negativpunkte habe ich dann allerdings auch noch. Erstens kommt leider die Erzählperspektive im Buch immer wieder durcheinander. Häufig wusste ich nicht, wer grade "denkt", die merkwürdigen Absätze haben da auch zu meiner Verwirrung beigetragen. Dazu kam noch, dass so einige Details im Buch beschrieben wurden, die nicht zur Plotentwicklung beitragen konnten. Da hätte ein Ausmisten dem 700-Seiten-Roman sicher noch mal gutgetan.

Alles in allem ist "A Fairy Tale" ein Buch der etwas anderen Art - und als solches habe ich es ohnehin schon ins Herz geschlossen. Wunderbare Charaktere, coole Schauplätze und immer wieder kleine Hinweise auf andere Bücher und Geschichten konnten mich über kleinere formale Fehler und die umfangreichen Beschreibungen hinwegtrösten. Von mir gibt's eine Leseempfehlung für alle, die die immer gleichen Liebesromane satt haben!
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Anja Stephan: A Fairy Tale, Die Suche nach dem blauen Herz. Erschienen am 4. April 2017 bei epubli. Kostenpunkt: 19,99€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Es reißt nicht ab. Aber ich verspreche - das ist erstmal wieder das letzte Buch aus der Reihe "Lisa muss jetzt mal ein verbuchtes emotionales Einzelschicksal lesen!"
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Sammie steht kurz vor dem Schulabschluss und gibt alles, um danach auf die Universität in New York gehen zu dürfen. Kurz bevor sie ihr sehnlichstes Ziel erreicht hat, bekommt sie allerdings eine furchtbare Diagnose. Durch eine unheilbare Krankheit wird sie ihr Erinnerungsvermögen verlieren und ihren Körper bald nicht mehr kontrollieren können.

Das komplette Buch ist in Tagebuchform geschrieben. Das macht die Einträge von Stimmung zu Stimmung sehr unterschiedlich - besonders als sich die ersten Symptome der Krankheit zeigen, demonstriert die Autorin auf beeindruckende Weise, wie spielerisch sie ihren Erzählstil anpassen kann. Von langen, ausufernden Beiträgen wird schon mal zu ganz kurzen, wirren Sätzen gewechselt - und teilweise auf korrekte Rechtschreibung verzichtet. Ein sehr schön verwendetes Stilmittel, um den Leser emotional zu binden.

Sammie ist eine spezielle Protagonistin. Sie versucht, stark zu bleiben - das äußert sich auch mal durch (ich sage mal nett) "jugendliche" Sprache und enthusiastische Schwärmereien über die Zukunft. Ich kann mir vorstellen, dass sie mit ihrer forschen Art nicht bei allen Lesern gut ankommt - es ist aber einfach ihre Art, mit dieser Situation umzugehen und zu überspielen, dass sie darunter leidet. Ich konnte mich sehr gut damit identifizieren.
Sprachlich ist die Geschichte geprägt von derbem Humor, Wortspielen und Anspielungen. Ich habe so manches Mal grinsen müssen.

Was mich dann doch noch genervt hat: In den Lebenslauf der Protagonistin wurde für mich überflüssigerweise noch eine Romanze der besonderen Art eingebaut. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Teil reduzierter stattgefunden hätte - er wirkte für mich hölzern und gewollt dramatisiert.

Mein Fazit: "Was von mir bleibt" ist ein spezielles Buch, das sicherlich nicht für jeden gemacht ist. Für Freunde von spitzfindigen schwarzhumorigen Wortspielereien, die bereit sich, sich auf den außergewöhnlichen Leidensweg der Teenagerin einzulassen, kann ich es jedoch nur hochhalten. Eine besondere Geschichte!
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Lara Avery: Was von mir bleibt. Erschienen am 30. November 2017 im Carlsen Verlag. Kostenpunkt: 19,99€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Hier haben wir noch mal was fürs Herz! Eine jugendliche Geschichte, die ich über den Carlsen Verlag in die Finger bekommen habe :)
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Dill hat es im Leben nicht einfach - sein Vater im Gefängnis, beide Eltern religiöse Extremisten. In der Schule ist Dill ein Außenseiter, er und seine beiden besten (und irgendwie auch einzigen) Freunde haben nur sich selbst - und merken im letzten Schuljahr, dass ihre Vorstellungen von der Zukunft nicht so vereinbar sind, wie das gedacht war...

Das klingt jetzt so, als würde in diesem Buch nicht besonders viel passieren. Dem ist auch tatsächlich so! "Zusammen sind wir Helden" fesselt nicht durch spannende, actiongeladene Passagen. Die Charaktere sind es, die die Geschichte ausmachen. Stück für Stück lernen wir den gebrandmarkten Sohn, die toughe Modebloggerin und den liebenswürdigen Fantasyfan kennen und ihre Beweggründe verstehen. Die Charakterentwicklung in diesem Buch ist wirklich unheimlich überzeugend und gut gemacht!

Das Buch spielt damit, den Leser auf die emotionale Ebene zu ziehen und dann wird schon über minimale Ereignisse in der Welt unserer Protagonisten die maximale Wirkung erzielt.
Das Leseerlebnis war für mich irgendetwas zwischen "wunderschön" und "ich bin total zerstört" - ich kann mir vorstellen, dass besonders Menschen aus der Generation unter meiner (hier ist das Geständnis, ich bin alt^^!) daraus unheimlich viel mitnehmen können. Im positiven Sinne! Mich jedenfalls beschäftigen Dill und seine Freunde immer noch.

Mein Fazit: "Zusammen sind wir Helden" ist eine unheimlich berührende Geschichte, die viel über Freundschaft, Zusammenhalt und den Umgang mit Schicksalsschlägen zu sagen hat. Die Redewendung "Wenn Kinder zu Leuten werden" ist quasi die Umschreibung des Inhalts dieses Buches.

Eine definitive Leseempfehlung für alle Altersklassen von mir dafür - ein wahnsinnig tolles Buch!
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Jeff Zentner: Zusammen sind wir Helden. Erschienen am 21. Dezember 2017 im Carlsen Verlag. Kostenpunkt: 17,99€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Okay, es ist lateinisch und es geht um irgendwas mit Büchern. So weit so gut - aber was genau ist eigentlich dieses mysteriöse "Exlibris", das einem nur ganz selten mal begrifflich entgegenspringt, dann aber mit umso größerer Verwirrung stehen lässt?
Ich versuche mich mal an einer Erklärung.
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Wir alle sind ihm unheimlich dankbar, denn ohne ihn gäbe es unser allerliebstes Hobby heute nicht in der uns bekannten Form. Johannes Gutenberg erfand um das Jahr 1440 herum den Buchdruck und machte so das Medium "Buch" zugänglich für jedermann. Es dauerte gar nicht lange, da schossen die ersten Bibliotheken aus dem Boden - der Buchverleih florierte.

Bald merkte man jedoch, dass es gar nicht doof ist, die eigenen Bücher vor Diebstahl zu schützen, denn wurden Bücher entwendet, konnten sie ganz problemlos einfach weiterverkauft werden. Man fing also an, vorne handschriftliche Vermerke in die Bücher zu integrieren. Weil das wenig kunstvoll ist und einen ja auch irgendwie in der Zeit zurückwirft (wir drucken doch jetzt und schreiben nicht mehr!), gab es bald - zum Ende des 15. Jahrhunderts - das erste Exlibris. Das waren kleine bedruckte oder bestempelte Papierschnipsel, die einfach vorne ins Buch geklebt wurden. Einen Stempel selbst zu verwenden, um die Farbe direkt ins Buch zu bringen, galt in gehobenen Kreisen als "gewöhnlich".

Albrecht Dürers Exlibris für
Hieronimus Ebner
Jede Bibliothek, jedes Adelshaus, später jeder Privathaushalt hatte jetzt also sein eigenes, unverkennbares Exlibris. Es gab eine regelrechte Szene um diese Symbole herum, eine eigene kleine Heraldik (Wappenkunde) entstand. Albrecht Dürer, Hans Holbein der Jüngere - bekannte Kunstgrößen entwarfen Stempel für den wohlhabenden, bibliophilen Haushalt.

Merkwürdigerweise verschwand diese Begeisterung für die kleinen "Buchwappen" fast vollständig - erst um das Jahr 1880 tauchen wieder vereinzelte Neuschöpfungen auf, allerdings erreicht das Exlibris nie wieder seinen künstlerisch hohen Wert, vielmehr dient es jetzt wieder recht pragmatisch (und nun auch ganz profan in direkt gestempelter Form) der Kennzeichnung von Büchern. 1891 wurde schließlich die Deutsche Exlibris Gesellschaft e.V. gegründet. Diese bringt auch heute noch ein Jahrbuch heraus und hält mit der Nennung des "Exlibris des Monats" auch moderne Interpretationen der Siegelung hoch.
Moderne Interpretation eines "Exlibris"
Hier von Carmen Sevilla, gefunden auf
Pinterest

Der Ausdruck "Ex Libris" bedeutet übrigens nichts anderes als "Aus den Büchern (von)" - häufig wird wegen dieser Übersetzung auch der Name des Besitzers im Wappen hinzugefügt.

Und wenn ihr jetzt Lust habt, gebt doch einfach mal in die Google-Suche Exlibris ein und lasst euch überraschen, wie harmonisch ganz traditionelle Motive Seite an Seite mit modernen Interpretationen stehen. Ich könnte mich ewig durchscrollen...
Lisa Sonnenschein
Endlich mal wieder ein Rezensionsexemplar aus dem Carlsen Verlag! Ich habe ja auch schon verflixt lange nichts mehr aus seinen Reihen gelesen - und dazu gibt es noch Bonuspunkte obendrauf: Denn das hier ist mein erstes Königskind Buch!
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Wir schreiben das Jahr 1919. Henriettas Leben wurde grade ziemlich auf den Kopf gestellt. Ein neues Haus, eine fremde Umgebung und die schwere Krankheit ihrer Mutter machen ihr ziemlich zu schaffen. Und dazu kommen noch mysteriöse Schatten und finstere Gestalten, die außer Henry irgendwie niemand wahrzunehmen scheint...

Wer nach dem sehr mysteriösen Klappentext (zum Beispiel hier nachzulesen) einen jugendlich-versonnenen Fantasyroman erwartet, wird mit "Der Gesang der Nachtigall" nicht glücklich werden. Das Buch zeichnet sich durch eine sehr ruhige Handlung aus, die durch spannend-düstere Momente ihre Faszination erhält.
Dem Ganzen in die Hand spielt auch die Zeitperiode, in der die Geschichte angesiedelt ist. Wir befinden uns in der Nachkriegszeit, viele Familien haben ihre Söhne und Väter verloren, es herrscht eine bedrückte Stimmung. Dazu kommt noch die (pardon) jämmerlich entwickelte Humanmedizin, mit deren Anhängern Henry im Namen ihrer Mutter immer wieder zu kämpfen hat.

Henrietta ist im Allgemeinen eine sehr sympathische Protagonistin, dennoch gab es Stellen, in denen sie mir auf das klassische "Misch dich nicht in den Kram der Erwachsenen ein" zu passiv reagiert hat. Obwohl sie für ein Mädchen des 20. Jahrhunderts sehr aufmüpfig und neugierig handelt, schafft sie es immer wieder, in den falschen Situationen die falschen Fragen zu stellen. Und obwohl das Buch zum Miträtseln anregen möchte, geht da ein bisschen was verloren - man ahnt als Leser, dass alles gutgegangen wäre, hätte Henry an dieser oder jener Stelle richtig gehandelt.

Insgesamt ist "Der Gesang der Nachtigall" ein wirklich lesenswertes Buch, das mir gut gefallen hat. Unstimmigkeiten zwischen angesetzter Zeitperiode und modernem Erzählstil geben Abzüge in der B-Note, haben mein Leseerlebnis aber nicht ernsthaft getrübt. Jüngere Leser ab 14 Jahren dürften hier voll auf ihre Kosten kommen!


Lucy Strange: Der Gesang der Nachtigall. Erschienen am 29. September 2017 im Königskinder Verlag. Kostenpunkt: 18,99€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Kurze Vorwarnung - dieses Buch setzt sich mit dem Thema Mobbing auseinander. Wenn das ein für euch sehr sensibles Thema ist, solltet ihr euch vorher gut überlegen, ob ihr es lesen wollt, denn es wird sehr emotional...!
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Juli hat nach einem traumatischen Ereignis in der Familie ihre Schule gewechselt. In ihrem neuen Leben hat sie Freunde, eine großartige Schule und ihre liebevollen Eltern als Unterstützung hinter sich.
Als ein neues Mädchen in ihre Klasse kommt, muss Juli allerdings sehr bald einsehen, dass sich ihre Vergangenheit nicht so einfach ablegen lässt...

Das Buch beginnt super emotional und lässt zu keinem Zeitpunkt darin nach. Ich habe schon sehr lange kein Buch mehr gelesen, dass mich nicht mehr loslassen wollte - an einem einzigen Tag war es verschlungen.
Die Handlung, das Setting an einem Internat und die Erzählweise sind jugendlich gehalten und richten sich vermutlich eher an ein jüngeres Publikum (als mich^^). Dennoch würde ich das Buch als all-age-Roman bezeichnen, zum Beispiel dürften sich auch Eltern sehr gut in Juli hineinversetzen können.

Juli ist eine sehr sympathische Protagonistin, was für den Verlauf der Handlung sehr wichtig wird, weil sie eine eher passive Rolle einnimmt. Sie geht nicht auf eine epische Heldenreise und kämpft gegen das Böse, sondern wird in allerlei Handlungen verwickelt, in denen es essenziell ist, dass sie für den Leser richtig und nachvollziehbar handelt. Das ist der Autorin hier blendend gelungen! Ich bin selber immer noch ein bisschen überrascht, wie gut die Charakterkonstellationen aufgehen und wie alles ineinander greift.

Und endeffektlich war "Juli im Winter" das erste Buch seit etlichen Jahren, das mich zum Weinen gebracht hat. So richtig schlimm. Mit Schluchzen und Tränen auf den Brillengläsern. Dieses Buch hat mich berührt und seine Geschichte beschäftigt mich immer noch so manchen Abend. 

Ehrlich - danke für dieses Buch. Es war ein richtiges Highlight für mich.


A. L. Kahnau: Juli im Winter. Erschienen am 8. Dezember 2017 via Books on demand. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.