Lisa Sonnenschein
Seit gefühlt ewigen Zeiten reibe ich euch diese wunderschöne Ausgabe der kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Andersen unter die Nase! Endlich gibt es auch eine ausführliche Rezension dazu. Begegnet ist mir das Buch auf der Leipziger Buchmesse, allein der Flyer zum Verlagsprogramm hat mich völlig hingerissen.

Meine Videorezension beginnt bei Minute 4:37.




Das Märchen von Hans Christian Andersen dürfte ja allseits bekannt sein - aber Vorsicht: Mit der kleinen Arielle von Disney hat es nicht besonders viel zu tun. In dieser Ausgabe erwartet uns das dramatische "Meerschaum-Ende", Kenner wissen Bescheid. Das bedeutet zwar ein Happy End, aber eben irgendwie um die Ecke. Ich persönlich finde es superwichtig, diese originalen Märchen zu kennen und hege und pflege noch heute meine Hauff-Märchen-Sammlung (noch eine Spur düsterer ;)).


© Wunderhaus Verlag
Ich will hier auch gar nicht viele Worte über die Handlung verlieren - das Besondere dieses Buches sind nämlich die bezaubernden Illustrationen! Diese sind unglaublich detailreich und - was mich besonders anspricht - sehr farbenfroh präsentiert. Der Illustrator hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Der überwiegende Teil der Bilder ist eng um den Text herum angeordnet, man hat also einerseits die Textblöcke zum Vorlesen und andererseits die Bilder im Umlauf - der Text wird also nicht aufgelockert, die Übersicht gewahrt. Das geht aber nicht auf Kosten des Detailreichtums! Kinder werden hier schon fast mit wimmelbildartigen Illustrationen beglückt (zu entdecken gibt es zum Beispiel kleine Krabben unten im Bild oder auch mal den klassischen großen Fisch, der einen kleinen frisst).


© Wunderhaus Verlag
Erwähnenswert ist auch der Umstand, dass die Bilder ausgesprochen nah am Text sind - wird von Perlen auf dem Palastdach gesprochen, oder von Austern als Schwanzflossenschmuck, so findet man diese immer auch auf den nebenstehenden Bildern wieder. Auch die düsteren Passagen (der Besuch bei der bösen Meerhexe) sind stimmungsvoll verpackt und ein Pluspunkt, den ich hier sehe: Es wird nichts verniedlicht oder stark geschönt dargestellt - die Meerhexe ist nunmal eine finstere Person und stiehlt der kleinen "Meerjungfer" nunmal ihre Zunge (ja, die Zunge - sie sperrt nicht ein leuchtendes Lichtlein in einer Muschelschale ein). Sie darf also dementsprechend auch fies aussehen. Alle besorgten Mamas kann ich an dieser Stelle aber beruhigen: Finsterer, als im folgenden Bild wird's dann doch nicht ;).


© Wunderhaus Verlag
Ein letzter Punkt: Das Buch ist relativ dünn, dafür aber sehr großformatig gedruckt - zugunsten der Bilder, nicht der Schrift. Zum Vorlesen ist es also ideal (lässt sich prima auf den Schoß legen und die Kinder können mitgucken), in meinem Bücherregal ist es doch etwas sperrig - es steht darum obenauf, damit es auch jeder gleich bewundern kann ;)!

Insgesamt kann ich sagen, dass mir mit dieser wunderschönen Ausgabe der kleinen Meerjungfrau das wohl am schönsten illustrierte Buch ins Haus geflattert ist, das ich überhaupt besitze. Ob ihr jetzt (wie ich) einfach Märchenfans und Freunde der tollen Bilder seid, oder ob ihr das Buch tatsächlich zum Vorlesen und "Zerleben" verwenden wollt - ich kann es euch guten Gewissens und mit Begeisterung empfehlen, einfach nur schön!
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Hans Christian Andersen: Die kleine Meerjungfrau. Erschienen am 24. Februar 2017 im Wunderhaus Verlag. Kostenpunkt: 14,98€ als gebundene Ausgabe.
2 Responses
  1. Huhu!
    Diese Ausgabe habe ich letztens schon mal auf einem Blog gesehen und obwohl ich kein riesiger Märchenfan bin, liebäugle ich immer wieder mit dieser Ausgabe. Ich denke, wenn ich das nächste Mal in eine Buchhandlung gehe werde ich es mir in Natura anschauen.
    Liebe Grüße
    Sarah


  2. Das lohnt sich total, Sarah - also der live-Blick ins Buch! =) Ich habe kürzlich (aus demselben Verlag) das tapfere Schneiderlein gefunden und muss da glaub' auch noch zuschlagen... <3