Lisa Sonnenschein
Nadine ist zu Besuch! :) Und sie ist Wiederholungstäterin - während ihr erster Beitrag noch kurz und knackig ausfiel, hat sie jetzt allerdings die völlige Begeisterung im Griff. Vorhang auf, hier kommt Nadines Meinung zu "Kernstaub, Über den Staub an Schmetterlingsflügeln" von Marie Graßhoff.
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Inhalt:
Mara hatte es nicht immer leicht. Seit sie denken kann wird ihr Leben durch ihre panische Angst vor Uhren jedweder Art bestimmt. Keiner weiß warum und woher das kommt. Als dann auch noch ihre Eltern sterben und ihr geliebter Bruder Lewin nur noch mit seinen eigenen Geschäften beschäftigt ist, bleiben ihr nur noch ihre Diener und ihre beste Freundin Calla. Doch als Juan, Callas Bruder, ihr eine Taschenuhr schickt, besteht ihr Leben nur noch aus Fragen. 
Warum sollte er ihr sowas schicken? Sie hassen sich doch!
Was will dieser Glen von ihr?
Warum will man sie töten?
Was ist das nur für eine fremde Welt?
Und wenn dich alle hassen, würdest du dich trotzdem für sie opfern?

Zitat:
"Wir haben nach neuen Welten gesucht, aber keine gefunden. Also nahmen wir die unsere und versuchten, sie schöner und leuchtender zu machen. Doch je mehr Licht wir ihr gaben, umso tiefer wurden ihre Schatten."

Wie ich dieses Buch bekam:
Ich hatte das Glück, dieses Meisterwerk signiert beim Drachenmond-Verlag zu gewinnen. Dort hatte der Packdrache wohl einen kleinen Unfall, bei dem 10 Exemplare leichte Dellen davongetragen haben. Also gab es ein kleines Gewinnspiel - und ich war der glückliche Gewinner^^

Fazit:
Ich muss gestehen, dass ich das Buch nicht gleich gelesen habe. Die 974 Seiten haben mich erstmal abgeschreckt. Doch als ich mich dann erstmal überwunden und den Prolog gelesen hatte, war ich einfach nur begeistert.
10 Minuten lang saß ich einfach nur da und besann mich der Zeilen, jedes einzelnen Wortes und jedes Buchstabens. Wie kann man es nur schaffen, auf zwei Seiten so viel Wahrheit, Erkenntnis und Leid zu schreiben? Völlig gefesselt konnte ich von da an dieses Buch kaum mehr aus den Händen legen und schon gar nicht aus meinem Kopf verbannen. Es hatte mich gepackt, ließ mich nicht mehr los, schlich sich in meine Träume in der Nacht und meine Fantasie am Tag. 
Wie oft ich wohl draußen auf der Terasse saß, das Buch in meinen Händen, den Geruch der Druckerschwärze und des Papiers in meiner Nase?
An die letzten Seiten denkend, auf die Blumen sehend - aber sie nicht wahrnehmend, weil ich die Geschichte auf der Wiese Revue passieren ließ.

Ich wollte mir jedes Wort, jeden Buchstaben in meine Seele brennen, um das ganze Universum zu erfassen. Keine Emotion und kein Geräusch mehr vergessen. 
So etwas habe ich noch bei keinem Buch (und ich kenne viele^^) erlebt, was es eindeutig zum besten Buch macht, was ich je gelesen habe!
Eine erschreckend realistische Dystopie, die in verschiedenen Sphären und Zeiten spielt und sich ihr eigenes Universum erschafft - in der Mara lernen muss, dass nichts so ist wie es scheint und die Realität grausamer ist als die Wirklichkeit, in der sie zu leben glaubte. 

Drei Tage sind vergangen, seitdem ich es gelesen habe. Drei Tage, in denen ich nachsann und zweifelte, ob meine Rezension diesem Epos gerecht werden würde. Doch nun ist sie fertig und ich halte Band zwei in meinen Händen, um wieder einzutauchen in dieses Universum, welches unserem so erschreckend ähnlich ist.

Vielen Dank Marie Graßhoff für dieses Meisterwerk - und natürlich danke ich auch dem Drachenmond-Verlag!
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Marie Graßhoff: Kernstaub - Über den Staub an Schmetterlingsflügeln. Erschienen am 1. Juni 2016 im Drachenmond-Verlag. Kostenpunkt: 19,90 als Taschenbuch.