Lisa Sonnenschein
Da hatte aber jemand eine anstrengende Woche! Am 28. Januar ging das E-Book von "Große Herzen, kleine Herzen" online. Mit liebevoll gestalteten Grafiken, interaktiven Einladungen an den Leser und - Nachworten von allen Personen, die für ein Buch wichtig sind. Aber fangen wir mal vorne an.

In der Geschichte geht es um Cassie und Nora. Erstere hat irgendwie ständig Stress mit ihren überfürsorglichen Eltern und Letztere wäre froh, wenn sie mal ein bisschen Stress mit ihrer Mama hätte. Alles wird über den Haufen geworfen, als sich Cassie eines Tages als Fee auf ihrer geblümten Bettdecke wiederfindet und feststellen muss, dass das Leben als solche gar nicht so einfach ist. Sie sucht Hilfe bei ihrer besten Freundin und gemeinsam machen sie sich auf in ein Abenteuer, das ihre Freundschaft auf die Probe stellt.

Machen wir uns nichts vor - die Handlung und ihre Entwicklung ist herrlich naiv. Wer sich hier einen super vielschichtigen Roman mit tausend Handlungssträngen oder unerwartete Wendungen erhofft, wird wohl enttäuscht werden. Das hat mir spätestens der Grund für die Verwandlung in eine Fee vor Augen geführt.
Das ist es aber auch nicht, wodurch der Roman besticht. Vielmehr ist er eine Metapher über das Beste-Freundinnen-sein. Cassie und Nora machen hier durch eine "Krise" alles durch, was eine Teenagerfreundschaft während der ganzen Schulzeit erlebt und das macht den Roman unheimlich berührend. Haben wir (die steinalten Leser unter uns^^) das nicht auch alles mitgemacht? Das Eifersüchtigsein auf einen neuen Freund oder eine neue Freundin im Leben "unserer" besten Freundin? Das Sich-alles-erzählen-können, die Meine-Eltern-sind-die-furchtbarsten-der-Welt-Phase und die Suche nach der eigenen Person und nach den Werten, nach denen man leben sollte?
All diese typischen Gefühle werden in hier wirklich zauberhaft verpackt und deswegen kann ich mir vorstellen, dass es nicht nur für die jungen Leser ansprechend ist (für die es zweifelsohne gemacht ist), sondern auch für Eltern derer.

Der Schreibstil der Autorinnen ist ansprechend und lässt sich gut verfolgen, das 167-Seiten-Buch ist so der ideale Kandidat für "Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen!"

Ich gestehe, für mich ist es eine schöne Abwechslung gewesen und meine kleine, innere heile Welt steht jetzt auch definitiv wieder (irgendwo als Feendorf auf einem Dachboden), aber um meine volle Begeisterung aussprechen zu können, war es mir dann doch ein bisschen zu durchschaubar und zu brav. Oder vielleicht zu "feenmäßig"? ;)
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Antonia Wesseling und Amal Majzoub: Große Herzen, kleine Herzen. Erschienen am 28. Januar 2017 als Amazon E-Book (Printversion in Arbeit). Kostenpunkt: Erhältlich über Kindle unlimited oder 0,99€ im Kauf.
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