Lisa Sonnenschein
Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar vom Autor erhalten, Anfang des Jahres schon mal reingelesen und dann festgestellt, dass ich irgendwie gar nicht wusste, was ich erwarten sollte. Zugunsten einer anderen Leselust musste das gute Stück dann erstmal ruhen.

Warum es mich dann trotzdem noch mitnehmen konnte, seht ihr im Video gleich als erstes oder natürlich wie immer im Text ;).


Leon ist schon sein Leben lang das, was man wohl positiv einen "Lebenskünstler" nennen würde (negativ wäre das dann der "verplante Chaot"). Dieses Lebenskünstlertum betrifft auch die Beziehung zu seiner Freundin Carina - doch als sie ihm ein Ultimatum stellt, sieht sich Leon mit seinem besten Freund Otis auf einmal der Art Herausforderung gegenüber, die nicht mal er sich hätte träumen lassen. Gewaltbereite Polizisten, gleich mehrere Leichen und eine Verfolgungsjagd, die sich gewaschen hat.

Warum mich das Buch zu Beginn so verwirrt hat? Naja, es hat irgendwie von allem ein bisschen - es ist witzig, dramatisch und auf den ersten Seiten definitiv KEIN Krimi, wie meine Kurzbeschreibung das jetzt erahnen lassen könnte. Ich wusste nicht so richtig, wo der Autor mit mir hin wollte, das hat mich irritiert. Wenn allerdings die Richtung später klar ist, bekommt man bei diesem Buch einen unheimlich schrulligen Humor (meine Ma würde sagen "typisch 80er") - ein bisschen vulgär, ein bisschen absurd, aber ursympathisch und einfach zum Wegwerfen komisch.
Der Handlungsverlauf war für mich auch überhaupt nicht vorhersehbar und hat mich immer wieder mit lustigen Twists überrascht (lustige Notiz am Rande: Fast immer war so, dass ich mich gerade über die absurde Story aufregen wollte, als die gerade gelesene Seite mich aufklären könnte - der Effekt war wirklich gruselig zuverlässig!). Er war unheimlich rasant und actionreich, Otis und Leon sind wirklich ein Gespann, mit dem ich im richtigen Leben wirklich lieber nicht befreundet sein möchte, sie kommen auf die verrücktesten Ideen ;)! Mit Carina konnte ich mich da schon besser direkt identifizieren, aber damit spielt der Autor auch ein bisschen.

Mein Fazit: Ein unheimlich schrulliger, urkomischer Roman, der einen mitreißen kann, wenn man sich denn darauf einlässt. Ich gebe zu: den Humor muss man mögen - ich persönlich stehe da allerdings total drauf, weil es endlich mal was anderes und nicht der immer gleiche "Ich bin total unbedarft und stolpere in einen ernsten Fall, in dem ich der Polizei die ganze Arbeit abnehme"-Ermittlerfall ist. Großartige Abwechslung und wer sich jetzt gar nicht sicher ist, ob er das Buch mögen würde, dem sei die Leseprobe auf Amazon ans Herz gelegt :).
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Florian C. Booktian: Auseinandergelebt. Erschienen am 17. Dezember 2016 via CreateSpace. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.