Lisa Sonnenschein
Und hier ist es: Mein erstes eigenes Rezensionsexemplar! =) Ich habe mir einen politisch angehauchten Fantasyroman von einem australischen Schriftsteller ausgesucht und hier ist das Ergebnis:


Der Roman von Mark Barnes (ein australischer Fantasy-Autor) ist zu Beginn ziemlich speziell. Das Einlesen fiel mir hier ziemlich schwer, Barnes hat in seinem Buch ein gigantisches Fantasy-Universum aufgebaut und erklärt in einem ziemlich flotten Tempo seine Rassen, Strukturen, Gebiete, Städte und Zusammenhänge von Herrscherhäusern, um dem Leser einen Einstieg zu geben.

Aber ich fange mal vorne an.

"Echos der Vergangenheit" ist aus der Sicht verschiedener Charaktere in der Geschichte geschrieben. Den größten Teil macht dabei Indris aus - er ist ein Kriegsmagier, der sich allerdings am liebsten aus Allem heraushalten würde. Leider sieht er sich in eine große politische Affäre verstrickt - wir reden hier vom Mord am höchsten Regierungsmitglied und einer Machtübernahme im Anschluss. Gleichzeitig werden politische Protagonisten verschleppt und gefangen gehalten. Kurzum, ich bin in eine Welt voller Intrigen und Verrat gestolpert und war erstmal total überfordert ("Moment, ist das jetzt dieses Löwenwesen, von dem er da redet?" "Welches Amt war nochmal ein Rahn?" "Warum bringt er jetzt diesen Schöpfungsmythos ein?"). In der Tat lebt man sich aber in das Universum nach den ersten 100, 150 Seiten ein und dann ist es wirklich atemberaubend!

Die Kämpfe, die so völlig anders als gewohnt NICHT mit Schwert und Bogen ablaufen, haben mich am meisten mitgerissen (ich bin nicht so der Politik-Rhetorik-Taktik-Mensch, wenn es denn so tiefgehend ist wie hier) und spätestens als sich eine Gruppe (supercooler!!) Charaktere in einer gruseligen Sumpflandschaft voller ekliger Kreaturen wiederfindet, hat mich die Story richtig mitgenommen. Ich würde das Ganze jetzt mal mit meinem Tolkien-Leseerlebnis vergleichen. An manchen Stellen ist mir die Mission "Ich baue jetzt mal weiter an der Beschaffenheit meiner Welt" mit einer Fantastilliarde Beschreibungen von Datails gegenüber dem "Hier geht die Story weiter und es wird wild geschnetzelt!" ein bisschen zu sehr im Vordergrund und es wird mir zu trocken. An den zweiteren Stellen wird man allerdings so begeistert mitgerissen, dass das alles wieder rausholt und man das Buch doch komplett verschlingt.

Übrigens wüsste ich gerne mal wer Übersetzung und Lektorat gemacht hat - in diesem Buch finden sich einige Fehler, die einfach nicht nötig wären! Ebenfalls völlig unpassend finde ich den Klappentext (müsste ebenso nicht sein!), der Begriff "Hochkönig" fällt beispielsweise nicht einmal in dem Buch und die beiden genannten Charaktere waren auch KEINE besten Freunde.

WENN man sich also darauf einlässt, bietet der Roman ein riiieeesiges neues Fantasy-Universum mit soooo viel Potenzial für mehr (Anmerkung: Auf der letzen Seite des Buches steht sinngemäß "mehr in Arbeit" - das lässt hoffen^^). Aber vorsicht: Das ist auf keinen Fall was für den Tag am Strand. Hier trifft ein vielschichtiger Schreibstil auf eine penibel erarbeitete Gedankenwelt.
_________________________________________________________________


Mark Barnes: "Echos der Vergangenheit". Erschienen am 21. April 2014 im Blanvalet Verlag. Kostenpunkt: 9,99 € (broschiert)
Labels: edit post