Lisa Sonnenschein
Wie auf meiner Facebookseite versprochen, habe ich euch hier noch eine kleine schriftliche Zusammenfassung meines Comic-Film-Vergleichs von "Valerian" vorbereitet :) Viel Spaß beim Lesen!
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Zunächst mal gibt es das Ganze in Videoform in voller Pracht:



Worum geht's in den Comics?
In einer Welt, in der die Menschen den Weltraum erobert und Kontakt zu jeder Menge außerirdischen Spezies geknüpft haben begleiten wir Valerian und Veronique, zwei Agenten des Raum-Zeit-Service auf ihren Abenteuern. Meistens geht es dabei um die Vermittlung zwischen den Völkern - mal liegen diese wegen Nichtigkeiten im Krieg, mal beweisen die Menschen wieder ihre grenzenlose Arroganz anderen gegenüber. 
Etwas Besonderes sind dabei erstens die Zeichnungen und Illustrationen, die einen sofort zurückschmeißen in eine Zeit, in der man noch heimlich mit Taschenlampe unter der Decke gelesen hat. Ein wirklich toller, detailreicher Stil, bei jedem Lesen findet man noch was Neues!

Zweitens ist die Beziehung zwischen den beiden Partnern Valerian und Veronique (die übrigens in den Comics in Frankfreich und Amerika "Laureline" heißt) eine ganz besondere. Man weiß nie, ob die beiden jetzt ein Liebespaar sind, oder sich nur schelmisch necken - bzw. ICH weiß es nicht, denn ich habe noch nicht alle der 23 Bände gelesen, vielleicht kommt da noch was... Es macht auf jeden Fall Spaß, den beiden zuzusehen. Er der gewissenhafte, pflichtbewusste und sie die emotionale, die sich (fast) nur ihrem Gewissen verpflichtet fühlt. Sie ergänzen sich perfekt!


Bild von http://imgur.com/gallery/GufFj

Und was hat das jetzt mit dem Film zu tun?

Der Film (übrigens die teuerste europäische Produktion aller Zeiten) hat sich nicht 1:1 an den Comics bedient - wir bekommen hier also nicht eine aufgewärmte Comicfolge serviert, sondern etwas Neues. Das finde ich persönlich eine gute Sache, denn die beiden Protagonisten bleiben erhalten und Leser der Comicreihe erkennen auch einzelne Elemente wieder (zum Beispiel außerirdische Wesen, die Stadt der tausend Planeten oder die Vorgesetzten von Valerian und Veronique/Laureline). Das Ganze ist ein wahres Bildfeuerwerk, wir erleben knallbunte Welten, rasante Kamerafahrten und ja, dieser Film wurde als 3D-Film konzipiert. Doch es gibt auch Negativpunkte!

So habe ich dem als Herzensbrecher und Badboy konzipierten Valerian seine Rolle überhaupt nicht abgenommen. Der Schauspieler war für mich eher der brave Junge von nebenan. Außerdem ist für mich völlig die Tiefe und Bedeutung der Comics verlorengegangen. Während sich die Comicreihe immer wieder dem "Was wäre wenn" gestellt hat, ethische Fragen gestellt und Konflikte gelöst hat, ging es hier scheinbar vordergründig um spektakuläre Bilder. Der Plot war eher oberflächlich und durchzogen von Klischees - leider betraf das auch die wunderbare Beziehung zwischen den beiden Protagonisten, das Knistern und Umeinander-Herumtänzeln, die Ungewissheit ist fast gänzlich zu einer Jugendbuch-artigen Schwärmerei mit bewusst gesetzten Konflikten verkommen. Sehr schade.


Bild von https://teaser-trailer.com/valerian-movie-trailer/
Okay, und was heißt das jetzt im Vergleich?
Comicreihe und Film teilen sich Namen, Orte und die Namen der Protagonisten. Was die Intention der beiden Medien angeht, gehen die Rollen einfach wahnsinnig weit auseinander. Mir persönlich sind da die fast philosophisch angehauchten Comics viel lieber - ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele die durchaus spaßige und kurzweilige Unterhaltung des Films vorziehen. Vielleicht habe ich mit dem direkten Vergleich einen Fehler gemacht.

Für sich ist nämlich "Valerian und die Stadt der tausend Planeten" ein guter, bildgewaltiger Film, den ich mir durchaus gerne angesehen habe und der mich gut unterhalten hat. Mein Tipp ist allerdings: Schaut in diese Comics mal rein! Weil die Carlsen Comics 50-jähriges Jubiläum feiern, gibt es da so manche coole Neuauflage, durch die man sich mal wühlen könnte ;)!
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