Lisa Sonnenschein
Das Buch habe ich im Rahmen der "Aktion Buchflüsterer" von Buecher.de erhalten - der Witz an der Sache ist, dass man nie weiß, was man zugeschickt bekommt. Ich habe nur Genres angegeben, die ich gerne lese und den Rest auf mich zukommen lassen. 
Dieses Buch hat mich also aus dem Hinterhalt überfallen könnte man sagen :P!

Meine Videorezension beginnt bei Minute 15:18.




Hier könnte ein Kommentar zum Titel dieses Buches stehen - aber ich verkneife mir das jetzt und fange mit dem Inhalt an :P!

Die Erzählperspektive dieses Buches wechselt immer wieder zwischen John, der auf der Suche nach seinem spurlos verschwundenen Cousin Max Schreiber ist und ebendiesem. John ist aus seiner Heimat in Amerika extra nach Innsbruck gereist, um seine Recherchen im Archiv dort anstellen zu können. Max Schreibers Spur verliert sich in einem kleinen Bergdorf in den 1950er Jahren - der Autor nimmt uns in genau dieses einsame Nest mit...

Ich muss sagen, dass ich ein bisschen gebraucht habe, mit diesem Buch warm zu werden - irgendwie habe ich nicht nachvollziehen können, wo der Autor hinwollte. Lese ich hier eine Biografie oder einen Krimi? Oder doch so ein Bergsteiger-Naturkatastrophen-Gedöns? Zwischendrin hat sich sogar eine Romanze angekündigt!
Endeffektlich kann ich sagen: Keine Ahnung! :D Das Buch hat ein bisschen was von allem und genau das macht es auch so spannend. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was zum Henker in diesem Dorf falschläuft. Obwohl der Schreibstil sehr erwachsen und bildlich erzählend ist (besonders zum Ende des Buches nutzt der Autor gerne kurze, prägnante Sätze, um die Geschehnisse zu beschreiben), bleibt die Geschichte interessant. Für Fans der locker-leichten unterhaltenden Spaß-Literatur ist das Buch allerdings nichts, es vermittelt eine doch sehr bedrückende, zwischenzeitlich fast düstere Atmosphäre und hat mich länger beschäftigt, als ich zu Anfang gedacht hätte. 
Dazu muss man aber sagen, dass ich ja selber so ein Dorfkind bin und dieses verschrobene in sich gekehrte und misstrauische Verhalten von dessen Bewohnern aus erster Hand erfahren durfte - lieber Herr Jäger, das hast du beeindruckend vermittelt!

Mein Fazit: Ein toll geschriebenes Buch mit famosem Showdown - perfekt für die schmuddelig-kalte Jahreszeit gerade. Mich hat es gefesselt und ich kann mir vorstellen, dass hier Leser auch genreübergreifend auf ihre Kosten kommen :).
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Gerhard Jäger: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod. Erschienen am 26 September 2016 im Karl Blessing Verlag. Kostenpunkt: 22,99€ als gebundene Ausgabe.
2 Responses
  1. Hey Lisa,

    von dem Buch habe ich tatsächlich noch gar nichts gehört (von der Aktion von Bücher.de übrigens auch nicht ^^), aber das klingt Beides sehr interessant. Ich glaube, das huscht unauffällig auf meine Wuli.

    Liebe Grüße
    Silke


  2. Huhu Silke! :)
    Ich habe keine Ahnung, warum dieses Buch so wenig Aufmerksamkeit erhält (eigentlich habe ich es sogar im Schaufenster unserer Buchhandlung Nr.1 in Freiburg gesehen).
    Ich glaube, da huscht es gut ;)!

    Ganz liebe Grüße auch von mir an dich