Lisa Sonnenschein
Von Zeit zu Zeit packt es mich und ich bekomme Lust darauf, eines dieser ganz schweren Bücher zu lesen, deren Geschichte einem noch ewig nachhängt. Meistens endet das mit einem Ausflug in die 2.-Weltkriegs-Literatur, dieses Mal ging ich jedoch mit dem Mädchen in Scherben einen anderen Weg...

Vorsicht - sowohl im Buch als auch in der Rezension geht es um Menschen, die sich selbst verletzen. Wer mit dieser Thematik nicht umgehen kann oder möchte, sollte hier nicht weiterlesen.
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Charlottes Geschichte beginnt für uns in einer Klinik für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten. Denn Charlie hat nie gelernt, wie sie mit all dem Schmerz umgehen soll, der ihr in ihrem Leben schon begegnet ist, also hat sie ihn gegen sich selbst gerichtet... Am Ende ihrer Therapie weiß sie nicht, wohin mit sich - und sieht sich auf einmal mit der Außenwelt konfrontiert, in der sie nicht in alte Muster zurückfallen darf.

Diese Geschichte strahlt eine Atmosphäre aus, die einen total gefangennimmt. Obwohl ich Charlies Gefühle und Handlungen teilweise nicht nachvollziehen kann, habe ich über ebendiese noch sehr lange gegrübelt und war generell jedes Mal, wenn ich das Buch aufschlug, war ich unwillkürlich niedergeschlagen. Ein beeindruckender Effekt!

Leider geht der im Laufe der Handlung ein wenig verloren, weil die Autorin krampfhaft versucht, allerhand Situationen aufzulösen. Das passt aber a) nicht mit der besagten Atmosphäre zusammen und b) wirkt es bei der Thematik des Buches extrem unglaubwürdig, fast verkrampft. Als würde man mitten in der Grimm-Version von "Dornröschen" zur Disneyvariante wechseln.

Sprachlich gefällt mir "Mädchen in Scherben" sehr gut. Es wird viel mit Vulgärsprache gearbeitet, das fügt sich aber für mich überzeugend und passend in die Erzählung ein (da interagieren 16,17-jährige obdachlose Trinker*Innen miteinander). Generell hat mich die Autorin gut durch die Geschichte gezogen und mich nicht stolpern lassen.

Mein Fazit: Ein spannendes Buch, das aber irgendwann den Abzweig zur authentischen Geschichte verpasst und zum Märchen wird. Leichte Literatur ist es aber auch nicht - die Triggergefahr schätze ich durch die sehr niederdrückende Stimmung als sehr hoch ein.
Begeistern konnte es mich nicht so recht...
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Kathleen Glasgow: Mädchen in Scherben. Erschienen am 21. März 2018. Kostenpunkt: 14,00€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Okay, mal ehrlich - ich weiß nicht mal, ob es das Wort "glorios" überhaupt gibt. Wenn nicht, sollte es erfunden werden. So viel dazu.

Teil 1 der Maschinen-Trilogie
Aber worum geht's hier eigentlich?
Die vergangenen vier Wochen standen im Zeichen des Buches "Maschinenschmerz". Carmen Capiti hat ihre Teammitglieder mit einer mysteriösen Mail rekrutiert und in einen Haufen Rätsel und Aufgaben hineingezogen. Aber mal von vorne!

Teil eins der Buchreihe von Carmen Capiti ist "Maschinenwahn" - ein Cyberpunkroman, in dem es um die Verbindung von Mensch und Maschine, eine mörderische Hetzjagd und den Untergrundkampf gegen die herrschenden nur vermeintlich zukunftsweisenden Bioengineering-Konzerne.
Teil zwei der Trilogie ist jetzt im April erschienen und um ihr Buch zu promoten, hat sich die Autorin unsere ganz eigene kleine Hetzjagd überlegt.
Wir sind Team Curie! Und damit Teil der Untergrundorganisation No-Hal. 

Unsere Mission: Den Technologiekonzern YNovac infiltrieren, Informationen sammeln, das System durchschauen und unter Umständen stürzen.
Aber wie kommen wir an die Informationen? Auf einem Wissenschaftskongress in unserer Nähe bot sich die perfekte Gelegenheit! 
Einige Mitarbeiter von YNovac sollten auch da sein - Tarnung war angesagt! Und so verkleideten wir uns als total seriöse, wichtige, wissenschaftliche Wissenschaftler (Aufgabe 1) und kamen tatsächlich (es ist kaum zu glauben...) an einen YNovac-Laptop! 

Schön - so weit so gut. Aber jetzt war das blöde Ding kennwortgeschützt und wir saßen vor einem Loginscreen ohne jeglichen Hinweis auf das Passwort (Aufgabe 2). Naja, stimmt nicht ganz. Unter dem Textfeld war eine Strukturformel abgebildet. 

Ein Kinderspiel! Der Stoff war bald identifiziert (wir erinnern uns: Schließlich sind wir total wissenschaftliche Wissen- schaftler) und das Kennwort gefunden. Wir landeten bei einer Leseprobe. Aber irgendwas war immer noch falsch...

Den Text hatte es unten total zerschossen - völlig unlesbar! Also wieder zurück an die Arbeit und den Text dekodieren. Aber vorher mussten wir unbedingt noch diesen supernervigen Sam möglichst kreativ loswerden (Aufgabe 3)! Im ernst - wer kann denn mit dem im Nacken schon vernünftig arbeiten?!

Dabei kamen die witzigsten Ideen rum: Vom Speeddating über ein manipuliertes Motorrad, bis hin zu einer Coffein-Überdosis oder kryptischen Tontafeln, die seinen Forscherehrgeiz für wenigstens ein paar Stunden fordern dürften, war alles dabei. Sam ausschalten für die nächste Aufgabe: Check!
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Diese Lösung hat sich Ali's Werk überlegt
Ich hab mir was überlegt!
Ich werde Sam ein Motorrad zur Verfügung stellen.
Der Schein trügt übrigens, die Super Tenéré sieht zwar oldfashion aus, ist aber selbstverständlich auf den neuesten technischen Stand.
Der Benzinmotor und der Auspuff sind nur für das Feeling und dienen rein der Optik.
Ausgestattet ist dieses Schätzchen mit allem Schnick-Schnack, den sich der moderne Biker wünschen kann.
Und da setzt meine Sabotage an!
Ich habe eine Platine modifiziert, so dass es ihm nicht mehr möglich ist, weiter wie bis in den zweiten Gang zu schalten - denn natürlich hat diese Maschine noch eine Gangschaltung, wo wäre sonst die Authentizität!
Bekanntlich macht es aber nicht lange Spaß, wenn man nicht hochschalten kann.
Da Sam bei seinen Studien in Russland nicht so sehr weit gekommen ist, dürfte es ihn eine sehr laaaange Zeit beschäftigen, bis er den Fehler findet!
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Endlich konnten wir also an die Entschlüsselung der Leseprobe (Aufgabe 4). Und das war gar nicht ohne! Es gab eine Entschlüsselungshilfe und dann ging es ans Buchstabenzählen. Denn der Trick war es, Zeilen, Wörter und Buchstaben im ersten Teil des Textes zu bestimmen und zu einem Link zusammenzufügen.

Aber auch das haben wir geschafft! Und sind damit als Team der Entlarvung von YNovac ein ganzes Stück näher gekommen!

Ich glaube, ich darf auch für die anderen Curies sprechen, wenn ich sage, dass wir wirklich viel Spaß bei dieser Challenge hatten. Die Aufgaben waren total kreativ und Carmen Capiti, unsere geheime Auftraggeberin und Autorin der Bücher, hat sich wirklich unglaublich viele Gedanken dazu gemacht, wie sie uns auf Trab halten kann! Vielen Dank, dass ich Teil dieser Aktion sein durfte und vielen Dank, dass ihr so cool mitgemacht und mitgelesen habt!


Lisa Sonnenschein
Ich mag Überraschungen! Zumindest wenn sie das Genre eines Buches betreffen. Denn nichts ist so erfrischend, wie ein bunter Genremix, der nicht dem entspricht, was man erwartet hatte.

Gut, kann halt auch scheiße sein...
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Irgendwie gerät der Kaufmann Jonah Hancock in den Besitz einer waschechten Meerjungfrau. Die zunächst lästige Errungenschaft erweist sich bald als etwas ganz Besonderes - und der einst einfache Kaufmann findet sich in gesellschaftlichen Kreisen wieder, in die er bisher nie Einblick hatte.

Worum es in diesem Buch nicht geht:
- Um mystische Meerjungfrauen und Unterwasserwelten
- Um eine kitschige Liebesgeschichte, die sich irgendwie um eine Meerjungfrau rankt

Vielmehr zeichnet die Autorin in diesem Buch ein wunderbar schillerndes Bild vom London des 18. Jahrhunderts. Die Meerjungfrau und der damit verbundene gesellschaftliche Aufstieg Jonah Hancocks sind eine Metapher für das Streben nach Glück, Wohlstand und Anerkennung, aber auch damit verbundene Hindernisse und eine dunkle Begierde, die sich erst ganz am Ende wirklich manifestiert.
Neben dem des Kaufmanns gibt es noch einen parallel gezeichneten Handlungsstrang - die Geschichte der Edelkurtisane Angelica Neal. Sie spürt das Ende ihrer Karriere nahen und rutscht plötzlich und unvermittelt vom Thron der gefeierten und begehrenswerten Begleiterin ab in Geldnöte und die Verachtung der einfachen Bevölkerung.

Der Verlauf der Geschichte ist weniger wie der eines Abenteuerromans, sondern eher der eines gesellschaftlich-historischen Dramas. Eingefleischte Fantasyfans, die sich eine locker-leichte Erzählung über Meerjungfrauen gewünscht haben, werden hier nicht auf ihre Kosten kommen.

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Ich fand das großartig!
Ich wurde in jede Empfindung, jedes Nase-Rümpfen der Londoner Gesellschaft, die Verzweiflung über fehlendes Geld, die Verschwendungs- und die Vergnügungssucht bedingungslos hineingezogen und bin verliebt in den sprachlichen Stil dieser Autorin. Besonders beeindruckend fand ich, wie sich die Charaktere stetig und drastisch verändern und man als Leser trotzdem nicht das Gefühl hat, es gäbe einen nicht-nachvollziehbaren Bruch (Lieblingsbeispiel: Der "Jemand-ist-gestorben-also-kann-ich-jetzt-mein-gesamtes-irrationales-Verhalten-damit-begründen"-Charakter).
Schade sind allerdings das sehr verspielte Cover und der Klappentext, der wohl andere Ansprüche wecken wird. Hier wird sich der Verlag sowohl einige enttäuschte Leserstimmen einfangen, als auch potenziell begeisterte Leser gar nicht erst ansprechen.

Mein Fazit: Ganz großes Kopfkino durch eine Debütautorin, die mich mit ihrem Buch wirklich überrascht hat - gleich in doppelter Hinsicht.
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Imogen Hermes Gowar: Die letzte Reise der Meerjungfrau. Erschienen am 29. März 2018 bei Bastei Lübbe. Kostenpunkt: 20,00€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Die Tickets für die Carlsen-Premiere am 3.05. haben 

Elisabeth
und
Casandra Krammer

gewonnen!

Herzlichen Glückwunsch ihr beiden! Wenn ihr mir fix eure Namen und die Namen eures jeweiligen Begleiters/Begleiterin zuschickt (entweder per Facebook oder an lille1012[at]aol.com), lasse ich euch auf die Gästeliste setzen und ihr braucht dann nur noch am Eingang ein Häkchen setzen lassen :).

Yay, Kino!
Lisa Sonnenschein
Irgendwie ist grade Gewinnspielmäßig merkwürdig viel los bei mir... Ist das jetzt mieses oder großartiges Timing?

Das Buch "Nur drei Worte" habe ich am letzten Wochenende innerhalb eines einzigen Tages gefressen. 
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Es erzählt die Geschichte von Simon, der über einen mysteriösen E-Mail-Kontakt Blue kennen lernt. Von dem weiß er so gut wie nichts - außer, dass sie auf dieselbe Schule gehen. Bald entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Verbundenheit, doch als jemand Simons E-Mails entdeckt, ändert sich für ihn alles und er sieht sich mit der Bewunderung, dem Mitgefühl, aber auch dem Hohn und Hass seiner Mitschüler konfrontiert.



Die Verfilmung dieses Buches wurde für dieses Jahr angekündigt. Am 28. Juni startet der Film in den deutschen Kinos. Allerdings hat der Carlsen Verlag da mal was vorbereitet - für eine Auswahl an Personen gibt es eine exklusive Film-Preview. Und zwar schon am 3. Mai! 
Heute könnt ihr Plätze auf der Gästeliste gewinnen und "Love, Simon" schon knapp zwei Monate vor dem Kinostart sehen. Bäm!
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Verlost werden 2x2 Tickets, die beiden Gewinner dürfen also noch jemanden mitnehmen.

Wichtig: Die Filmvorführung ist am 3. Mai um 19 Uhr in Hamburg im Cinemaxx Dammtor. Ihr solltet also nur an der Verlosung teilnehmen, wenn ihr die Möglichkeit habt, an diesem Abend in Hamburg zu sein. 
Vom Verlag getragen werden nur die Kinotickets, für An- und Abreise sowie evtl. anstehende Übernachtungen müsst ihr selbst sorgen.

Um teilzunehmen, hinterlasst mir einfach bis zum 1. Mai um 20 Uhr einen Kommentar hier oder auf Facebook.
Ich freue mich über Teilnehmer und vielleicht sehen wir uns dann bald im Kino!
Lisa Sonnenschein

Moin moin! Ich darf heute die Blogtour zu "Das dunkle Herz" von Lukas Hainer eröffnen und deshalb gibt es ein paar Buch-Klischees für euch! Diesmal: Klassische Charaktergruppen in Dystopien und dystopisch angehauchten Büchern.

In "Das dunkle Herz" wird die Protagonistin Anna in eine triste Wüstenstadt versetzt - sie hat keine Ahnung, wie sie dort gelandet ist, oder wo sie sich genau befindet. Nur eins ist klar: Wasser und Nahrung sind knapp und alleine wird sie nicht überleben.
Doch bald stellt sich heraus, dass auch andere den unfreiwilligen Weg ins Nichts antreten mussten. Es kommt, was kommen muss: Gruppen bilden sich. Aber was für Typen treffen da eigentlich aufeinander?


Der/die machthungrige Anführer*in
Aus irgendeinem Grund scheinen Autoren auf der ganzen Welt davon auszugehen, dass sich Menschen im Kampf ums Überleben immer unterordnen würden. Und zwar unter eine machtgeile, narzisstische Anführerin*. Dieser Typ macht unseren Protagonisten das Leben wirklich schwer. Er oder sie spricht unbegründete Verbote aus und wehrt sich gegen jede Art von Innovation - aus Angst, seine übergeordnete Position zu verlieren. Er/Sie ist dabei aber nicht plump oder einfach blöd. Der/die AnführerIn wird meist intrigant und hinterlistig dargestellt - mein Musterbeispiel: Präsident Snow aus den Hungerspielen. In "Das dunkle Herz" wird die Rolle von Àlvarez übernommen, einem spanischsprachigen Egomanen.

Der/die Rationalist*in
Während alle anderen in schierem Gefühlchaos versinken, wird unsere Rationalistin immer einen kühlen Kopf bewahren, zur Besonnenheit aufrufen und die Dinge erst einmal überdenken wollen. Sie/Er kriegt sich daher öfter mal mit dem aufbrausenden Impulsiven in die Wolle.  Diese Rolle wird in Büchern und Filmen auch gerne vom Nerd in der Gruppe übernommen. Obwohl ich diesen Charakter sehr häufig in dystopischen Büchern kennengelernt habe (zum Beispiel in den Hungerspielen mit Beetee), findet sich in "Das dunkle Herz" kein_e lupenreine_r Rationalist_in, vielmehr übernimmt unsere Protagonistin Anna einige dieser Züge. Ein häufig gewähltes Motiv in dem Zusammenhang: Die total logisch und nachvollziehbar denkende Person, die aufgrund ihrer zurückhaltenden Art die Lösung aller Probleme nicht gegen den Rest der Gruppe durchsetzen kann.


Der/die aufbrausende Impulsive*
Dieser Charakter bringt Schmiss (und jede Menge Ärger) in die Gruppe. Er oder sie hat seine Gefühle nicht zu jeder Zeit unter Kontrolle und handelt überstürzt, womit er sich viele Feinde schafft. In der Regel mag man ihn als Leser auch nicht besonders, weil er* gerne nicht nachvollziehbare Fehler macht, die jedoch auch Spannung in die Handlung bringen und Plotlöcher vermeiden - denn die Impulsive handelt nun einmal irrational. Kennt ihr noch Merle aus "The Walking Dead"? Er und Eric aus "Das dunkle Herz" sind wunderbare Beispiele für aufbrausende Typen.

Der/die Seelsorger*in
Der Seelsorger in der Runde bringt die Leute zusammen. Er versorgt Wunden, spricht gut zu, erzählt Geschichten und kann vom Leser eigentlich gar nicht nicht gemocht werden. Klischee: Der Seelsorger ist eigentlich immer weiblich, häufig auch etwas älter als unsere Protagonisten. Sie steht nie im Mittelpunkt, ist aber eine sehr wichtige Stütze für alle in der Gruppe - nicht einmal der Impulsive kann ihr/ihm lange böse sein. Im Buch ist die liebe Poppins die Verkörperung dieses Typs - sie ist einer meiner Lieblingscharaktere!


Natürlich finden sich nicht nur in "Das dunkle Herz" noch jede Menge anderer Charaktere, diese hier finde ich aber in Weltuntergangsszenarien immer wieder. Und solange die Personen nicht zu stereotyp dargestellt sind, sondern auch noch ihre Eigenheiten mitbringen, finde ich es auch sehr angenehm, diese Typen wiederzuentdecken - jedes Mal neu und irgendwie anders.
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Okay, Klischees hin oder her - natürlich habt ihr im Rahmen dieser Blogtour auch die Chance, eines von drei Exemplaren von "Das dunkle Herz" zu gewinnen! Beantwortet dazu einfach bis zum 26.04.2018 um 23:00 Uhr auf allen vier teilnehmenden Blogs die Frage unter den Beiträgen und ihr seid dabei. Meine Aufgabe an euch lautet folgendermaßen:

Nennt mir einen Buch-/Film-/Comiccharakter, der sich in eine der Gruppen einordnen lässt (und den ich noch nicht genannt habe). Ich bin echt gespannt, wer euch da noch zu einfällt! Ganz viel Glück!

Die anderen teilnehmenden Blogs sind diese hier:
Das Bücherregal
Happy Booktime
Rainbookworld



Die Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärst Du dich einverstanden, dass Du als Gewinner öffentlich genannt werden darfst.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Lisa Sonnenschein
Im Rahmen einer Blogtour habe ich dieses Buch in die Pfoten bekommen. Wie der Buchbösewicht der Geschichte sich so gibt, habe ich euch erzählt. Jetzt aber mal von A bis Z die Rezension dazu!
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Was bringt drei sehr ungleiche Heldenteams mit ganz unterschiedlichen Interessen zur Rettung des Universums zusammen? Ein untoter Revolverheld und ein Streifenhörnchen, ein geflügelter Zentaur und eine Dämonenjägerin, ein fliegender Roboterkopf, ein Weltraumritter und eine Androidin finden es heraus. Das Bindeglied: Zeitzwerg Nimb und eine verheißungsvolle Prophezeiung zur Rettung der Welt (oder so).

Ganz ehrlich: Wer eine tiefgehende Story mit unerwarteten Plottwists sucht, ist hier an der falschen Stelle. Ein Heldengespann, das auf die Suche nach einer magischen Waffe geht, um den finsteren Fiesewicht zu besiegen, eine Prophezeiung, die es zu erfüllen geht und - wie sollte es auch anders sein - die Liebesgeschichte auf dem Seitenstreifen. 
ABER das ist auch nicht das, was dieses Buch vorhat. Es nimmt all diese verkrusteten Klischees und dreht sie einmal durch den Fleischwolf, lässt sie durch die Charaktere bewusst thematisieren und hält einem immer wieder den Spiegel vor. Das wird wirklich unheimlich witzig, ich habe mich so manches Mal dabei erwischt, wie ich hemmungslos vor mich hin gekichert habe. Die pfiffige, manchmal rotzig-freche Erzählweise dieses Autors ist einfach nur absolut mitreißend!

Ich liebe wirklich all die Charaktere, die im Buch aufgebaut werden. Jede/r hat seine Eigenarten, alle sind schrullig-sympathisch. Man merkt, dass der Autor dieses Buches recht vertraut mit dem Rollenspiel ist - die Szenerien werden toll geschildert und die handelnden Personen sehr differenziert dargestellt (Chapeau bei so vielen davon!).
Auch großartig: Es gibt keine verunglückten Pointen, bei denen Witze gewollt wirken oder falsch ankommen. Witzige Textpassagen haben mich einfach und unkompliziert zum Schmunzeln gebracht - ein sprachlich total locker-leichtes Buch.

Mein Fazit: Wer Lust hat auf eine Fantasygeschichte der anderen Art, wer sich auf ein wirklich komisches Buch einlassen mag, der sollte hier auf jeden Fall zuschlagen. Menschen, die sich selbst als "Nerd" bezeichnen würden, dürften in dieser Welt gleich doppelt zu Hause sein - ich habe mich auf jeden Fall richtig, richtig gut amüsiert beim Lesen! Mehr davon!
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Mario Hammer: Time Dwarf's Inn. Erschienen am 19. April 2017 bei Books on Demand. Kostenpunkt: 11,99€ als Taschenbuch.

Lisa Sonnenschein

Ich bin die Teamleiterin von Team Curie!
Aber wer ist sie überhaupt? Wessen Team tretet ihr für den wilden Ritt durch den futuristischen Untergrund bei?
Curie ist eine Rebellin durch und durch! Obwohl sie in sehr behüteten Verhältnissen aufgewachsen ist, landete sie auf der Straße. Das Chemiestudium hat sie geschmissen und arbeitete in einem Drogenlabor, um über die Runden zu kommen.

Curie ist ein Punk! Ihren Laborkittel hat sie mit allerlei Buttons und Parolen verziert, die Musik muss laut sein und überhaupt liebt sie es, Dinge mit viel Krawumm in die Luft zu jagen. Das Chaos ist ihr Metier, so wirklich ordentlich wirkt ihr Schreibtisch links ja jetzt auch nicht.

Menschlich kommt Curie wunderbar mit ihren Teamkollegen aus - also wenn man mal Sam ausnimmt, der ihr fürchterlich auf die Nerven fällt.

Fraglich ist dann auch noch, was es mit Curies Schwärmerei für Kristyna auf sich hat. Läuft da womöglich noch was? Lassen wir uns mal überraschen...!
Wenn ihr Lust habt, für eine coole Challenge kleine Rätsel und Aufgaben zu lösen und mein #teamcurie mit mir zum Sieg zu führen, könnt ihr euch über diesen Link ganz einfach und unverbindlich anmelden und mitmachen. Tschakka!



Lisa Sonnenschein

Willkommen, finstere Gesellen und solche, die es noch werden wollen! Heute geht's für uns auf die dunkle Seite der Macht!

Achja, wer kennt ihn nicht, den ultimativen Gegenspieler, das pure Böse, die Personifikation der Finsternis! In so vielen Büchern (und Filmen) ist er der allseits gehasste Antagonist - und dabei eigentlich stinklangweilig! Denn was macht ihn überhaupt so aus...?
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1) Martialisch aussehen
Schwarz ist das neue Schwarz! Was ein vernünftiger Fürst der Finsternis sein möchte, trägt gefälligst Schwarz. Und eine möglichst brutal aussehende Rüstung. Und Hörner! Und nach Möglichkeit eine magische Waffe! Groß, breitschultrig und gefährlich soll es sein. 


"Er trug ein nachtschwarzes Gewand, schwarze Hosen, ein schwarzes Oberteil sowie noch schwärzere Handschuhe. Seinen ebenfalls schwarzen Brustpanzer zierten fein drapierte, kupferfarbene Rippen, und der filzige Pelzkragen ging fließend in einen - man mochte es kaum glauben - schwarzen Umhang über."
"Time Dwarf's Inn", Seite 85f.

2) Die richtige Motivation haben
Warum ist der fiese Möpp eigentlich so fies? Richtig, er hat keine Ahnung! Er strebt nach Macht und will die Welt ins Chaos stürzen. Den Auslöser kennt er allerdings selbst nicht so richtig. Mutterkomplexe? Eine gescheiterte Beziehung? Blähungen? Nichts Genaues weiß man nicht...
Wer Englisch versteht, möge sich mal dieses göttliche Video dazu anschauen.


3) Ein eindrucksvolles Anwesen bewohnen
Keine Übernahme der Weltherrschaft ohne den richtigen Hauptsitz! Der ist am besten spärlich beleuchtet, möglichst verfallen und überhaupt ziemlich ungastlich gestaltet. Und vergessen wir nicht den riesigen Thronsaal, in dem die treuen Lakaien links und rechts des Ganges speisen und ihrem Herrscher unentwegt zujubeln.

"'Hoch lebe der Herrscher des Grauens!', ertönte es aus dem Pulk von Orks linksseitig der Halle. Es war ein Wunder, dass die kräftigen, muskelbepackten Kreaturen überhaupt dazu imstande waren, einen derartigen Ausspruch in den Raum zu werfen, da sie allesamt - seh- und auch hörbar - damit beschäftigt waren, saftige Spanferkel förmlich zu inhalieren."
"Time Dwarf's Inn", Seite 84 

4) Finstere Horden befehligen
Und wenn wir schon mal bei den Horden sind! Ohne düstere Lakaien hätte sich das natürlich ganz fix wieder erledigt mit der Welteroberung. Aus dem Grund ist die perfekte Harmonie aller kämpfenden Parteien natürlich unerlässlich. Man denke an die Horden von Mordor oder die weißen Wanderer aus der Welt von Game of Thrones. Gerne adaptiert auch in beliebiges Computerspiel hier einsetzen.

5) Den Showdown der Verdammnis organisieren
Und hier kommen wir auch zum Punkt "und wie man ihn komplett über den Haufen wirft"! Unser Antagonist in "Time Dwarf's Inn" schafft es nämlich irgendwie, sich einen Rollenspiel-typischen Showdown mit den epischen Helden aus der Prophezeiung vorzustellen. Ich konnte nicht mehr vor Lachen, als ich das gelesen habe.

"Jede einzelne Etage wird mit fiesen Fallen bestückt. Ja, das ist gut. Haben wir Mausefallen? Die Hexen könnten sie ja einfach wachsen lassen. Oh, und einstürzende Wände brauchen wir auch. Nicht so, dass hier alles einstürzt, klar. Nur ein bisschen, um die Gegner plattzumachen. Können ja einen Statiker fragen. Haben wir einen? Hör dich mal um. Oh, und Lava brauchen wir. Auf jeden Fall. Ist immer dabei. Lavaseen, die es zu überqueren gilt. Und Feuerwalzen. Und viele Gegner. Oder? Ja, viele Gegner.
"Time Dwarf's Inn", Seite 254
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Kurzum: Dieses Buch spielt mit allen Klischees über Fiesewichte, die man sich so vorstellen kann, thematisiert sie bewusst - und schmeißt sie dann komplett über den Haufen. Wenn man ein klein bisschen in der Welt der Rollenspieler und Computerspielenerds zu Hause ist, wird das Ganze auch gleich noch witziger. Das Spiel mit den Buchbösewichten hat mir hier wirklich richtig großen Spaß gemacht!



Wenn ihr jetzt noch Lust habt, den Zeitzwerg Nimb in Persona kennen zu lernen, kann ich hier das Interview von der Büchernixe wärmstens empfehlen.


Lisa Sonnenschein

Leute, ich brauche eure Hilfe!
In der hochtechnologisierten Welt von "Maschinenschmerz" scheint so einiges schiefzulaufen - immer wieder kommt es zu merkwürdigen Unfällen. Mich hat eine Nachricht aus dem Untergrund erreicht. Eine Organisation namens "No-Hal" hat den herrschenden Technologiekonzernen den Kampf angesagt. Wir müssen rausfinden, was da abgeht!


Ich ziehe also in den Kampf gegen das Establishment! Und das als eine von sechs TeamleiterInnen. Wer mein Team ist? Ha! Das ist der Knackpunkt! Das seid ihr!
Über vier Wochen stellen wir uns als "Team Curie" verschiedenen Herausforderungen (Fotos, kleinen Rätseln...) für deren Lösung wir jeweils eine Woche Zeit haben.

Lasst uns als stärkstes Team den Hauptpreis abräumen und den profitgeilen Technologiekonzernen den Kampf ansagen! Tschakka!
Zur Anmeldung geht es hier und eine ausführliche Erklärung findet ihr noch mal hier. Und wenn ihr Lust habt, euch auch über Facebook auszutauschen, geht es über diesen Link auch noch in unsere Curie-Gruppe.

Ich würd' mich freuen, wenn ihr bei diesem Abenteuer mit dabei wärt.
Lisa Sonnenschein
Dieses Jahr bin ich mit dem festen Vorsatz zur Leipziger Buchmesse gefahren, nur ein oder zwei Bücher zu kaufen. Schließlich kann man den Spaß auch einfach in der Buchhandlung oder sogar beim Autor* direkt bestellen!

Hier also die offizielle Übersicht über all die Bücher, die es irgendwie doch in meine Reisetasche geschafft haben...

1) Der Kanon mechanischer Seelen

Der Autor dieses Buches - Michael Marrak - hatte gerade den Seraphen in der Kategorie "bestes Buch" gewonnen, als ich ihm über den Weg gehüpft bin. Er war superaufgeregt und bat mich, ein Foto von ihm zu machen. Er war mir so tierisch sympathisch, dass ich ihn am nächsten Tag bat, mir doch ein Exemplar seines Gewinner-Buches zu signieren. Klassischer Fall von "Eine tolle Messe-Erinnerung" also!
Hier geht's zum Klappentext

2) Der Fährmann
An diesem Buchkauf sind die wunderschönen Illustrationen im Buch selbst schuld! Die hat nämlich John Howe gemacht - das ist der Typ, der auch in J.R.R.Tolkiens Werken die Illustrationen gemacht hat. Das Genre ist - ich zitiere - "intelligenter Horror mit Tiefgang". Ich bin supergespannt auf dieses Buch und habe richtig Lust, endlich reinzulesen.
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3) Ödland - erstes Buch - Der Keller
Mit diesem Autor hatte ich ein sehr cooles Gespräch am Stand. Seine wunderschönen Poster mit Endzeit-Szenarien und einer einzelnen Person im Vordergrund strahlten diese gewisse Melancholie aus. Ich habe mich überzeugen lassen, dass mich hier eine Dystopie der etwas anderen Art erwartet und ihr dürft ebenso gespannt sein wie ich, denn Christopher Zachariae haben uns sicher nicht das letzte Mal geschrieben.
Hier geht's zum Klappentext - und schaut euch mal rechts diese Wallpaper an! Hach!

4) Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte
Zufall ohne Ende. Ich sitze an der Leseinsel und wurschtele so vor mich hin. Gucke nach links, gucke nach rechts - auf einmal sitzt Bernhard Hennen neben mir! Er wartete gemütlich auf seine Lesung und musste mir dann leider erstmal noch mein fix gekauftes Buch (der erste Teil einer neuen Reihe) signieren...!
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5) Die Sonnenkönigin
Ich hatte über dieses Buch schon einiges gehört - auf der Buch Berlin hat mir die Verlegerin ganz begeistert von der Autorin berichtet. Die ist nämlich Historikerin und schreibt historisch belegte und fundiert recherchierte Fakten über das französische Königshaus unter dem Deckmantel eines Unterhaltungsromans. Ich hatte ein unheimlich spannendes Gespräch mit ihr und bin schon gespannt, was an ihrer Geschichte so dran ist!
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6) Rock 'n Love
Das Buch ist ein Spin-Off der Rockstar-Reihe von Teresa Sporrer und war in meiner Goodie-Tüte, die es von der Blogger-Preview der Verlage Carlsen (Dark Diamonds und Impress), Forever by Ullstein und Piper Gefühlvoll und Humorvoll gab.
Hier geht's zum Klappentext

7) Der Ruf der Nacht
Auch dieses Buch gab's auf der Blogger-Preview. Weil wir nicht alle dasselbe in unseren Tüten hatten, habe ich noch wüst mit einer Kollegin getauscht - in der Hoffnung, dass mystische Prophezeiungen und der Roadtrip einer Literaturagentin nicht ganz so kitschig ausfallen, wie mein ursprünglich erhaltenes Buch ;).
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8) Mister Torso
Ich könnte immer noch ausrasten - ich hab EDWARD LEE getroffen! Und ein Bier mit ihm getrunken! Und dank der beiden Büchergnomen habe ich jetzt ein signiertes Exemplar dieses Buches in meinem Schrank. Geil! Wer sich jetzt fragt, wer zum Henker denn Eward Lee ist: Der Mann schreibt extremen Horror für den Festa-Verlag und ist extra aus den USA zur Buchmesse gereist.
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9) Lyrica
Tja, was soll ich sagen - direkt neben uns am Tisch saß auch noch Jane Breslin mit dabei. Und wie es das Schicksal wollte, hatte sie noch ein paar Exemplare ihres Buches im Rucksack. Tadaa, war ein weiteres signiertes Horror-Büchlein mein.
Hier geht's zum Klappentext

10) Fokus
Das Buch gab es - übersetzt und wunderschön illustriert - am Stand der Büchergilde, der ich gleich mal beigetreten bin. Das Prinzip: Einmal im Quartal bekommt man ein Mitgliedermagazin mit allen neu erschienenen Büchern, von denen man eins bestellt. Alle neu verlegten Werke sind von ganz besonderen Künstlerin illustriert, die Auswahl fällt schwer...! In dem Buch, das ich mir ausgesucht habe, geht es um einen Amerikaner, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Verdacht gerät, jüdischer Abstimmung zu sein.
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11) Mädchen in Scherben
Das Buch ist ein Rezensionsexemplar des Fischer-Verlages, das mir die gute Simi von unserem Youtube-Kanal auf der Messe überreichen konnte :). Es ist also nicht direkt ein Messekauf...
Hier geht's zum Klappentext


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Und dann haben mich da auch noch zwei Bestellungen neu erreicht...

12) Nur ein einziges Mal
Das Buch gab es bei der Buchhandlung Hugendubel in signierter Form - da musste ich dann tatsächlich auch mal zuschlagen... Ein signierter Colleen Hoover! Yay!

13) Erellgorh - Geheime Pläne
Mein absolutes Highlight!! Endlich ist der dritte Teil der Erellgorh-Saga erschienen! Und dann stand vorne im Buch auch noch eine der schönsten Widmungen, die mir je geschrieben wurden. Was für ein Heimkommen nach der Leipziger Buchmesse. Da musste ich glatt ein Tränchen verdrücken...

"Liebe Lisa,
den Elementen verbunden, auf den Wegen zur Erfüllung geheimer Pläne!
Danke für deine wertvollen Rückmeldungen bei der Entstehung dieses Romans. Und überhaupt: Danke, dass es dich gibt!

Matthias, Selana, Pitu, Atharu"

Lisa Sonnenschein
Ich habe ja schon angekündigt, dass mein erster Ausflug in die Welt von Berlingtons Geisterjäger definitiv nicht der einzige bleiben wird. Obwohl ich vom ersten Teil nicht richtig hin und weg war, wollte ich dranbleiben. Vor kurzem habe ich dann also auch den zweiten Teil lesen dürfen und MENSCH MEIER - bin ich froh, dass ich mich noch einmal darauf eingelassen habe :)
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Wir kehren zurück ins viktorianische London. Dieses wird jedoch von einer grausamen Mordserie erschüttert - der Täter scheint es auf leichte Mädchen abgesehen zu haben...
Gleichzeitig müssen sich unsere altbekannten Helden jedoch auch den Ereignissen des letzten Jahres in der Anderswelt stellen. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit!

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mich dieses Buch begeistert hat! Die Charakterkonstellationen gestalten sich mal wieder abwechslungsreich und der grandiose (staubtrockene) Humor von Detektiv Elliot bringt Würze in die Dialoge der Freunde untereinander. Vielleicht liegt es daran, dass die Figuren mir schon aus dem ersten Teil vertraut waren, aber die Abgrenzung zwischen Sprechern und ihren Eigenheiten war viel klarer und ich konnte trotz der Fülle handelnder Charaktere mühelos alle differenzieren (und liebgewinnen).

Die Geschichte bleibt konstant spannend - das liegt auch daran, dass die Autorin hier zwei Handlungsstränge verwoben hat, die sich prima ergänzen. Auf der einen Seite haben wir die kriminologische Komponente mit den Morden im East End und auf der anderen Seite eine übernatürliche Bedrohung aus der Anderswelt. Wenn man also nicht grade rätselt, wer der Täter sein könnte, jagen einem geisterhafte Erscheinungen Schauer über den Rücken. Richtig gemein fand ich dagegen das offene Ende - ich brauche bitte sofort den dritten Teil!

Während mir im ersten Teil die Liebesgeschichten (gleich drei homosexuelle Beziehungen in unserem Charaktergespann) noch etwas steif vorkamen, fügten sie sich hier wunderbar ein. Es passte perfekt zu den Figuren, wie sie zweifelten oder auch durch ihre Liebe Schwierigkeiten von außen bekamen. Sehr schön gezeichnete zwischenmenschliche Beziehungen!

Alles in allem: Das Potenzial, das ich im ersten Teil gesehen habe, wurde hier voll ausgeschöpft, ich bin begeistert, wie sich die Gruppe um Victor Berlington weiterentwickelt hat. Die richtige Menge Grusel trifft hier auf Spannung und ein bisschen Erotik - ich bin definitiv ein Fan!
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Amalia Zeichnerin: Mördernächte - Berlingtons Geisterjäger 2. Erschienen am 4. November 2017 bei CreateSpace. Kostenpunkt: 10,00€ als Taschenbuch (auch als eBook verfügbar).
Lisa Sonnenschein
Es ist immer ein bisschen unfair, eine Anthologie wirklich zu bewerten, weil nun einmal verschiedene Autoren an dem Buch mitschreiben und immer auch mal eine Geschichte dabei ist, die eben nicht so gut gefällt. Hier also ein Versuch, möglichst wenig unfair zu sein.
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Das Meer hat auf den Menschen schon immer eine sonderbare Anziehungskraft ausgeübt. Mit seiner unendlichen Weite und Tiefe, die immer noch nur zu einem Bruchteil entdeckt wurde, lässt es Spielraum für Mythen, Geschichten und Träume. Und genau darum sollte es in dieser Kurzgeschichtensammlung gehen...

Insgesamt sind alle zehn enthaltenen Geschichten länger, als ich das von anderen Anthologien gewohnt bin. Das hatte zur Folge, dass einige der Geschichten nicht wie bei der Gattung sonst üblich ein offenes Ende haben, sondern ziemlich Happy-Endig und abgeschlossen konzipiert sind.
Zwei weitere Dinge haben mich außerdem überrascht:

- Die Themenauswahl. Obwohl das Meer so unglaublich viel Schreibstoff hergibt, haben sich fast alle Autorinnen für eine Meerjungfrauen-Geschichte in Hans-Christian-Andersen-Manier entschieden. Viel Geschmachte, viel unerwiderte Liebe, viele dramatische Szenen. Warum?
- Die Form. Trotz ähnlichen Aufbaus und mythologischen Hintergrunds aller Geschichten war es erschreckend, wie viele Rechtschreibfehler in der einen - und wie wenige in der anderen zu finden waren. Es scheint ein bisschen, als hätte da die Kontrollinstanz Lektorat gefehlt.

Hervorheben möchte ich aber unbedingt die Geschichte von Veronika Serwotka, die mir sowohl in Form als auch Aufbau unheimlich gut gefallen hat. Hier steht mir definitiv noch ein Ausflug in ihre Wyvern-Reihe bevor. Auch die Einsendung ganz zum Ende des Buches - von K.K. Summer - konnte mich begeistern. Einfach weil das Setting und der Ausgang der Geschichte mal was Anderes war und Schwung zwischen die Zeilen gebracht hat.

Insgesamt war "When Oceans fade away" eine unterhaltsame Lektüre, die für mich aber gerne noch mehr Abwechslung hätte mitbringen dürfen. Wer über kleinere Stolperer in der Form hinwegsehen kann, findet hier eine Sammlung atmosphärischer Kurzgeschichten und sicher die ein oder andere Autorin für kommende Leseprojekte.
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Anthologie "When Oceans fade away". Erschienen am 1. November 2017 im Tagträumer Verlag. Kostenpunkt: 4,99€ als eBook. 

Mitwirkende Autorinnen: Nany Pfeil, Aurelia L. Night, K.K. Summer, Veronika Rothe, Katrin Gindele, Nine Willsch, Teja Ciolczyk, Isabelle Wallat, Veronika Serwotka, Tatjana Zanot
Lisa Sonnenschein
Weil der erste Teil ihrer Buchreihe "Berlingtons Geisterjäger" von Amalia Zeichnerin ein neues Kleid erhalten hat, habt ihr heute die wunderbare Gelegenheit, eines der "erstbekleideten" Printexemplare - auch noch signiert - zu gewinnen :)! Yay!

Damit ihr auch wisst, worauf ihr euch da einlasst, will ich euch natürlich den Klappentext nicht vorenthalten:

London, im Herbst 1887. Als zwei Männer kurz nach Halloween in London spurlos verschwinden, untersucht der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches den Fall – gemeinsam mit dem wohlhabenden jungen Erben Lord Berlington, der irischen Hexe Fiona, der Künstlerin Nica und der älteren Spiritistin Giselle. Haben sie es hier mit Geistern zu tun? Und was hat es auf sich mit dem charismatischen jungen Dandy Damian, der Lord Berlington in seinen Bann zieht? Hintergrund: "Berlingtons Geisterjäger" ist eine Mischung aus Urban Fantasy, Gay/Lesbian Romance, Steampunk und ein wenig Gothic Horror. Im Jahr 1887 sind der technische Fortschritt und die Industrialisierung kaum aufzuhalten im Britischen Königreich und in anderen Teilen der Welt. Die Luftschifffahrt, Automobile und die Verbreitung der Elektrizität sind nur einige Beispiele für die technischen Errungen-schaften der letzten Jahrzehnte. Freischaffende Erfinder entwickeln ungeahnte Geräte und Maschinen. Doch auch das Mystische fasziniert die Menschen dieser Zeit – der Glaube an Geister, Okkultismus, Seáncen und andere esoterische Praktiken erfreut sich großer Beliebtheit. Und manch einer behauptet gar, Geister, Dämonen oder Feen gesehen zu haben …
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Okay, der Klappentext passt und ihr habt Lust auf das Buch? Dann ist Mitmachen ganz einfach - beantwortet mir ganz einfach die folgende Frage:

Was befindet sich höchstwahrscheinlich in dem unten abgebildeten Umschlag?

Bedingung: Seid bloß nicht realistisch! Das Portal in eine andere Welt? Eine Regenwurm-Familie? Die Bundeslade? Aristoteles' verloren geglaubte Abhandlung über die Komödie? Ich bin gespannt, was euch einfällt - die verrückteste Idee gewinnt!

Was ist bloß in diesem Umschlag??
Teilnehmen könnt ihr bis kommenden Sonntag (18.02.2018) um 23:59 Uhr. Den/die GewinnerIn werde ich am Montag benachrichtigen.
Viel Glück!

Die Teilnahmebedingungen:
  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärst Du dich einverstanden, dass Du als Gewinner öffentlich genannt werden darfst.
  • Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. 
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Lisa Sonnenschein
Willkommen zur Release-Party von Sabine Hentschels "Drachenseele". Heute ist schon der zweite Tag unserer Tour - wenn ihr gerne mehr über die Buchreihe erfahren, Textschnipsel lesen und am Gewinnspiel teilnehmen wollt, geht es hier zum entsprechenden Facebook-Event. 
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Drachen sind in High- und Urban Fantasy eigentlich allgegenwärtig. Zusammen mit Vampiren und Werwölfen führen sie wohl sämtliche Toplisten der romantisierten Sagengestalten in der Fantasyliteratur an. Aber woher kommt eigentlich das mythologische Wesen "Drache" - und wo wird er wie dargestellt? Das könnt ihr hier nachlesen.
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Bild von Pixabay
Unser Wort für "Drache" kommt aus dem Griechischen - dort bedeutet "drakon" so viel wie "große Schlange". Und das deutet auch schon darauf hin, was Drachen ursprünglich sind. Häufig werden sie schlangenartig dargestellt, fast immer sind sie Mischwesen, z.B. mit Vogelkrallen oder einem Löwenkopf. Etwa vor 6000 Jahren begegnen uns die ersten Abbildungen von drachenähnlichen Wesen, die den Mythos angestoßen haben.

Bei uns und auch im fernen Orient hat der Drache einen verdammt miesen Ruf. Er gilt als Unheilbringer, verschlingt Jungfrauen, vernichtet Ernten, spuckt Feuer, hortet gestohlene Schätze. In der Gestalt eines Lindwurms muss Siegfried auch in den Deutschen Heldensagen einen Drachen bekämpfen, dessen Blut ihn unverwundbar macht. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Erhaltung dieser Schauergestalt spielt tatsächlich die Bibel. Sie beschreibt den Drachen als verkörperten Teufel, als feuerfarben mit sieben Köpfen und zehn Hörnern (also eher Hydra-artig). Immer ist er falsch und hinterhältig, der Kampf gegen ihn gleicht dem Kampf gegen das Böse und die Versuchung.
Bild von Delta-9 http://bit.ly/2EJJwpP

In der Wappenkunde wird der Drache demnach auch als Sinnbild verwendet - der Träger des Wappens oder des Schildes sollte besonders gottesfürchtig sein und den Kampf mit seinen inneren Dämonen bestehen. Aus dieser Ecke stammt auch die Figur des "Wyvern", ein zweifüßiger Drache mit Schlangenleib und Flügeln, der ursprünglich nur auf Wappen Verwendung findet.

Aber der Drache ist nicht überall auf der Welt so in Verruf geraten. Im alten China galt er schon immer als Glücksbote und Regenmacher, ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auch als Zeichen der Stärke des Kaisers wurde er dort häufig angesehen. 
Künstler: Sergey Yakushev
http://yakushevkunst.com/

Eine andere wunderbare Geschichte über Drachen durfte ich mir auf der letzten Leipziger Buchmesse anhören. Dort erzählte mir ein russischer Künstler, dass der Drache in den kalten Gebieten seiner Heimat häufig mit Fell überzogen dargestellt wird und eher unserer Vorstellung eines "Taschendrachen" entspricht - eine Art gutmütiges Heinzelmännchen, das die Nähe der Menschen sucht. Links seht ihr eine Zeichnung des Künstlers, die er meiner Mutter Tine gewidmet hat. Grundsätzlich scheint der Drache aber überall an Prestige gewonnen haben. In der modernen Fantasy-Literatur und auch in Filmen wird er häufig als weiser Ratgeber, Retter in der Not oder starker Beschützer dargestellt. 
Bild von http://bit.ly/2EJH9mP
Denken wir an die Eragon-Reihe, die vier Wahrheiten von Dawn Cook, oder die Unendliche Geschichte, dürften eher ganz viele sehnsuchtsvolle Seufzer zu hören sein, als panische Schreie.

Wer hätte es gedacht, auch in "Drachenseele" sind die schuppigen Wesen nicht die finsteren Unheilsbringer, die sie noch im europäischen Mittelalter gewesen sein sollen. Die "Drachenkinder" sind hier Mischwesen aus Mensch und Drache, die unter bestimmten Umständen ihre Gestalt wechseln können. Mit ihrer halb/halb-DNA zählen die Drachenkinder also definitiv zu den modernen Drachenadaptionen und fügen sich eher weniger in die Reihe der historischen Sagengestalten ein.

Wer mehr wissen möchte, der sei auf die Homepage der Autorin eingeladen - viel Spaß beim Reinlesen! =)

Lisa Sonnenschein
Auf der Buch Berlin habe ich mich mit Anja Stephan unterhalten - einer supersympathischen Autorin, die mit ihrem Buch "A Fairy Tale" einen eigenen Stand dort hatte. Wir haben herrlich über klischeehafte Liebesromane ausgelassen und endlich, endlich gibt es auch eine Rezension zu ihrem Buch von mir :). Wer Lust hat, sich die Autorin mal näher anzuschauen, folge diesem Link.
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Scott und Gwendolyn scheint irgendwie mehr zu verbinden als eine gemeinsame Schulausbildung. Immer wieder laufen sich der Gentleman und die toughe Powerfrau aus der Pariser Oberschicht über den Weg. Das Schicksal führt sie bald zusammen auf eine Abenteuerreise ins Ungewisse - zwischen alten Gemälden, staubigen Büchern und finsteren Gestalten aus der Unterwelt müssen beide ihren eigenen Weg finden.

Klingt jetzt, wie der Auftakt zu einer superkitschigen Liebesgeschichte mit zweitrangigem Storyverlauf. Ha! Genau das ist es NICHT (ihr kennt meine Einstellung zu solchen Geschichten). Es ist wirklich wunderbar, wie sich die Dinge zwischen unseren Protagonisten entwickeln, ohne dass es flach wird, oder alle zwanzig Seiten jemand mit jemandem schlafen müsste. Eine sehr erwachsene Geschichte und eine großartige Charakterentwicklung!

Auch sehr schön: Immer wieder begegnen einem passende Zitate von den Größen der Dichtkunst, die in den Textverlauf eingeflochten wurden - das und Scotts Liebe zu antiken Büchern sowie Gwendolyns Leidenschaft für Kunst sorgen für das gewisse Etwas und immer wieder kleine Überraschungen. Ich bin zweimal sogar der Versuchung nachgekommen, die Zitate noch mal zu googlen.

Ein paar Negativpunkte habe ich dann allerdings auch noch. Erstens kommt leider die Erzählperspektive im Buch immer wieder durcheinander. Häufig wusste ich nicht, wer grade "denkt", die merkwürdigen Absätze haben da auch zu meiner Verwirrung beigetragen. Dazu kam noch, dass so einige Details im Buch beschrieben wurden, die nicht zur Plotentwicklung beitragen konnten. Da hätte ein Ausmisten dem 700-Seiten-Roman sicher noch mal gutgetan.

Alles in allem ist "A Fairy Tale" ein Buch der etwas anderen Art - und als solches habe ich es ohnehin schon ins Herz geschlossen. Wunderbare Charaktere, coole Schauplätze und immer wieder kleine Hinweise auf andere Bücher und Geschichten konnten mich über kleinere formale Fehler und die umfangreichen Beschreibungen hinwegtrösten. Von mir gibt's eine Leseempfehlung für alle, die die immer gleichen Liebesromane satt haben!
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Anja Stephan: A Fairy Tale, Die Suche nach dem blauen Herz. Erschienen am 4. April 2017 bei epubli. Kostenpunkt: 19,99€ als Taschenbuch.