Lisa Sonnenschein
Patrick Hertweck sitzt schon an einem Tisch mit Leselampe und begrüßt die Besucher seiner Lesung mit freundlichem Winken und Lächeln. Er scheint sich über jeden einzelnen davon zu freuen.

Nach einer kurzen Strukturierung der Lesung geht es dann auch schon los. Der Autor liest das erste Kapitel aus "seiner Maggie", wie er sagt. Maggie ist ein Waisenmädchen, das sich im New York der 1870er Jahre alleine durchschlagen muss. Naja, nicht ganz alleine, denn sie findet bald Anschluss bei den "40 little thieves", einer von zahlreichen Straßenkinder-Diebesbanden, die zu diesen Zeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unterwegs waren (zu einer ausführlichen Rezension geht es hier.)

Die beiden vorgelesenen Stellen sind sehr atmosphärisch und spannend, bei gedimmtem Licht fällt es besonders leicht, mit Maggie durch die finsteren Gassen zu laufen - es herrscht Totenstille, obwohl die Zuhörer zum größten Teil genau so alt (oder noch jünger) sind, wie Maggie selbst. Bei der anschließenden Fragerunde muss der ein oder andere zwar erst noch motiviert werden, dann geht es aber rund. Eine besonders junge Zuhörerin fragt verlegen, wie alt der Autor denn war, als er mit seinem Buch angefangen hat. Die Antwort (42) scheint sie eher nicht zufriedenzustellen - es bleibt abzuwarten, wann man von ihrem ersten Manuskript hört!
Fragen wie "Gibt es von Ihnen noch andere Bücher?" oder "Gibt es schon eine Verfilmung zu Ihrem Buch?" bringen den Autor sichtbar in Verlegenheit, der sich sehr bescheiden gibt. So beichtet er, dass er an einem neuen Manuskript arbeitet (diesmal spielt die Geschichte an der Westküste der USA) und erklärt, dass eine Verfilmung eher unwahrscheinlich ist - sehr zum Bedauern sämtlicher Anwesender...! Außerdem erfahren wir, dass Patrick Hertweck den Anfang des Buches kaum geändert hat, nachdem er einmal damit angefangen hat und das Ende dagegen eine regelrechte Schreibkrise ausgelöst hat - und dann der Zeitdruck!
Auch was die Quelle seiner Inspiration war, erzählt der Autor. In einem Buch aus dem Heinrich Heine Antiquariat hier in Freiburg fand er die Geschichte von Albert W. Hicks, dem letzten als Pirat verurteilten und gehängten Verbrecher in den Vereinigten Staaten. Der Rest war dann Faszination und Kopfkino.



Am Ende der 45 Minuten, die wir gemeinsam im "Werkraum" des Theaters Freiburg verbracht haben, gibt es wohl niemanden, der nicht von Maggies Kampf gegen die New Yorker Unterwelt fasziniert wäre.
Denjenigen, die mehr über den sympathischen Freiburger Autoren und "Maggie und die Stadt der Diebe" erfahren möchten, kommen hier zu seiner Homepage. Sehr ans Herz gelegt sei euch auch die entsprechende Facebook-Seite hier.

Fazit: Das Autorenleben ist kein leichtes, aber für dieses Buch hat es sich gelohnt - so verlässt kaum jemand den Raum, ohne noch "eine Maggie" mitzunehmen. Mitgebrachte Maggies werden signiert und Mensch, hab' ich mich in der Schlange alt gefühlt!
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1 Response
  1. ach wie cool!!! :D freu mich für dich!!!