Lisa Sonnenschein
Das Genre dieses Buches ist eigentlich nicht so richtig bestimmbar - was es nicht ist, ist da schon viel klarer: Ein Science-Fiction-Roman ;)!

Die Videorezension beginnt bei Minute 4:36



Der Protagonist dieses Buches bleibt bis zum Ende namenlos - das heißt aber nicht, dass seine Erlebnisse weniger abenteuerlich sind ;). Er wacht eines schönen Tages in einer Welt auf, die er nicht kennt. Ohne Erinnerung an sein früheres Leben, seinen Namen oder seine Herkunft. Ein Ziel hat er nicht wirklich - doch das ändert sich bald, als er auf den ersten Bewohner dieser merkwürdig fremden Umgebung trifft...

Dieses Buch ist wirklich anders, als alles, was mir bis jetzt begegnet ist. Es liest sich vom Schreibstil her fast wie eine Legendensammlung oder diese klassischen Sagenerzählungen - das aber völlig, ohne öde oder trocken zu sein. Im Gegenteil bleibt es spannend und auch wenn ich mich oft gefragt habe "Und wenn er dann das und das erreicht hat - was hat er dann vor?" kam irgendwie immer eine Wendung, die das Abenteuer vorangetrieben hat. Meine Hochachtung für diese Schreibfähigkeiten!
Auch beeindruckend ist der logische rote Faden, der sich durch das Buch zieht. Ich hatte zu keinem Punkt das Gefühl, dass etwas nicht passt oder eine Situation künstlich produziert wurde, um auf Biegen und Brechen zu dem Schluss zu gelangen, den man sich als Autor eben so vorgestellt hatte (alles schon vorgekommen...).
Im Mittelteil hat mich dann tatsächlich beim Lesen eine Länge erwischt. Der Protagonist lernt im Handlungsverlauf verschiedene Zepter und ihre Fähigkeiten kennen, das las sich dann ein bisschen aneinandergereiht bzw. es gab mir einfach zu viele elementare Zepter ;).
Das Ende enthält schließlich den Plot-twist des Verderbens (keine Panik, keine Cliffhanger und kein "Ich-muss-jetzt-noch-eine-Fortsetzung-schreiben"), der mich wirklich nachhaltig beeindruckt hat.

Alles in Allem ein tolles Buch, das ich wirklich gerne gelesen habe! Ich habe altbekannte Märchen- und Sagengestalten kennengelernt, Motive aus verschiedenen Mythologien wiedergefunden, aber auch neue Wesen und Welten besucht. Ein fantasievolles und dennoch bodenständiges Buch, das ich ohne Bedenken empfehlen kann.
Einzig der epische Schreibstil durchsetzt von dem ein oder anderen Gesang oder Gedicht (in Tolkienmanier immer mit ein bisschen was Philosophisch-prophetischem dabei) könnten das Buch "speziell" machen - für mich war es perfekt und passend!
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Marco Wagner: Eine magische Weltgeschichte - Die acht Zepter. Erschienen am 1. Juni 2016 im AAVAA-Verlag. Kostenpunkt: 11,95€ als Taschenbuch.