Lisa Sonnenschein
Achtung - es folgt eine vielleicht nicht ganz ernstgemeinte Rezension ;)!

In diesem Buch begleiten wir eine erwachsene Frau, die eine wissenschaftliche Studie durchführen möchte und immer wieder an ihre eigenen Grenzen stößt. Dazu kommen allerhand Ereignisse und plot-twists, die ich selbst auch nicht habe kommen sehen. 
Das Werk handelt von den Grenzen der eigenen, kognitiven Kompetenz und deren Folgen für das lebensweltliche Handeln. Es kommt aber auch eine magische Komponente durch, über die ich jetzt noch nicht zu viel verraten will ;)!
Zu erwähnen ist auch der wirklich eigensinnige Titel und das außergewöhnliche Coverdesign. Hier hat sich der Verlag wirklich alle Mühe gegeben, das Buch von der breiten Masse abzuheben - mein Tipp: Das "Daten" im Titel einfach durch das Wort "Quastenflosser" ersetzen, dann wird es sicher noch schmissiger und einer Verfilmung steht nichts mehr im Weg!

Der Schreibstil ist recht schwergängig - allerdings ist "Die Qualität qualitativer Daten" ja auch kein Jugendbuch, sondern für Leser fortgeschrittenen Alters konzipiert. Dadurch, dass die Protagonistin stets ungenannt bleibt, fällt es dem Leser leicht, die Handlung auf die eigenen Empfindungen zu übertragen. Gleichzeitig wird die Austauschbarkeit des studierenden Individuums signalisiert und mir hat sich beim Lesen eine schwere, fast melancholisch-lebensmüde Stimmung aufgedrückt. Interessant für potenzielle Leser ist vielleicht auch die "Mitmachkomponente", die hier enthalten ist. Man kommt beim Lesen nämlich nicht umhin, die Handlung auch praktisch auszuführen. Solche Literatur muss man eben mögen, ich muss sagen, mich hat nicht jede dieser durchzuführenden Aktionen überzeugt, der Großteil war aber wirklich anregend und hat mich auch in meiner Ansicht zur - ja doch recht vorbelasteten - Thematik "Eine Studie durchführen" beeinflusst.

Insgesamt ist dieser Fantasyroman in der Richtung "special interest" anzusiedeln. Die Handlung verläuft konfus, ohne erkennbaren Roten Faden - wer aber gerne abgedrehte Fantasy liest, ohne dass kausale Zusammenhänge eine Rolle spielen würden (ala Terry Pratchett), ist hier gut aufgehoben. 
Für mich war das Buch sehr inspirierend - ich würde es allerdings eher für eine ruhige Minute vor dem Kamin als für den sonnigen Strandurlaub empfehlen. Ich hoffe, meine Rezension konnte euch bei der Auswahl der nächstzulesenden Lektüre weiterhelfen ;)!
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Cornelia Helfferich: "Die Qualität qualitativer Daten". Erschienen am 15. September 2009 im VS Verlag für Sozialwissenschaften. Kostenpunkt: 22,00€ als Taschenbuch.