Lisa Sonnenschein
Das letzte Buch des Jahres ist also ausgerechnet ein Liebesroman geworden! Genau das Richtige für den Ausklang der stressigen Weihnachtszeit also ;).
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Isla hat grade eine wirklich miese Zeit. Nachdem ihr Freund nach vielen Jahren Beziehung eine andere liebt, bricht sie alle Zelte ab und kehrt zurück in ihre alte Heimat. Das ist Bailevar - eine kleine Insel in Schottland, die sie seit sechs Jahren nicht mehr besucht hat. In einer ohnehin schon kritischen Stimmung muss Isla Grant sich jetzt also auch noch wieder in ihre Familie einfinden und die Inselbewohner neu kennenlernen...

Was als scheinbar seichter Sommerroman beginnt, gewinnt zunehmend an Tiefe. Wir werden mit einer alten Legende um eine untergegangene Insel konfrontiert und mit Familiengeheimnissen allererster Güte. Insgesamt ist die Stimmung im Buch daher eher herbstlich-düster, fast melancholisch - ein Umstand, den ich einfach großartig fand!
Auch die Liebesgeschichte selbst rückt dadurch in den Hintergrund - generell ist diese sehr erwachsen gehalten und bis auf einige Ausrutscher gibt es keine total verklärten Momente, vielmehr bleiben die Protagonisten auf einer realistischen Ebene und schätzen sich selbst und andere nachvollziehbar ein.

Der Ausgang der Geschichte war für mich nicht vorhersehbar - zwischendrin war es sogar so, dass ich mich wie in einem Krimi gefühlt habe. Wer war's jetzt? Wie hängen Person A und Person B zusammen? Es ließ sich prima miträtseln. Das macht das Buch auch für Liebesroman-Muffel (wie mich) abwechslungsreich und bringt eine spannende Komponente ein. Ein bisschen kürzer hätte dagegen das ewige Hin und Her ausfallen dürfen, das die Protagonistin Isla mit sich austrägt. So gab es Kapitel, in denen sie mir zunehmend unsympathischer wurde und solche, in denen ich voll hinter ihren Entscheidungen stehen konnte.

"Mein Herz ist eine Insel" war für mich kein locker-leichter Liebesroman mit zu viel Kitsch und zu viel Verliebtheit. Wir bekommen hier eine erwachsene Handlung mit einer spannenden Hintergrundgeschichte, die zu entdecken sich lohnt. Der leichtgängige Schreibstil sorgt für flüssiges Lesen und das Setting in Schottland für eine tolle Kulisse. Hübsch!
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Anne Sanders: Mein Herz ist eine Insel. Erschienen am 27. März 2017 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 14,99€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Weihnachten steht vor der Tür!! 
Und bei mir wird die einzige Dekoration der einsame gebundene Weihnachtskranz an meiner Zimmertür bleiben - und der existiert auch nur, weil ich bei der Jahresabschlussfeier im Verlag dazu gezwungen wurde, einen zu machen... Das Dekorieren überlasse ich sonst lieber anderen.



Aber ich bin nicht die einzige, die in Stimmung ist.
Auch bei der Fuchsreihe von Nicky P. Kiesow wird es weihnachtlich. Ab heute könnt ihr die Weihnachtsgeschichte "Frosttage" vier Tage lang kostenlos downloaden und eine Kurzgeschichte zwischen Eiszapfen und Winterdekoration erleben. Ruhe und Erholung, Dekoration und Gebäck gibt es nämlich auch zu Mays Feier der Frosttage!
Diese wenigen Seiten sind mir die liebsten aus dem Fuchsuniversum, weil sie so atmosphärisch geschrieben sind und perfekt zu meiner Winterstimmung passen.




Hier geht's zum Download  auf Amazon - ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Lisa Sonnenschein
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind...

Ich liebe die Ballade vom Erlkönig und habe mich schon lange gefragt, warum bei allen Märchenadaptionen noch niemand auf die Idee gekommen ist, diese Geschichte neu niederzuschreiben. Jetzt ist es passiert - der perfekte Anlass, euch ein paar Infos zur Sagengestalt "Erlkönig" zukommen zu lassen! 
Wer keine Ahnung hat, wovon ich hier eigentlich grade rede, kann sich hier noch mal das komplette Gedicht zu Gemüte führen.
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Die Statue des Erlkönigs bei Jena.
Quelle: Lofor - CC BY 2.5
Die Figur des Erlkönigs stammt zunächst mal gar nicht von Goethe selbst. Im deutschsprachigen Raum hat Johann Gottfried Herder sie erfunden - durch eine falsche Übersetzung. Bei der Übersetzung der Ballade "Erlkönigs Tochter" aus dem Dänischen machte er nämlich aus dem "Ellerkonge" (Elfenkönig) den "Erlkönig" (von "Eller/Erle"). So eigen ist der Erlkönig also gar nicht - vielmehr fungiert er als väterliche Gestalt der Elfen in vielen Gedichten nicht nur in Dänemark.
Letztere sind dabei aber immer verführerisch-verlockende Wesen, die den Menschen selten etwas Gutes wollen. In der dänischen Ballade versuchen sie zum Beispiel, einen jungen Mann in der Nacht vor seiner Hochzeit "zum Tanz" zu verführen.
Diese Anziehungskraft wirkt natürlich auch ihr König aus. In Goethes Ballade versucht er, einen kleinen Jungen in sein Reich zu ziehen - "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Immer steht er in Verbindung mit Wäldern und der Natur - sowohl der Vater bei Goethe als auch der junge Mann bei Herder versuchen verzweifelt, sich in die nächste Siedlung zu retten, die Schutz vor der Verfolgung des Erlkönigs bietet.
In keiner der Geschichten über den Erlkönig endet die Begegnung gut, immer bringt der "Elfenkönig" Verderben und Tod. Er ist die Stimme der Verführung, der man nicht entkommen kann - er und seine Töchter verfügen über die unbrechbare und unbezähmbare Macht der Natur.

Mit diesem Bild vom Erlkönig bin ich also an "Wintersong" gegangen und war unheimlich gespannt, was die Autorin aus der Sage machen würde.
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Liesl führt ein Leben nur für ihre Familie. Als stille Komponistin unterstützt sie ihren Bruder Josef, dem eine aussichtsreiche Karriere als Violinist bevorsteht, als stille Bewunderin ihre Schwester Käthe, die für ihre Schönheit von allen bewundert wird.
Als sich ihr immer wieder ein mysteriöser Fremder in ihrer Nähe zeigt, muss Liesl zum ersten Mal ihren eigenen Weg finden...

das Buch fängt toll an - neben der geheimnisvollen Welt unter dem Koboldhain wird uns hier auch noch eine Welt voller Musik gezeigt. Die Welt der großen Komponisten und berühmten Orchester. Schön dargestellt wird auch die große Anziehungskraft von Wald und Erlkönig, die Liesl erfahren muss.
Aber dann verstehe ich das Buch einfach nicht mehr...

Von einer mysteriösen, sogar düsteren Geschichte, die mich wirklich reizen konnte, geht die Autorin zu einer kitschigen, substanzlosen Liebesgeschichte über, die für mich überhaupt nicht funktioniert hat. Immer wieder versucht sie, neu in den Zwiespalt zwischen Anziehung und Verderben einzusteigen - durch die Verwendung bekannter Motive, einer recht einfachen Sprache und der völligen Entzauberung des Erlkönigs (der ja auch eigentlich mit Kobolden gar nichts am Hut hat?) gelingt ihr das so gar nicht mehr.
Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, dass die ganzen ausweglosen Handlungsstränge, die von der Autorin eingeflochten wurden, erst beim Schreiben wirklich "gelöst" wurden, was den weiteren Handlungsverlauf nach dem spannenden Auftakt durchschaubar und oberflächlich werden ließ.

Mir ist nach etwa der Hälfte des Buches einfach kein Wiedereinstieg gelungen und ich habe unheimlich lange gebraucht, um das Buch zu beenden. Ein Lichtblick waren die immer mal wieder auftauchenden anderen Sagengestalten in der Geschichte (Wechselbälger, Loreley [ja, im Plural] und eben die Kobolde).

Schade, hier wurde meiner Meinung nach Potenzial verschenkt - ich bleibe dann wohl doch lieber bei Goethe und dem klassischen König der Wälder ;)!
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S. Jae-Jones: Wintersong. Erschienen am 1. Dezember 2017 im Piper Verlag. Kostenpunkt: 15,00€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Die Adventszeit schlägt bei mir mal wieder total ein. Ich werde zum Backmonster, verschlinge Märchen und genieße die Lichter auf den Straßen. Manchen Menschen ein Graus - aber ich liebe Weihnachtsvorbereitungen =)!
Weil grade alles so hübsch ist, gibt es dazu auch noch die hübsche Rezension eines hübschen Buches.
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Vorab: Bis zum 15. Dezember könnt ihr noch eines der Bücher vom Wunderhaus Verlag gewinnen! Einfach die Facebookseite des Verlags liken und eine Nachricht, eine Brieftaube oder eine Eule schicken, dass ihr gerne dabei sein würdet und dass ihr von mir kommt :). Wer außerdem noch Lust auf mein liebstes Weihnachtskeks-Rezept hat (könnte man auch zu Oster backen^^), dem sei das passende Video dazu ans Herz gelegt:

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Die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf muss ich euch ja wahrscheinlich nicht erzählen. Anders ist sie nur insoweit, als dass Rotkäppchen in diesem Buch nicht selbst die Geschichte erlebt, sondern sie in Form eines Theaterstücks auf der Bühne erzählt. Das wird aber nur durch Bilder angedeutet - was erzählt wird, ist schließlich altbekannt.
Die Illustrationen sind das Herz der Geschichte! Der Künstler Anton Lomaev hat sich (wie bei der Kleinen Meerjungfrau auch schon) wirklich in Details über Details verwirklicht. Jede Seite ist ein einziges Wimmelbild und wer mag, kann mit diesem Buch Stunden verbringen. Meine Lieblingsanspielung: Auf dem Bett der kranken Großmutter liegt aufgeschlagen das Buch "Der gestiefelte Kater", das Lomaev schon illustrierte. Das wird übrigens auf der nächsten Seite auch gleich mitgefressen ;). Wer aufgepasst hat, findet auch die drei Jäger, die hinterher den Tag retten, schon vorher im Buch - wie auch den Wolf, der später als "Darsteller" hinter der Bühne wieder auftaucht. 
Insgesamt ist der Textanteil in diesem Buch geringer als bei der Kleinen Meerjungfrau - wer die klassischen Grimmschen Märchen kennt, wird sich darüber auch nicht wundern. Auch wichtig zu sagen: Das Märchenbuch ist auf keinen Fall ein bloßes Kinderbuch! Ja, es eignet sich wegen der vielen Details ganz hervorragend zum Vorlesen und gemeinsamen Blättern, aber auch 26-Jährige haben (offensichtlich!) ihren Spaß daran. Insgesamt ist diese Ausgabe von "Rotkäppchen und der Wolf" eines dieser Gute-Laune-Bücher, die sich im Regal wunderschön machen und beim Aufschlagen immer wieder für gute Laune und ein kindliches Grinsen im Gesicht sorgen. Ich möchte es nicht mehr missen und freue mich immer wieder darüber :)!
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Die Brüder Grimm: Rotkäppchen und der Wolf. Erschienen am 15. August 2017 im Wunderhaus Verlag. Kostenpunkt: 14,98€ als Hardcover.
Lisa Sonnenschein
Okay, Lisa - ist ja schön, dass du in der Buchbranche arbeitest. Aber was genau treibst du da eigentlich den ganzen Tag? Was ist dein Job? Und was macht eigentlich dieser mysteriöse "Lektor" den ganzen Tag, um den sich so viele Mythen ranken und der alle sein wollen, aber niemand ist?
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Das sind genau genommen zwei Fragen. Ich fange mal mit der einfacheren an. 

Was ist dein Job?
Ich bin Volontärin in einem Wissenschaftsverlag - mein Volontariatsschwerpunkt ist das Lektorat. Gerade arbeite ich also der tatsächlich richtig echten Lektorin des Verlags zu. Das kann bedeuten, dass ich Texte (oder Kalender^^) setze, Artikel auf Fehler überprüfe, Sprachproben durchhöre oder auch mal eine Werbekampagne bei Facebook schalte. Das Schöne daran: Ich muss wirklich seltenst nach neuer Arbeit fragen, meistens ergibt sich irgendwas Neues, dem ich mich ungefragt widmen kann. Das kenne ich aus Praktika bisher so gar nicht - es sorgt dafür, dass ich mich besser eingebunden finde und nicht immer mit schlechtem Gewissen jemanden "nerven" muss, damit er/sie mich mit irgendwas möööglichst Sinnvollem beschäftigt.

Trotzdem ist die Arbeit entspannt - im Verlagshaus ist es selten mal richtig chaotisch, denn es kommen niemals zwanzigtausend Deadlines auf einen zu, es laufen nie zwanzigtausend Werbekampagnen gleichzeitig, weil die Literatur und ihre Leser speziell sind und jeder seinen festen Bereich hat. Der Fokus des Verlags liegt nicht auf "möglichst schnell möglichst viel, das sich möglichst gut verkauft", sondern eher auf "möglichst sorgfältig möglichst Zielgruppengenaues". Das entschleunigt, erhöht aber auch den Druck - man will ja einem gewissen Qualitätsstandard gerecht werden.
Die Lektorin meines Verlages entscheidet gemeinsam mit dem Geschäftsführer, welche Veröffentlichungen sinnvoll und umsetzbar sind und steht in engem Kontakt mit den AutorInnen, mit denen ständig aktuellere Versionen ihrer Manuskripte ausgetauscht werden.

Und was macht nun ein Lektor generell?
Das kommt immer ganz auf den Verlag an, in dem er/sie arbeitet. Reden wir von einem großen Publikumsverlag? Dann wird der/die LektorIn eher ein Projektmanager sein, einzelne Bücher auf dem Weg zur Veröffentlichung betreuen und das Verlagsteam anweisen, auf genau diese hinzuarbeiten.
An anderer Stelle wird der/die LektorIn eher ein/e KorrektorIn sein. Manuskripte sichten, Fehler korrigieren, Änderungen mit dem/der AutorIn absprechen sind dann eher die passenden Aufgabengebiete.
Wieder anderswo werden im Lektorat wirtschaftliche Entscheidungen getroffen - welche Bücher passen zum Verlag? Was verkauft sich? Was ist realisierbar? Der/die Lektorin führt dann Kalkulationen durch, errechnet für jedes Manuskript Ausgaben und den voraussichtlichen Ertrag. Natürlich gibt es dann auch noch die Kombination aus all diesen Aufgaben - und dann wirds ganz bunt!

Die Arbeit als LektorIn ist immer Einarbeitung pur. Man muss lernen, sich auf den Verlag, in dem man arbeitet, einzulassen - möglichst weiß man schon vorher, um was genau es (bei den veröffentlichten Büchern) geht. Denn je nachdem muss man fachliches Wissen mitbringen (als Jurist in einem Verlag für medizinische Fachbücher zu arbeiten, wird einen nicht unbedingt glücklich machen). So oder so wichtig ist aber Stressresistenz, Wille zur Kommunikation (mit AutorInnen und KollegInnen), ein sicheres Sprachbewusstsein und vielleicht ein bisschen Organisationstalent - das macht den Beruf des/der LektorIn auch besonders attraktiv für Quereinsteiger aller Branchen.
Lisa Sonnenschein
Eine Liebesgeschichte. Seufz. 
Wer sich jetzt fragt, wie das passieren konnte - ich bin bei buecher.de als "Buchflüsterer" angemeldet. Bedeutet, dass ich regelmäßig Neuerscheinungen zugesendet bekomme, die ich dann in gewissem Zeitrahmen rezensieren sollte. Das hat den Vorteil, dass ich auch mal Bücher lese, zu denen ich in der Buchhandlung nie gegriffen hätte. Außerdem hat es den Nachteil, dass ich auch mal Bücher lese, zu denen ich in der Buchhandlung nie gegriffen hätte^^. Genug Gelaber - hier mein Senf zum Buch!
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Henry hat eigentlich noch nie darüber nachgedacht, was "Liebe" eigentlich so mit einem macht - er ist 17 und über seinen ersten Kuss hinaus hat er auch nicht so richtig Ahnung, wie eine Beziehung mit einem Mädchen überhaupt funktioniert. Und dann kommt Grace an seine Schule. Sie trägt weite "Jungsklamotten", zieht ihr Bein nach und ist auch sonst so ganz anders als die anderen...

Klingt jetzt nach einer klischeehaften Teenie-Lovestory. Ist es auch - aber eben nicht ganz. Denn ab der Hälfte der Geschichte werden wir hier mit einer Wendung konfrontiert, die doch noch Tiefe in den Roman bringt. Im Mittelpunkt steht allerdings nach wie vor unser Henry, der viel darüber lernt, warum Menschen lieben - und den ich gerne regelmäßig in die Wange gezwickt hätte (wie die gruslige Oma auf dem Familienfest, zu dem man nie gehen wollte). Es ist wirklich schön, wie naiv der Junge an seine Geschichte herangeht, und wie er sich in deren Verlauf ändert.

Insgesamt gesehen hatte der Roman drei Phasen.
Erstens - Langeweile. "Mensch Meier, fahr das Drumherum runter und lass mich lieber mal in die Charaktere und die Handlung besser reinkommen."
Zweitens - aufmerksames Interesse. "Ach soooo ist das die ganze Zeit! Mensch, jetzt will ich aber wissen, wie es weitergeht!"
Drittens - Enttäuschung. "Na toll, ein einziges Klischee - die Geschichte hätte doch Potenzial gehabt!"

Am Schluss ist mir das ganze naive Getue dann wirklich auf die Nerven gefallen. Das Ende hat mich wirklich gestört, weil ich nach dem Mittelteil erwartet hatte, dass hier viel mehr bei rauskäme als nur "noch so ein Liebesroman". Ja, das Buch ist anders als viele aus derselben Sparte - aber für meinen Geschmack ist es immer noch zu rosa und schafft den Spagat zwischen "Liebesliteratur für Jugendliche" und "anspruchsvoller Roman, der einen etwas über das Leben lehrt" so gar nicht. Den versucht es aber - und da beißt sich dann der jugendlich-naive Protagonist mit dem seriös-tiefgründigen Hintergrund des Handlungsverlaufs.

Das Buch hat für mich nicht richtig funktioniert. Es hatte definitiv seine Höhen und ich habe mich nicht geärgert, es in die Hand genommen zu haben - aber so richtig Freunde sind wir nicht geworden und eine Empfehlung bekommt es von mir (als Gegnerin des Kitsches) leider nicht.
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Krystal Sutherland: Unsere Verlorenen Herzen. Erschienen am 25. September 2017 bei cbt. Kostenpunkt: 14,99€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Von Hamburg aus ist es gar nicht weit nach Berlin, habe ich festgestellt. Also ging es am Samstag ganz früh mit dem Fernbus los auf die Reise. Ziel: Der Alexanderplatz und schließlich die Sonnenallee - im riesigen Hotel Estrel sollte meine erste Buch Berlin stattfinden.
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Berlin war ekelig und nieselig. Dank der Büchergnomen, die mir nicht nur eine wunderbare Wegbeschreibung zukommen ließen, sondern mich auch noch über Nacht beherbergten, fand ich den Weg zum Hotel dann aber ganz einfach.
Von außen war es gar nicht mal so eine Augenweide - einfach nur extrem riesig. Aber innen öffnete sich eine wunderschöne Lobby vor einem und nach ein paar laaaaangen Gängen kam man dann zum vergleichsweise bescheidenen Haupteingang der Buchmesse. Eintrittsbändchen organisiert, Jacke abgegeben, rein ins Vergnügen - und direkt mal in meine Gastgeber to be gestolpert. Nicht schwer, wenn man die Größe der Messe bedenkt...

Das macht auch ihren unglaublichen Charme aus. Wer viel liest und ein bisschen seinen Lieblingsautoren folgt, der wird hier gar nicht vermeiden können, bekannte Gesichter zu treffen und fast alle haben (im Gegensatz zu den Zuständen auf der Frankfurter Buchmesse) Zeit und Lust für ein Schwätzchen.

Besonders schöne Begegnungen hatte ich (mal wieder!) mit Matthias und Frank vom Dichtfest- und Sascha vom Talawah-VerlagMona SilverShanti LunauAmalia Zeichnerin und natürlich Sebastian vom Wunderhaus-Verlag. Leute ihr seid toll! :)
Überhaupt war das Publikum und die Aussteller der Messe sehr vielfältig. Da gab es Infostände zum Koran, Fantasy en masse, Erotikliteratur, Queeres, Kinderbücher, Horror und Informatives. Und alle durften werben, werben und nochmals werben. Besonders an kleineren Tischen sind tolle Gespräche zustande gekommen, weil wirklich jeder motiviert war, über seine/ihre Bücher, den Buchmarkt allgemein oder das Schreiben zu sprechen. Eine tolle Atmosphäre! 

Zwei witzige Anekdötchen gibt es dann natürlich auch noch. Die gute Amalia Zeichnerin hat uns nämlich (neben einer kurzen Novelle^^) mit Zeitreisepässen versorgt und auch gleich mal ein wunderschönes Visum hineingezeichnet.
Die Pässe gibt es für 2,50€ vom Amt für Aetherangelegenheiten und sind für durch die Zeit reisende Leseratten natürlich unerlässlich! Muss ja alles seine Richtigkeit haben bei der Besichtigung der abertausenden Buchwelten. Übrigens gab es dann am Tag nach der Ausstellung gleich eine Rüge für das fehlende Foto vorne im Pass (geht ja auch gar nicht! ;)

Noch mal lustig wurde es dann mit der Autorin Rose Care. Sie hatte zum Verteilen auf der Buchmesse extra Handschuhe mit ihrem Namen anfertigen lassen und verschwitzt, Fotos damit zu einer Social Media Aktion auszuweiten. Also haben wir rumgeblödelt - nebenan das Ergebnis :P
Jetzt könnte man meinen, die Gute schreibt Horrorliteratur oder Thriller - nene, alles sehr gefühlvoll bei Rose. Da ist uns irgendwann dann wohl die Messeluft zu Kopfe gestiegen. Die Handschuhe sind übrigens unfassbar flauschig und leisten mir schon jetzt hervorragende Dienste an der Bushaltestelle morgens!



Und dann waren da natürlich noch die Bücher! Von denen habe ich dieses Mal viel zu viele gekauft (ich bin ja eigentlich nicht so der -auf-Messen-Käufer-, weil ich ungern meine Bücher durch die Gegend schleppe - die sehen dann hinterher schon immer so abgerockt aus). Aber bei den ganzen wirklich besonderen Signaturen konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich werde euch die ganzen Schätze mal noch in einem gesonderten Post zusammenfassen - zu meiner Rechtfertigung hier aber noch ein einziges Bild! Die Autorin (Tanja Meurer) hatte eine Zeichnung wie diese in JEDEM ihrer Bücher - sie waren alle unterschiedlich und alle etwas besonderes...
Lisa Sonnenschein
Ich mag ja die Skandinavier und ihre Schreibe - sehr gerne lasse ich mich von der schlichten und atmosphärischen Art mitreißen und versinke in den gerne mal düsteren Geschichten. 
Umso spannender war also dieses Buch für mich, denn es erhielt den Titel als bester Kriminalroman Schwedens (2016). Auf ins Buch!
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Maja steht vor Gericht. Sie wird beschuldigt, einen Amoklauf an ihrem Gymnasium verübt zu haben und unter anderem ihren Freund und ihre beste Freundin erschossen zu haben. Maja ist gerade 18 geworden - ist sie wirklich eine Mörderin?

Das Buch arbeitet mit Zeitsprüngen - während wir uns immer wieder mit Maja in der Gegenwart befinden und sie bei ihrem Gerichtsprozess und im Gefängnis begleiten, gibt es zwischendurch auch Rückblenden zu Momentaufnahmen mit ihren Freunden, in denen wir mehr über unsere Protagonistin erfahren. Das sorgt für diesen klassischen "Die Hintergründe werden immer klarer"-Krimieffekt, den ich hier sehr gelungen finde.

Die Charaktere werden nur nach und nach beleuchtet - wirklich klar wird dabei jedoch nur Maja, die Randfiguren (ihr Freund, ihre beste Freundin, Klassenkameraden...) bleiben eher blass. Sie sind aber ja auch für den Verlauf der Gerichtsverhandlung und die Aufklärung des Falls eher zweitrangig.

Maja hat mich genervt. Ich habe ewig gebraucht, um in das Buch reinzukommen, weil ich sie vulgär und gleichgültig fand und zudem teilweise politische Sichtweisen in dem Buch durchblitzen, die ich absolut nicht teilen kann. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe: Die Autorin spielt mit mir! Sie provoziert den Aufreger über die konservativen Dorf-Schweden, deren Ansichten mich aufregen. Sie will, dass ich von den reichen Snobs angewidert bin, will, dass ich erkenne, wie natürlich und gleichzeitig sinnlos Majas Rebellion ausfällt. Ein grandioser Effekt, der mich wirklich tief beeindruckt hat!

Dazu kamen noch einige Stilmittel ganz am Ende des Buches, die ich jetzt hier nicht verraten kann. Nur eins am Rande: Diese Autorin hat mich ertappt - und sie wechselt irgendwann von einer bloßen Erzählung zu einer Ansprache an den Leser, die der gar nicht hat kommen sehen. Immer wieder stellt man dabei auch das eigene Weltbild infrage - es gibt bei diesem Buch kein richtig und kein falsch, es regt zum Selbstdenken an.

Mein Fazit: Ein fantastisch geschriebenes Buch, das mich erst irritiert und dann begeistert hat. Diese Autorin beweist ein außergewöhnliches Gespür für Erzählstil und verdient mit Sicherheit ihren Krimipreis. Cool!
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Malin Persson Giolito: Im Traum kannst du nicht lügen. Erschienen am 26. Oktober 2017 bei Bastei Lübbe. Kostenpunkt: 16,00€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Yay - der Auftakt zu dieser Trilogie ist mir schon auf der Messe wiederholt ins Gesicht gesprungen. Da wurde es auch offiziell vom Autor vorgestellt und jetzt endlich gibt es meine Rezension dazu =)!
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Das Leben unter der Weltenesche ist im Umbruch. Die Völker im Norden vereinen sich unter Fürst Morwa und seinen Söhnen, der Krieg wird in jeden Winkel der Welt getragen. Denn ein Machtumsturz steht kurz bevor und die Alten Götter erheben sich gegen die Menschheit, die sie vergessen hat. Mittendrin: drei starke Frauen, die ihre Rolle in diesem Spiel erst noch erkennen müssen.

Man merkt es schon an der kleinen Inhaltszusammenfassung: Dieses Buch ist Highfantasy der alten Schule. Epische Heldenreisen, eine Erzählung aus verschiedenen Sichtweisen (fiese Cliffhanger an den Kapitelenden inklusive), Magie, Kämpfe, Intrigen und jede Menge Geheimnisse. Dieses Buch hat sie alle.
Ich mochte besonders unsere drei Protagonistinnen - Sölva aus dem Gefolge des Nordmannes Morwa hat mir am besten gefallen. Vermutlich ist meine Liebe zur nordischen Mythologie dafür verantwortlich.

Ein bisschen schade war es, dass vom Autor nicht berücksichtigt wurde, dass das Buch nun mal ein erster Teil ist. Statt eines sanften Einführens in die Welt, in der wir uns bewegen, werden wir Leser mit Anlauf hineingeschmissen. Da fallen Stammesnamen, Titel und Ortbezeichnungen, die ich mir niemals alle hätte merken können. Sicher, das wird im zweiten Teil bestimmt alles noch mal aufgewärmt und vertieft - für den Moment habe ich mich aber dezent überfordert gefühlt. Dafür geht es aber auch gleich richtig zur Sache, Blut fließt wirklich einiges auf dem Weg zur neuen Ordnung und die Action bleibt bei keinem der Hauptcharaktere wirklich aus. Man hat insgesamt nicht den Eindruck, dass erst einmal viel erklärt werden müsste, bevor man wirklich erfassen kann, wo die Handlung hingehen wird. Das ist nicht nur eine Schwäche...

Die komplexe Welt in "Ein Reif von Eisen" ist abgesehen von etwas unübersichtlich und viel auf einmal auch eine große Stärke des Buches. Man kann erahnen, dass da noch unglaublich viel kommen wird und auch die Twists am Ende der Handlung machen wirklich neugierig auf die vielschichtige und leicht politische Highfantasy-Welt, mit der wir es hier zu tun haben.

Insgesamt ist das ein wirklich vielversprechender Reihenauftakt - ich werde auf jeden Fall auf den zweiten hinfiebern und freue mich schon sehr darauf, wieder in die Welt von Stephan Rother eintauchen zu können. Starke Charaktere und eine detailreiche Welt treffen einen tollen Erzählstil und einen actionreichen Handlungsverlauf. Einfach cool!
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Stephan M. Rother: "Die Königschroniken - Ein Reif von Eisen". Erschienen am 20. Oktober bei Rowohlt. Kostenpunkt: 14,99€ broschiert.
Lisa Sonnenschein
Sag mal Lisa, gibt es eigentlich auch Bücher, die dich nicht total begeistert haben?
Jap - aber sowas von! Es gibt viele Bücher, die ich gern gelesen habe, die mich aber nicht vom Stuhl geschmissen haben. Und dann gibt es diese Liste hier - auf der findet ihr jetzt 10 der Bücher, die ich am liebsten nie gelesen hätte...
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Wer das Ganze lieber als Videobeitrag sehen möchte, sei eingeladen, sich hier mein Gejammer anzuhören ;)



Nummer 1 - Theodor Fontane und "Effi Briest"
Vielleicht ist dieses Buch ein bisschen geschummelt, immerhin ist es von 1894 und ich musste es im Rahmen der Schullektüre lesen. Dazu muss ich anmerken, dass ich die Lektüre in der Oberstufe ansonsten eigentlich durchgängig interessant und spannend fand (zumindest habe ich immer brav mitgelesen und mich eher selten beschwert^^) - Effi war damit das erste Schulbuch, das ich wirklich völlig Banane fand. Ewiglange Landschaftsbeschreibungen, eine Protagonistin, die einen als aufgeklärte Frau aus dem 21. Jahrhundert einfach aufregen MUSS, ausgelassene Szenen, bei der Unmögliches der Vorstellungskraft des Lesers überlassen wurde. Dieses Buch war wie Kaugummi - eins von der Sorte, die nach dem ersten Kauen sofort geschmacklos und trocken sind...

Nummer 2 - Antonia Neumayer und "Selkie"
Dieses Buch hatte sooo viel Potenzial! Ein modernes Jugendbuch mit sympathischer Protagonistin - im Hintergrund die alte Saga über die "Selkie" - Menschen, die sich mithilfe eines Robbenfells in ebendiese Tiere verwandeln können (ich verlinke euch hier mal den Wikipedia-Artikel dazu, ist echt ein spannendes Thema). Leider war die Ausführung dann weit entfernt von diesem mythologischen Einschlag - die Charaktere haben teilweise widersinnig gehandelt, aus der Fantasykomponente wurde wenig gemacht und die Story war eher dünn... Superschade, aber diese coole Idee war wirklich unglücklich ausgeschrieben.

Nummer 3 - John Tiffany und Jack Thorne und "Harry Potter and the cursed child"
Hachja, über dieses Buch habe ich mich schon so oft aufgeregt - da wiederhole ich mich gerne auch noch mal schriftlich^^! Für mich wurde hier (super erfolgreich) versucht, sein Fähnchen so nach dem Wind zu drehen, dass alle alteingesessenen Fans ungefragt zugreifen. Ich habe zwischen den Zeilen lesen können, wie berechnend auf die Tränendrüse gedrückt wurde und das hat mich echt ein bisschen angewidert. Die Charaktere waren schwach bzw. wurden kaum neue Gesichter eingeführt, es gab Logikfehler in der Geschichte und sowieso scheint niemand in diesem Buch mal kurz nachzudenken, was er/sie da überhaupt tut!

Nummer 4 - Richard Laymon und "Das Ufer"
Mein erster Laymon ging ja mal gleich so richtig schief! Trotz des wunderbar leichtgängigen Schreibstils war dieses Buch eine echte Katastrophe... Eine dünne Handlung, die Auflösung aus dem Nichts, Sexismus pur (ich kann nicht zählen, wie oft die Protagonistin ein Kribbeln zwischen den Beinen verspürte oder wie oft sie irgendein Outfit plante, um irgendeinem Mann zu gefallen), sinnlose Handlungsentscheidungen und verdammt noch mal, es ist sogar ein Nebencharakter unabsichtlich von den Toten auferstanden! Geht gar nicht - das macht auch der genialste Schreibstil der Welt nicht mehr wett...

Nummer 5 - Jonas Jonasson und "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"
Mir wird vermutlich für immer ein Rätsel bleiben, warum dieses Buch es sogar bis zu seiner Verfilmung geschafft hat. Der rabenschwarze Humor des Erzählers (nach dem Motto "Joa, dann sterben eben Menschen - dafür kann es wenigstens witzig passiert sein!") hatte für mich einfach nichts Humoriges. Ich lese gerne mal ein absurdes Buch - ich bin ein großer Fan von Terry Pratchett - aber der Hundertjährige war mir einfach zu viel. Dann noch die Verbindung mit einer politischen Komponente und ich war endgültig raus... Ich habe es auch mal mit "Die Analphabetin, die rechnen konnte" versucht - und festgestellt, das Jonasson wohl einfach nicht für mich schreibt.

Nummer 6 - Melissa de la Cruz und "The isle of the lost"
Ich las den Klappentext, dachte "Wow, genial! Ein Buch über die Kinder der Disney-Bösewichte! Brauch ich!" und wurde bitter enttäuscht... Diese Geschichte verspielt, ähnlich wie auch "Selkie" so viele Chancen, wirklich coole Anspielungen zu machen. So bleibt es bei einem total flachen Highschool-Teenieroman, in dem die süßen Girlzz die heißen Boyzz daten, Streiche spielen und ihren Eltern gefallen wollen. Unterhaltsam - das schon - aber überhaupt nicht das, was ich erwartet habe. Hier ärgere ich mich immer noch, auf die gigantische Marketingapparatur des Disneychannels reingefallen zu sein.

Nummer 7 - J.T. Sabo und "Die Schattenkriegerhexe"
Hier hätte ich vielleicht einfach mal einen Blick in den Klappentext werfen sollen, da wäre vieles klar geworden... So war es das erste Buch, das ich aus meiner Drachenmondverlags-Überraschungsbox gezogen habe. Im Mittelpunkt: Die toughe Jona und ihr heißer Schwarm, jede Menge Vampire und Hexen und ganz.viel.Rumgeturtel. Mir war die romantische Komponente in diesem Buch einfach zu stark - soll das jetzt ein temporeicher Actionklöpper mit Kampf gegen das Böse oder ein heißer Erotikroman mit "Beiß mich!"-Anwandlungen sein? Man weiß es nicht. Und genauso wenig weiß man am Ende des 184 Seiten Buches was eine Schattenkriegerhexe jetzt eigentlich so genau ist.

Nummer 8 - Kirsty McKay und "Untot"
Yay! Zombieapokalypse während des Schulausfluges! Was mich mit witzig-spritzigem Klappentext lockte, entwickelt sich zu einer klischeehaften Geschichte, der irgendwie nur die sympathischen Charaktere bleiben. Kennt ihr diese klassischen Teenie-Horrorstreifen aus Amerika? Das hier ist ein Buch, das genau so geschrieben ist. Wir haben die Tussi, den Nerd, den Sportler und das Mauerblümchen und während man am Anfang noch kopflos flieht und gruppeninterne Probleme hat, entbahrt sich am Ende des Buches cliffhangermäßig (ja, es gibt eine Fortsetzung) der "groooße Plan", den es zu vereiteln gilt. Gähn.

Nummer 9 - Victoria Scott und "Dante Walker, Seelensammler"
Irgendwie hatte ich nach dem Lesen dieses Buches noch nicht so einen negativen Eindruck davon. Der Grund: Der Schreibstil ist hier wirklich grandios. Witzig und auf den Punkt, dabei ein bisschen sarkastisch. Cool! Das Problem: Unser toller Badboy Dante entwickelt sich vom finsteren Helfer des Teufels, dem alles egal ist, zum verliebten Schaf - von Null auf Hundert. Eine mit Klischees vollgestopfte Handlung ist das Resultat. Das Mädchen entwickelt sich von Aschenputtel zu Cinderella? Check. Sinnlose Konflikte durch wahlloses Aus-der-Tür-stürmen nach einem Gespräch? Check. Dadurch in richtig wüste Schwierigkeiten geraten? Check. Dramatischer Showdown mit "Soll ich jetzt alles aufgeben für die Liebe meines Lebens"-Szene? Check des Todes!

Nummer 10 - Luna Darko und "Vergessene Kinder"
Das am schwierigsten zu beschreibende Buch kommt natürlich zum Schluss... "Vergessene Kinder" setzt sich mit einer Vielzahl sehr sensibler Themen auseinander. Drogenmissbrauch (kann man Drogen auch unmissbräuchlich gebrauchen?), Suizid, die Frage nach dem Ich. Es ist zwar wunderschön illustriert, dabei aber auch sehr flach geschrieben - aus der Sicht einer 16-Jährigen. Ich habe der Autorin die Begebenheiten im Buch darum überhaupt nicht abgekauft, es war für mich naives Geschreibsel einer Person, die sich mit diesen Themen nie selbst auseinandersetzen musste. Und bei dem Themenbereich finde ich das schon fast gefährlich...
Lisa Sonnenschein
Von diesem Buch war Melie von Bonnie's Buchemotion so sehr begeistert, dass ich neugierig wurde. Die Gelegenheit, das Buch zu lesen, bot sich dann aber erst, als die Autorin selbst einen Aufruf an alle Blogger startete. Ich bin dem Ruf gefolgt und durfte das Buch jetzt als Rezensionsexemplar lesen :)!
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Zoes Vater ist krank. Nein, eigentlich wurde er vergiftet - denn er kam in Berührung mit dem gefährlichen Malwee. Einer Substanz, die zwar das Wirken von Silbermagie ermöglicht, von Ungeschulten jedoch einen schrecklichen Preis einfordert. Langsam gehen sie in ihren eigenen Gedanken verloren, sind nicht mehr ansprechbar - Zoe hat keine Möglichkeit, an ihren Vater heranzukommen. Der Wunsch nach Heilung konfrontiert sie bald mit dem größten Förderer des Malwees, der Organisation "Nebelring".

Ich muss ehrlich sagen, obwohl ich den Klappentext natürlich kannte, habe ich zu Beginn der Geschichte eine ganz andere Handlung erwartet. Das Setting las sich fast wie eine Metapher für eine Demenzerkrankung, die Fantasykomponente war noch gar nicht ersichtlich und ich hatte erwartet, dass es im Buch viel deutlicher um Zoe und die Beziehung zu ihrem Vater geht. Die Fantasyaspekte kommen dann tatsächlich erst später dazu und äußern sich rund um eine epischen Abenteuerreise und die Rebellion gegen das Regime (in diesem Punkt ist das Buch übrigens nicht allzu weit entfernt von den Tributen von Panem).

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet - also vielmehr geschrieben! Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Reize und es hat besonders bei der Protagonistin Zoe extrem Spaß gemacht, sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Wo sie als sehr naives junges Mädchen gestartet ist, das nie den Glauben in die Menschheit verloren hat, steht am Ende eine junge Frau, die sich bewusst ist, dass sie für die Durchsetzung ihrer Ideale nicht um Opfer herumkommt. Sehr schön! Auch das offene Ende, das neugierig auf den zweiten Teil macht, zeigt deutlich, wie erwachsen Zoe geworden ist...
Allerdings auch sehr klassisch in dieser Hinsicht: Die Jugendliche, die neue Fähigkeiten an sich entdeckt und diese langsam und dezent überfordert ausbauen will/muss/kann/soll. Auch dieses Motiv findet sich in der Geschichte.

Eine von Zoes Entscheidungen konnte ich allerdings so gar nicht nachvollziehen (ebenfalls verknüpft mit dem Ende), sie hat auch meines Empfindens nach nicht zu der starken emotionalen Bindung zu ihrem Vater gepasst - hat aber natürlich die spannende Handlung hervorragend vorangetrieben...!
Packend war die Handlung jedoch auf jeden Fall! Rebellion, ein unterdrückendes Regime, eine mysteriöse Krankheit, die in direktem Zusammenhang mit magischen Fähigkeiten steht... All das gepaart mit einem locker-leichten Schreibstil und dem wunderbaren Erzähltalent der Autorin machen den ersten Teil von "Nebelring" zu einem gelungenen Reihenauftakt. 

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen - trotz vieler aus anderen Jugendbüchern bekannter Motive hat die Autorin es geschafft, eine ganz eigene Welt zu schaffen, die neugierig auf mehr macht. Wie wird Zoes ganz eigener Weg durch all das Chaos aussehen?
Fans der "Tribute von Panem" werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
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I.Reen Bow: Nebelring - das Lied vom Oxean. Erschienen am 5. Oktober 2017 bei Impress. Kostenpunkt: 3,99€ als eBook.
Lisa Sonnenschein
Yay - endlich mal wieder ein Thriller! =) Über Umwege hat dieses gute Stück den Weg zu mir gefunden, denn Michèle von "Aus dem Leben einer Büchersüchtigen" hat es mir als Rezensionsexemplar abgetreten. Ich glaube für Michèle war das eine gute Entscheidung - denn ich fand das Buch auf abgedrehte Art und Weise gut ;).
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Targa ist eine Ermittlerin der anderen Art. Weil sie keine Furcht empfindet und sich nie von Emotionen blenden lässt, ist sie für das BKA eine wertvolle Hilfe. Targa macht sich auf die Jagd nach Serienmördern - kommt ganz nah an sie heran, um sie überführen zu können. Und dann trifft sie den charismatischen Falk Sandmann - sehr bald spielen beide ein tödliches Spiel...

Dieses Buch hat es in sich. Wer keine Gewalt verträgt, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Der Krimi ist nicht nur eher ein Thriller, sondern enthält auch Psycho-Elemente, die einen wirklich zum Schütteln bringen. Der Killer genießt es, seine Opfer leiden zu sehen - und das war für mich als Leser so manches Mal wirklich grenzwertig schauderhaft.

Targa ist eine fantastische Protagonistin! Obwohl sie nicht zu Gefühlen fähig ist (worin ja genau ihre Stärke als Ermittlerin liegt), ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Chapeau an das Autorenduo - das war mit Sicherheit nicht einfach zu erreichen und ich kann mir vorstellen, dass so mancher mit dieser Person so gar nicht konnte. Die Distanz, die Targa allerdings ausstrahlt, wird dadurch aufgelockert, dass ihre Hintergrundgeschichte im Laufe der Handlung mehr und mehr ans Licht kommt und man sie als Mensch besser verstehen lernt. Eine spannende Entwicklung!

Durch die kühle Targa kam das Buch bei mir sehr erwachsen an - man bekommt als Leser zwar so manchen verschachtelten Gedankengang (natürlich auch nicht GANZ ohne Emotionen) mit, die Charaktere sind jedoch insgesamt alle sehr berechnend und eher kühl. Ich persönlich fand das interessant und gut gemacht, gebe aber zu - das muss man mögen...

Was mich an "Targa" tatsächlich gestört hat, war das Ende und die Auflösung des Konfliktes. Ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel von Ermittlerin und Täter endet doch sehr abrupt. Klar, das offene Ende will gefeiert sein (das Buch wird als Auftakt einer Reihe angekündigt), dennoch fand ich es schade, dass eine so facettenreiche Protagonistin und ein so perfider Täter mit einem wenig anspruchsvollen Showdown abgespeist werden, in dem nicht einmal ihre Spielereien im Vordergrund stehen, sondern die Handlung in Vorbereitung des zweiten Buches.

Alles in allem: Ein spannender Krimi/Thriller mit einer Protagonistin, die mal so ganz anders daherkommt als gewohnt. Das hektisch abgewickelte Ende hat dann aber doch für Enttäuschungen gesorgt, da müsste ein zweiter Teil wirklich nachlegen!
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B.C.Schiller: Targa - Der Moment, bevor du stirbst. Erschienen am 10. Juli 2017 im Penguin Verlag. Kostenpunkt: 10,00€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Meine Buchmesse ist dieses Mal so ganz anders verlaufen als ich das bisher kannte. Denn mit dem Verlag, bei dem ich grade ein halbjähriges Volontariat mache, war ich diesmal beruflich dabei. Ich habe mir mal ein paar Punkte überlegt, die ich berichtenswert fand :).
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Eine rumpelige Messe
Ein spannender Aspekt, den die frühe Anreise inklusive Aufbau mit sich bringt, ist die total derangierte Frankfurter Buchmesse. Da stehen Menschen auf Leitern mitten im Gang, überall liegen Paletten mitten im Weg, Menschen räumen bergeweise Müll beiseite und schließlich wird zwischen hektischen Aufbau-Helfern der Teppich im Gang verlegt. Als wir (recht spät abends) an unserem Stand ankamen, konnte ich gar nicht glauben, dass am nächsten Tag schon alles stehen sollte, alles sah unfertig und chaotisch aus und ich kann mir nicht mal grob vorstellen, was das für ein unglaublicher Kraftakt sein muss, für eine Woche solch ein riesiges Gelände für so viele Menschen attraktiv zu machen. Dasselbe dachte ich dann übrigens beim Abbau - als wir die Messe verlassen haben, lagen schon überall rausgerissene Teppiche und leere Regale. Es hat mich total beeindruckt, wie schnell alles ging.

Wege und Logistik
Gegenüber all den Bloggern und Journalisten haben die Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse einen Vorteil - im Eintritt ist ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr enthalten. Was bedeutet das? Man kann auch abends noch mal los, ohne sich Gedanken zu machen, wie, wo, wann man noch das Zugticket lösen muss und (viel wichtiger) man muss sich sein Hotel nicht in direkter Nähe der Messe suchen. Als Bloggerin hätte ich mir Mühe gegeben, eine Unterkunft zu finden, von der aus ich nicht jeden Tag noch 7€ für den Zug oder die Straßenbahn ausgeben muss. Als Ausstellerin habe ich mich darauf verlassen können, dass mein Arbeitgeber ein nettes Hotel ausgesucht hat - ich musste mich an der Messe nur in den Zug setzen und mich dann in mein superriesiges, toll ausgestattetes Hotelzimmer einschließen. Das hatte ich aber auch bitter nötig, denn...

Die Arbeitszeit
...am nächsten Tag ging es um Sechs wieder aus den Federn. Wir konnten sehr gemütlich (und mit viel Kaffee!) im Hotel frühstücken und haben uns dann in der Lobby getroffen, um pünktlich um Neun am Messestand alles aufgebaut und arrangiert zu haben (frisches Obst kaufen, eingeschlossene Bücher in die Regale räumen, Notizbücher und Schreibutensilien bereitlegen...). Wir, das sind eine Kollegin und ich - insgesamt waren wir ein Dreierteam, das abwechselnd den Messestand besetzt hat. Meistens waren wir also zu zweit in wechselnder Konstellation zugegen.
Es war kein Problem, wenn ich mich immer mal wieder auf einen Rundgang oder die Suche nach einem Mittagessen begeben habe, nach einer kurzen Absprache haben wir uns da super arrangiert. Trotzdem war es eben immer Arbeitszeit und ich hatte das stets im Hinterkopf, wenn ich mal ein halbes Stündchen in die Halle 3.0 eine Etage tiefer verschwunden bin. Fast immer war ich also eher selber der Grund dafür, schnell wieder am Stand zu sein, als dass mir jemand vom Verlag gesagt hätte "Zu diesem Zeitpunkt musst du aber wieder hier sein". Generell war das ganze Team unglaublich entspannt. Obwohl ich oft unsicher war (schließlich hatte ich noch keine Ahnung vom Programm), haben wir uns toll ergänzt. Ich konnte wunderbar "kumpelhaft" mit jüngeren Besuchern/Studenten ins Gespräch kommen und meine Kollegen hatten das Know-How, auch inhaltliche Fragen zu klären und Auskunft zu den Abläufen im Verlag zu geben.

Private Kontakte
Das war so merkwürdig, sage ich euch! Normalerweise ist die Buchmesse Treffpunkt (unter anderem) für alle Menschen, die sich sonst nur aus den Tiefen dieses sogenannten "Internets" kennen. Dieses Mal hatte ich aber das Gefühl, dass diese Kontakte nicht an den Messestand gehörten. Es war sehr komisch, wenn Freunde (oder meine dezent rumpelige Mama - ich liebe dich, falls du das liest, Mama!) vorbeigekommen sind, denn oft waren eben Geschäftspartner am Stand und der Verlag, bei dem ich arbeite, verlegt eben wissenschaftliche Literatur auf sehr hohem Niveau. Blödsinn machen und direkt neben potenziellen Kunden oder Autoren rumblödeln war also nicht! Privat und als Bloggerin Menschen und Verlage treffen ging also nur auf meinen Streifzügen in den Pausen, die ich gemacht habe. Am Stand war ich immer eher distanziert, wenn jemand vorbeikam, und habe mich bemüht, den- oder diejenige an die Seite zu lotsen, damit man kurz in Ruhe quatschen konnte :).

Der Dresscode
Meine Güte, was habe ich rumüberlegt! In der Woche vorher schon Outfits geplant und mich im Kopf tausend Mal umgezogen. Steht mir die Bluse? Brauche ich einen Blazer? Kann man die Jeans als "schick" durchgehen lassen?

Tja, ich hab's mal wieder totgegrübelt und alles anstrengender gemacht als es eigentlich war. Der Dresscode an unserem Stand war sehr locker, Jeans und Hemd, Leinenhose und nettes Shirt - alles total okay. Ich hatte am dritten (?) Tag eine langärmlige Bluse an. Keine gute Idee. Die Luft in den Hallen heizt sich über den Tag ziemlich auf und ich habe an diesem Tag meine Kollegin sehr beneidet, die ein Shirt mit 3/4 Arm anhatte. Ich habe auf jeden Fall draus gelernt und weiß beim nächsten Jahr die folgenden Dinge besser:
- Nimm alles mit, was einigermaßen schick aussieht und kurze Ärmel hat
- Kein Polyester, du schwitzt dich kaputt
- Ballerinas oder schlichte Sneaker sind okay - bloß.keine.Absatzschuhe.

Kontakte zu anderen Verlagen/Ausstellern
Das war der wohl beeindruckendste Aspekt "meiner" Buchmesse dieses Jahr. Ständig waren Verleger, Vertreter und Autoren bei uns am Stand, oft waren Termine ausgemacht. So manches Mal fand ich mich auf dem Gang gegenüber unseres Standes wieder, weil einfach kein Platz mehr zwischen all den Besuchern war. Vieles lief sehr förmlich ab, Geschäftskontakte wurden aufgefrischt oder neu geknüpft. Es gab aber auch unheimlich herzliche Begegnungen und viele, viele Umarmungen. Für mich selber hatte die neue "Rolle" einen spannenden Vorteil - ich konnte mich bei anderen Verlagen ganz anders geben. Ich war auf einmal nicht mehr eine von tausend Bloggerinnen oder Journalistinnen, die ihre Berichte zusammensuchen und Fotos schießen, sondern ich war die "Kollegin", die zwei Stände weiter stand und genau so Fragen beantwortete und genau so platte Füße hatte.
Und noch etwas - wusstet ihr, dass Verlage Kollegenrabatt geben? Das sind zwischen 15 und 50% Rabatt, die ganz selbstverständlich vergeben werden, natürlich auch vom eigenen Verlag! Und auf der Messe wird das nicht selten genutzt, da man ansonsten bei Bestellungen aus der Ferne durch die Versandkosten den Rabatt schon wieder einbüßt - da bestellt man dann doch lieber über die Lieblingsbuchhandlung. 
Generell war dort aber der Umgang unter Kollegen unheimlich locker, es gab einen tollen Austausch über die eigenen und andere Bücher, über Buchpreise und die Eröffnungsveranstaltung.

Und ich stand dieses Jahr dazwischen und habe mit riesigen Augen alles aufgenommen, was sich mir geboten hat...! Bis zum nächsten Jahr habe ich dann wieder verflixt viel Zeit, mir viel zu viele Gedanken zu machen.
Lisa Sonnenschein
Das war sie also wieder. Die Frankfurter Buchmesse. Da ich dieses Jahr zum ersten Mal dort arbeiten musste, bin ich nicht viel dazu gekommen, durch Halle 3 zu stromern und Menschen zu treffen. Trotzdem bin ich so mancher guten Seele begegnet und habe ein paar Erfahrungen gemacht, die ich mit euch teilen möchte :)
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Wer lieber (oder auch?) ein kurzes Impressionenvideo sehen möchte, sei herzlich eingeladen, hier vorbeizuschauen:


Die Menschen
Wie immer der wichtigste Punkt auf meiner Liste. Begegnet bin ich immerhin Michèle von aus dem Leben einer Büchersüchtigen, der Seitendiebin, die mir nur ganz zufällig begegnet ist, Bonnies Buchemotion, Emma von Ge(h)schichten, Samira von Booklover&Dreamcatcher und Sarah und Alex von Books in a bag. Einigen anderen habe ich immerhin im Vorbeigehen gewunken...!

Superspannend waren auch die Gespräche mit Andreas Suchanek von Greenlight Press und dem Verleger des Papierverziererverlags. Letzterer hat mir erklärt, wie sein Verlag Korrektoren rekrutiert, auf die immer wieder zurückgegriffen wird. Ich habe beschlossen, es auf jeden Fall mal mit einer Bewerbung dort zu versuchen :).

Die Bücher
Es ist ja immer wieder der Wahnsinn, wie viele Bücher manche Menschen von der Messe mit nach Hause (bzw. schon zur Messe hin!) schleppen. Ich selber war dieses Jahr sehr bescheiden, ganze drei Bücher habe ich wieder mit nach Hamburg genommen. Das lag zum einen daran, dass meine Tragekapazität diesmal sehr beschränkt war (schicke Klamotten für sechs Tage) und zum anderen ist mir irgendwie kein Spontankauf-Buch über den Weg gehüpft... Das Einzige, was mir ein bisschen leid tut, ist, dass gerade zu dem Zeitpunkt, als ich mich entschlossen hatte, den neuen Fitzek "Flugangst 7A" am Stand zu kaufen, der Autor selbst dort signiert hat. Da war kein Durchkommen und so musste auch der Fitzek in Frankfurt bleiben (also das Buch, nicht der Autor^^).



Murphy (das neue Buch von Nicole Gozdek) hat mir dann schließlich die gute Alexandra geschenkt! Und die anderen beiden sind über lustige Gespräche und Umwege bei mir gelandet. Wie immer ein leicht merkwürdiger Genremix, der aber perfekt zu mir passt, wie ich finde :)!

Die Drachennacht

Samstagnacht war es dann wieder so weit und der Drachenmond-Verlag gab uns ein paar Einblicke in die Arbeit hinter die Kulissen und die geheimen Talente der Autoren.
Es gab einen Poetryslam, Gesang, eine kleine Fragerunde und kreatives Geschichtenerzählen.
Leider hat mir die Veranstaltung nicht so gut gefallen wie die Drachennacht in Leipzig - sie war weniger abwechslungsreich und auch wenn ich befürchtet habe, dass sich eine Wiederholung ergeben würde, war ich doch ein bisschen traurig, dass es dann tatsächlich auch so war...
Es war bunt und schön und es waren wirklich viele Autoren da - aber ich denke, im nächsten Jahr in Leipzig muss ich nicht unbedingt wieder dorthin :).

Und sonst so?
Tja, wie gesagt - ich habe gearbeitet ;). Dazu wird es aber auch noch einen kleinen Bericht geben, auch wenn er sich nicht um die wunderbare, funkelnde Bloggerwelt dreht^^

Stay tuned!

Lisa Sonnenschein
Dieses Buch ist auf Wattpad erschienen und war dort ein solcher Erfolg, dass der Loewe Verlag es auch als Taschenbuch rausgebracht hat. Pünktlich zur Buchmesse versteht sich! Jetzt ist es bei mir gelandet.
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Abriana hat ein ganz normales Leben, viele Freunde und eine liebevolle Familie. Als sie sich eines Abends allerdings zu einem Blind Date verabredet, nehmen diese Umstände eine dramatische Wendung. Easton entführt sie auf brutale Art und Weise und hält sie scheinbar grundlos gefangen. Doch Abriana soll bald erfahren, dass hinter der Entführung mehr steckt, als sie zunächst annimmt...

Das Buch ist aus wechselnder Perspektive geschrieben, unsere Protagonistin ist jedoch Abriana. Besonders ab der Mitte des Buches wird es jedoch wichtig, auch immer wieder in die Täter-Perspektive hineinschauen zu können.
Denn dieses Buch ist ein bisschen anders. Es ist so nicht fraglich, WER der Täter ist. Es wird vielmehr damit gespielt, dass Täter und Opfer (bzw. die Polizei, die für sie ermittelt) ständig umeinander herumtänzeln und man den Weg verfolgen kann, auf dem der Fall zu einem Ende findet. Von der Idee her nicht uncool!

Leider haben sich für mich an so mancher Stelle Logiklücken aufgetan. Da wird (von Polizeiseite!) einem Opfer nicht geglaubt, es gibt keinerlei Wachschutz für eine traumatisierte Person und der Täter nennt vor allen Beteiligten einen Namen, den er gar nicht wissen kann - fällt natürlich niemandem auf...
Die Handlung wurde also sehr stark so zurechtgebogen, dass die Abläufe maximal dramatisch stattfinden, die Recherche scheint mir hier eher oberflächlich stattgefunden zu haben. Auch das Ende hat mich eher enttäuscht, es wird meiner Meinung nach nicht dem spannenden Hin und Her vom Anfang gerecht...

Trotz aller Meckereien ist "Ich komm dich holen, Schwester" ein durchaus lesenswertes Buch, das mit perfiden Psychospielchen und jeder Menge Emotionen punktet und mal einen etwas anderen Handlungsverlauf zeigt. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel" grübelt hier der Leser nicht über den Täter, sondern darüber, wie er wohl am besten aufgedeckt wird. Nett!
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Kelly Anne Blount: Ich komm dich holen, Schwester. Erschienen am 11. Oktober im Loewe Verlag. Kostenpunkt: 9,95€ als Taschenbuch.
Lisa Sonnenschein
Mein persönliches Highlight und der Abschluss des Wochenendes (jaa, ein bisschen geschummelt!) ist gekommen :). Jasmin Jülicher, die Autorin von "Der Hüter" hat mir ein paar Fragen beantwortet, das will ich euch natürlich nicht vorenthalten.
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Hallo Jasmin und herzlich willkommen auf meiner Seite :)! Du bist die Autorin des Buches "Der Hüter - Stadt der Tiefe". Was muss man über dich und dein Buch wissen?

Hallo Lisa, vielen Dank.
Zack - direkt die erste Frage, die ich nicht beantworten kann :D
Tja, was muss man wissen? "Stadt der Tiefe" ist mein Debütroman, den ich im Selbstverlag herausgebracht und dessen Taschenbuchausgabe ich via Crowdfunding finanziert habe. Der Roman ist der erste von voraussichtlich vier Teilen, die jeweils eine in sich abgeschlossene Handlung mit einer übergeordneten Handlung haben.

Das Genre deines Buches ist ja eher außergewöhnlich - ein Krimi, der in einer Steampunkwelt spielt. Was hat dich dazu inspiriert?

Ja, mein Genre ist eine wilde Mischung aus Steampunk, Krimi, Dystopie und ein wenig Abenteuer...
Und wenn ich ehrlich bin, hat mich die Langeweile dazu inspiriert. Ich habe vor meinem Roman ein Krimi-Seminar belegt, in dem ich den Entwurf zu einem klassischen Krimi geschrieben habe. Völlig fertiger Ermittler, alles im Hier und Jetzt etc. Und alle anderen im Seminar hat gewissermaßen den gleichen Entwurf. Bei meiner zweiten Teilnahme am Seminar habe ich den Entwurf zu "Stadt der Tiefe" geschrieben. Ein ungewöhnliches Setting, ein ungewöhnliches Genre und ein völlig gewöhnlicher Ermittler ohne Probleme. Dieser Entwurf hat mir persönlich viel besser gefallen und passte auch besser zu mir.

Sir Arthur Conan Doyle spielt eine nicht unwesentliche Rolle in der Handlung von "Der Hüter". Hast du persönlich seine Bücher gelesen? Was bedeuten die Romane um Ermittler Sherlock Holmes für deinen Ermittler Alexander?

Ich habe einige seiner Romane während meiner Masterarbeit als Hörbuch gehört.
Da mein Ermittler keine Ahnung hat, wie er eigentlich ermitteln soll, und was dazugehört, habe ich die Sherlock Holmes Bücher gewissermaßen als Anleitung für ihn benutzt. Eine Hilfestellung, die ihm letztendlich etwas mehr weiterhilft, als er wohl gedacht hat. 

Ich habe jetzt zum dritten Mal auf meinem Streifzug durchs Internet gelesen, dass dein Buchcover gerne mit dem Spiel "Bioshock" in Verbindung gebracht wird. Nervt dich dieser Vergleich?

Erst drei Mal? :D Ja, ich habe das schon öfter gehört bzw. gelesen und nein, es nervt nicht. Für mich ist es ein absolutes Kompliment, denn Bioshock ist ein hervorragendes Spiel mit einer wunderbaren Optik.

Das Funding-Ziel auf visionbakery.com
Du hast die Veröffentlichung deines Buches über Crowdfunding finanziert - ich kann mir vorstellen, dass das unheimlich viel Zeit und Mühe gefressen hat. Wie kann man sich das vorstellen?

Ja, nach Lektorat und Covererstellung bin ich der Idee verfallen, den Druck der Taschenbuchausgabe und einer limitierten Hardcoverauflage über Crowdfunding zu finanzieren. Realistisch betrachtet war es für die Leser gewissermaßen eine Vorbestellung. 
Ich fand die Idee gut, den Leser mehr einzubeziehen und einfach anders an eine Veröffentlichung heranzugehen. Die Kampagne und die Vorbereitung dazu haben mich einiges an Nerven gekostet. Die ganze Zeit schaut man dabei zu, wie sich die Summe auf das Finanzierungsziel zubewegt und verfällt in Panik, dass es vielleicht nicht klappt. Aber letztendlich hat es geklappt - sogar zehn Tage vor dem Ablaufdatum - und darüber freue ich mich sehr und danke auch allen, die mich dabei unterstützt haben.
Inzwischen ist sowohl das Hardcover als auch das Taschenbuch gedruckt.

Biota ist eine Unterwasserwelt, in der die Menschheit eigentlich neu anfangen wollte. Trotz aller Hoffnung scheint das aber nicht ohne Intrigen und Machtspielchen möglich zu sein... Meinst du, dass "die perfekte Welt" unter anderen Umständen möglich ist? Was machen die Menschen in Biota falsch?

Grundsätzlich denke ich nicht, dass "die perfekte Welt" möglich ist. Ich glaube, irgendetwas in der Menschheit funkt immer dazwischen, vor allem wenn es um eine größere Gruppe wie zum Beispiel eine Stadt geht. Generell geht es den Menschen in Biota ja sehr gut, da sie tatsächlich in Sicherheit vor dem Krieg sind und es ihnen an nichts mangelt. Nur ist es so, dass diejenigen, die die Macht haben, diese auch ausnutzen. Eben ohne dass der Rest der Bevölkerung etwas davon mitbekommt.

Hast du noch eine lustige Geschichte, die du erzählen, oder ein Geheimnis, das du (so ganz unter uns natürlich^^) teilen möchtest?

Vielleicht ein kleiner Fun-Fact, wenn man das so nennen möchte. In meinem Roman tauchen sehr viele Personen auf, die tatsächlich damals (1888) gelebt haben und mit ihnen erscheinen auch viele ihrer Eigenheiten und Errungenschaften. Und bei einigen eingebauten Dingen warte ich immer noch darauf, dass es jemandem auffällt :D
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Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, euch das Buch von Jasmin mal näher anzuschauen, geht es hier zur Amazonseite von "Der Hüter - Stadt der Tiefe".^^