Lisa Sonnenschein
Nachdem die letzte Rezension wieder etwas für mein rosafarbenes Einhornherz war, kommt hier wieder ein Thriller. Der zweite Fitzek meines Lebens (Nachschub steht schon bereit^^), den ich witzigerweise auf dem Weg nach und von Helgoland gelesen habe!
Witzig ist das deswegen, weil der Roman teilweise auf Helgoland spielt. Daher rührt auch der Titel - "abgeschnitten" werden hier nicht nur diverse Körperteile, sondern auch eine der handelnden Figuren von der Außenwelt.

Hauptsächlich begleiten wir jedoch Paul Hertzfeld, einen Gerichtsmediziner, der schon die wüstesten Fälle auf seinem Sektionstisch hatte und trotzdem immer versucht, möglichst unvoreingenommen an die Fälle heranzugehen, die er behandelt. Das wird ihm allerdings unmöglich, als er im Kopf einer dieser Leichen einen Zettel mit der Telefonnummer seiner eigenen Tochter findet. Was der Protagonist erst noch gar nicht fassen kann, entwickelt sich bald zum tödlichen Spiel und zur Jagd nach Helgoland.

Hier haben wir mal wieder einen typischen Fitzek. Cliffhanger am Ende jedes Kapitels, Perspektivensprünge durch die Köpfe der Protagonisten und eine Handlung, bei der man am Ende gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Ich muss sagen, die Jagd von Paul Hertzfeld nach seiner Tochter hat mich auch wirklich gepackt, der Charakter an sich hat mir supergut gefallen und auch die "Sidekicks" (in dem Fall eine junge Frau, die auf Helgoland Schutz vor ihrem Stalker sucht) waren toll aufgebaut.

[An dieser Stelle ein Herzchen für den Hausmeister.]

Trotzdem hat es mich nicht so richtig überzeugen können - das Ende habe ich kommen sehen und das hat mich doch schon ziemlich enttäuscht. Permanent wird auf den epischen Showdown hingearbeitet und dann macht es einmal "Puff" und alles ist vorbei. Ich habe da definitiv den Spannungsbogen von "Passagier 23" vermisst. Was allerdings gelungen war, waren die Psycho-Effekte. Gegen Ende des Buches wird dann doch sehr auf die emotionale Schiene umgestiegen, es geht um Manipulation und ja, auch ein bisschen Psychotherapie. Das hat mir dann doch einen Schauer über den Rücken gejagt und sehr schön mit der winterlich-stürmischen Atmosphäre zusammengespielt, durch die sich Hertzfeld da kämpft. Und mal ehrlich - gibt es bei diesen Temperaturen ein besseres Buchklima? ;)

Alles in allem muss ich aber zusammenfassen: Nettes Buch, aber das kann er besser! Ich freu' mich schon auf den nächsten Fitzek!
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Sebastian Fitzek und Michael Tsokos: Abgeschnitten. Erschienen am 1. Oktober 2013 im Droemer-Verlag. Kostenpunkt: 9,99€ als Taschenbuch.