Lisa Sonnenschein
Was länge währt wird endlich gut - hier meine Rezension zu "Knochenjob".
Eine Annekdote am Rande: Das Buch war mir noch völlig unbekannt (weil es ziemlich neu erschienen war) und wurde mir spontan in der Warteschlange vor der Signierstunde des Drachenmond-Verlagsstands empfohlen. Kurzerhand habe ich es mitgenommen und als dann auch noch zufällig die Autorin am Stand war und es mir signiert hat, war klar: Das hier ist Schicksal! (Oder Karma?)

Meine Videorezension beginnt bei Minute 5:12.



Dies ist ein Buch von und über und mit dem Tod. Er hat seinen Job jetzt mehr als satt - weil er sich immer so manifestiert, wie die Leute sich das vorstellen, fristet er als finsterer Geselle sein Dasein. Wo sind die guten alten Zeiten als Todesgöttin, als apokalyptischer Reiter oder mächtiger nordischer Totengott? Der Tod beschließt, dass genug genug ist und steigt aus.

Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken: Der Humor in diesem Buch ist einfach zum Wegschmeißen! Ich habe so oft über Fußnoten, Anspielungen und fiese Kommentare gekichert, dass ich es gar nicht mehr zählen kann. Sprachlich ist der Tod auf jeden Fall ein munterer Geselle und versteht sich darauf, seine Lebensgeschichte unterhaltsam wiederzugeben. 
Das Ganze ist ungefähr vergleichbar mit dem TOD von Terry Prachett, nur nicht gaaanz so abgedreht und der Tod von Sarah Adler bleibt auch ein bisschen näher an unserem Leben dran. Das endet schon fast ein bisschen evolutionstheoretisch - aber denkt euch jetzt bloß nicht, dass ihr Archäologen sein müsst, um das Buch lesen zu dürfen ;).

Die Figuren sind klasse! Der Tod tritt in der Art "sympathischer Verlierertyp mit mehr Herz, als er gern zuließe" auf, seine Kollegen sind da schon arroganter veranlagt. Eigentlich konnte ich nur das Leben noch ein bisschen ins Herz schließen - Krankheit, Karma, Glück, Schicksal... Alles sehr unfreundliche Gesellen. Auf ihre Art!
Ich habe mir im Leseverlauf die Frage gestellt, wo die Handlung wohl gerne hin möchte. Ich meine, schön - wir begleiten den Tod auf seiner Tour und lernen seine Kollegen kennen. Tatsächlich weiß dieses Buch sehr gut, wo es enden möchte und ich fand es wunderbar in-sich-geschlossen und rund. Es ist außerdem endlich mal wieder ein Einteiler und einfach ein gute-Laune-Einschub, wenn man mal wieder "was anderes" braucht.

Mein Fazit also: Ein wunderbar humorvolles (zum Totlachen *höhö*) Buch mit riesigem Unterhaltungsfaktor! Toll, toll, toll - bitte mehr von solchen Büchern auf dem Markt!
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Sarah Adler: Knochenjob. Erschienen am 8. Oktober 2016 im Drachenmondverlag. Kostenpunkt: 12,90€ als Taschenbuch.