Lisa Sonnenschein
Mensch Meier - ich hab' ja ewig nichts mehr gepostet. Da macht sich die Klausurenphase bemerkbar ;)! Aber auch die ist nun überstanden und jetzt habe ich auch wieder Zeit, mich meinen Büchern zu widmen (so viel zu lesen, so wenig Zeit...!)

Meine "Jetzt-geht's-wieder-los!" - Phase beginne ich mal mit einem ganz besonderen Buch, ich werde dazu auch noch eine Videorezension über den Kanal der lieben Nicky ergänzen.
Und da ist sie schon:


Die Rezension zu diesem Buch findet ihr in Minute 10:12 (Yay, mein Geburtsdatum!) - wenn ihr unter dem Video in die Beschreibung schaut, wird das auch nochmal extra aufgedröselt :P.

Es geht um "Die Schablone" von Antonia Wesseling. Der Untertitel ist übrigens "Ein stiller Thriller" und der passt nicht nur super zu dem Buch, sondern hat mich irgendwie auch immer wieder zum Schmunzeln gebracht - klingt einfach zu hübsch! :P
In dem Buch gibt es mehrere Protagonisten, es ist aus wechselnder Perspektive geschrieben - die wichtigsten handelnden Personen sind Robert, ein verkrachter Schriftsteller, Katrin, eine Literaturagentin und Louise, ihre kleine Tochter. Robert beschließt sich eines Tages, sein vor Kurzem verfasstes Buch zu verlegen - er liebt und leidet doch soo sehr mit seinen Charakteren mit! Das Manuskript landet dann schließlich auch auf Katrins Tisch, allerdings findet sie die Charakterbeschreibung so gar nicht überzeugend und lehnt das Buch ab. Folgend ist Robert am Boden zerstört und steigert sich immer weiter in das Seelenleben des Protagonisten seines Buches hinein. Sein Wunsch nach bitterböser Rache hat dramatische Folgen...

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich schon sehr verstört muss ich sagen -  wir reden hier von einer Handlung, die Pädophilie und den Wunsch nach Gewalt enthält! Und hier kommt wieder der Untertitel ins Spiel: Der Thriller ist tatsächlich "still". Es spritzt kein Blut, es findet keine Gewaltverherrlichung statt und die "Bedrohung", die den Charakteren widerfährt, ist hauptsächlich psychischer Natur. Sie steigert sich beständig und besonders die Textschnipsel aus Roberts Buch, die zu Beginn jedes Kapitels einen Einblick in seine Welt liefern, lassen einen immer wieder schaudern! Obwohl wie geschrieben ein ständiger Perspektivwechsel vollzogen wird, konnte ich mich besonders in die kleine Louise (die für ihr Alter bemerkenswert reif und einfach zuckersüß ist!) gut hineinversetzen. Allgemein sind die Charaktere wirklich bemerkenswert gezeichnet, jeder hat seine eigene Art, mit Problemen umzugehen - während Robert eine sehr nüchterne, aber irgendwie bedrohliche Art hat, wird Louises Mutter Katrin schnell wahnsinnig nervös und gibt sich selbst die Schuld an (Naja, wir wollen ja nicht zu viel verraten ;))...
Das Buch ist bereits das vierte der Jungautorin - und das merkt man auch! Der Schreibstil ist konstant, es gibt keine Schwankungen und auch die Handlung ist konsistent. Mir gefällt außerdem, dass sie kleine Überraschungen aus anderen Büchern eingebaut hat - so murmelt Louises Bruder an einer Stelle zum Beispiel "Das Schicksal ist ein mieser Verräter..." vor sich hin. Bei mir hat sich da ein herrliches "Uh, das kenne ich" - Gefühl beim Lesen eingestellt und man merkt hier deutlich, dass die Autorin nicht nur schreibt, sondern auch liest (und bloggt).
Das Buch bekommt von mir dank konstant spannendem (!) Handlungsstrang, tollem Schreibstil und dem Spagat zwischen "Uaaah, wie gruselig" und "Hach, wie hübsch!" ein Kauf- und Leseempfehlung und ich wünsche der liebenswerten, jungen Autorin Antonia alles Liebe auf ihrem Weg zur Bestsellerautorin - denn den hat sie schon beschritten. 
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Antonia C. Wesseling: "Die Schablone - ein stiller Thriller". Erschienen am 9. November 2015 in der CreateSpace Independent Publishing Platform. Kostenpunkt: 9,90€ als Taschenbuch.