Lisa Sonnenschein
Erst als ich "Erellgorh" aufgeschlagen hatte, wurde mir klar, wie gut es eigentlich zum vorangegangen Lesestück (Die Geheimnisse der Alaburg) passt. Hier also mein zweites Highfantasy-Buch-Erlebnis diesen Jahres ;).

Meine Videorezension beginnt bei Minute 8:32.



In diesem Buch sind wir gleich mit drei Protagonisten unterwegs, die alle aus den verschiedensten Gründen von ihrem Zuhause aus aufbrechen und in die Weiten von Jukahbajahn hinausziehen. Was keiner von ihnen weiß: Sie alle spielen eine große Rolle für die Zukunft des Landes.

Das Buch beginnt Matthias Teut mit einem Tolkien-Zitat. In zweifacher Hinsicht ließ mich das erstmal schlucken: 1. Große Fußstapfen! Und 2. bin ich kein Freund des Tolkien-Schreibstils. Nach dem großen Schlucken hat mich hier aber ein Roman überrascht, der einen supergelungenen Stilmix präsentiert. Auf der einen Seite epische Heldenreise, eine weit zurückreichende Historie des Landes und seiner Bewohner, superviele Namen und Begriffe und auf der anderen Seite klassische Jugendbuchmotive, die mir den Einstieg in das ausgedehnte Universum total erleichtert haben.

Wir haben hier also eine klassische Heldenreise - das unbeliebte Phänomen (Die Protagonisten ziehen ziellos umher, man weiß nicht so genau, wo der Roman eigentlich hin will) bleibt dabei allerdings aus. Die Charaktere sind erfrischend unterschiedlich und mal nicht die stereotypen "Oh Gott, alles überfordert mich"-Persönchen. Man konnte aus der Vorgeschichte absolut nachvollziehbar auf die Wesenszüge der drei schließen - besonders mit Selana und ihren Begleitern konnte ich mich total identifizieren.
Gut gefallen hat mir auch die übergreifende Handlung, die nach und nach entsteht. Als Leser hat man irgendwann so eine "wissende" Rolle inne, weil man die Erfahrungen aller drei Charaktere in sich versammelt und weiterdenken kann. Auch das Wiedertreffen alter Bekannter (aus früheren Kapiteln mit einem anderen Protagonisten) war ein Erlebnis!

Teilweise gemein waren die Kapitelenden (schon fast Sebastian-Fitzek-artig!), ich war das ein oder andere Mal ungelogen versucht, vorzublättern, um IN DIESEM MOMENT in der Handlung weiterlesen zu können. Wer mit Cliffhangern so gar nicht klarkommt, sollte sich das hier also nochmal überlegen - die Handlung des Buches endet insgesamt auch mehr mit einem Anfang ;).

Fazit: Fantastisch-packende Highfantasy ohne spröde oder zu ausschweifend daherzukommen! Klare Empfehlung von mir - ich bin gespannt auf den zweiten Teil.
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Matthias Teut: Erellgorh - Geheime Mächte. Erschienen am 15. Juni 2016 bei CreateSpace. Kostenpunkt: 12,95€ als Taschenbuch