Lisa Sonnenschein
Hallo und und willkommen auf meinem Blog! Heute macht die Blogtour zu "Hero - wenn mein Herz schreit" von Sarah Hauck bei mir Halt. Das 30 Seiten lange Buch erzählt vom Verlust der ersten Liebe - und warum dieser Verlust die Erzählerin einen Helden gekostet hat. 
Ich habe mir mal Gedanken dazu gemacht, was denn ein Held überhaupt ist.
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Heute ist der letzte Tag der Blogtour, gestern waren wir unterwegs bei Lea's Bücherwelt (da gab es einige Gedanken zum Buch) und vorgestern hat die wunderbare Büchernixe zehn Tipps gegen Liebeskummer zusammengestellt. Schaut auch bei den beiden oder im Facebook Event gerne mal vorbei =).
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Bevor ich jetzt den Duden mal um seinen weisen Rat frage - überleg dir mal für einen Moment, lieber Leser, was ein Held für dich ist. Kannst du es festmachen? Nein? Ging mir auch so ;).

a) (Mythologie) durch große und kühne Taten besonders in Kampf und Krieg sich auszeichnender Mann edler Abkunft (um den Mythen und Sagen entstanden sind)
b) jemand der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt.
c) jemand der sich durch außergewöhnliche Tapferkeit im Krieg auszeichnet und durch sein Verhalten zum Vorbild [gemacht] wird.

Drei Dinge fallen auf. Erstens scheint der Held ausdrücklich männlich zu sein (das liegt aber an meiner Eingabe - ich hätte auch "Heldin" eintippen können). Zweitens scheint ein Held verflixt viel zu kämpfen, in zwei von drei Definitionen kommt das Wort "Krieg" vor. Und drittens scheint ein Held sogar etwas Passives sein zu können - in der letzten Definition kann ein Held auch "gemacht" werden.

Foto von Pixabay
Genau dieser letzte Punkt ist für mich auch der Knackpunkt. Ein Held wird stets zu einem gemacht - wer das tut und unter welchen Umständen, das ist vermutlich nicht mal ihm selbst überlassen. Vielleicht folgt er nur seinen Idealen? Vielleicht handelt er nur instinktiv? Die Zuschreibung "Held" kommt dann von außen - dabei ist es egal, von wie vielen Menschen. Dass der Held auch ganz klein sein kann, zeigt auch der Kosename "mein Held", der in Beziehungen manchmal (nicht ganz ernstgemeint?) fällt. Fakt ist: Ein Held, den keiner so nennt/sieht, ist keiner. Mann kann nicht für sich selbst Held sein. Mann kann etwas Großes im Geheimen vollbracht haben - dann ist man aber kein Held, der muss eben von anderen Menschen als solcher anerkannt werden.

Kurzum: Ob mein Held jetzt Millionen Menschen das Leben gerettet hat, sich aufgeopfert hat für andere, oder einfach nur "mein" Held ist, sich für mich einsetzt und in ganz kleinem, persönlichen Rahmen Großes leistet - er unterscheidet sich in seinem "Heldsein" in der Zuschreibung durch andere. Einmal ist er ein global bekannter Held, vielleicht wird er auf der Straße erkannt, es entsteht ein Personenkult um ihn - und in der zweiten Definition ist er meine eigene kleine Vorbild-Figur, der ich evtl. viel verdanke. Der "Kampf" des Helden selbst ist also eine Frage der Wahrnehmung, er selbst muss sich nicht unbedingt anstrengen, um ein Held zu sein (wir denken mal zum Beispiel an diese Preise, die für Zivilcourage verliehen werden - ganz oft ist für die Menschen selbstverständlich, was sie da getan haben und sie würden ihre Taten nie als "groß und kühn" bezeichnen).


Ein Held im kleinen Rahmen ist für die Erzählerin in "Hero" ihr Freund, der ihr viel gegeben hat, sie aus so manchem Loch gezogen hat und doch fragt man sich bei jedem Helden auch immer wieder - wie ist er eigentlich zum Antihelden geworden...?
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Sarah Hauck: "Hero - Wenn mein Herz schreit". Erschienen via CreateSpace. Kostenlos über kindle unlimited lesbar. Ansonsten ist der Kostenpunkt: 0,99€ als eBook.